# taz.de -- Neue EU-Vorschrift: Große Firmen dürfen unverkaufte Mode nicht mehr wegwerfen
       
       > Unverkaufte Kleidung landet oft im Müll – dies wird nun großen
       > Unternehmen verboten. Auch auf die Verbraucher wirken sich die Änderungen
       > aus.
       
 (IMG) Bild: Für das neue Wegwerverbot für unerkaufte Kleidung gibt es viele Ausnahmen
       
       dpa | Große Unternehmen in der Europäischen Union dürfen unverkaufte
       Kleidung und Schuhe künftig nicht mehr vernichten. Eine entsprechende
       EU-Vorschrift gilt seit Sonntag und soll dafür sorgen, dass betroffene
       Firmen ihre Waren etwa erneut verkaufen oder spenden, anstatt sie
       wegzuwerfen. Bisweilen gilt die Entsorgung als günstiger, als Produkte zu
       lagern, aufzubereiten oder wieder zum Verkauf anzubieten.
       
       Ausnahmen gelten aber unter anderem für den Fall, dass die Ware gefährlich,
       beschädigt oder verschmutzt ist, nicht wiederverwendet oder -aufbereitet
       werden kann. Auch was mehreren sozialwirtschaftlichen Einrichtungen mit
       Sitz in der EU als Spende angeboten, aber nicht innerhalb einer Frist
       angenommen wurde, darf vernichtet werden.
       
       Laut Handelsverband Deutschland (HDE) könnte das Verbot Vorteile für
       Verbraucher mit sich bringen: So könnte laut Hauptgeschäftsführer Stefan
       Genth das Angebot an reduzierter Ware steigen, etwa über Outlets,
       Restpostenmärkte oder Second-Hand-Kanäle. Außerdem sieht er [1][mögliche
       ökologische Vorteile], „da weniger neuwertige Kleidung vernichtet wird und
       Produkte häufiger weiterverkauft oder gespendet werden“.
       
       Der Handel werde jedoch [2][vor Herausforderungen gestellt], sagt Genth:
       „Nicht alle unverkauften Waren lassen sich ohne Weiteres erneut verkaufen
       oder spenden.“ Gründe könnten etwa beschädigte Verpackungen, hohe
       Logistikkosten, fehlende Nachfrage oder geringe Warenwerte sein. Für
       Händler entstünden zusätzliche Kosten für Lagerung, Sortierung,
       Aufbereitung und Weitervermarktung. Hinzu kämen Dokumentationsauflagen,
       rechtliche Unsicherheiten und praktische Hürden bei Spenden oder
       Secondhand.
       
       ## Umweltschützer fordern Kontrollen
       
       Moritz Jäger-Roschko von Greenpeace bezeichnet das Verbot zwar als richtig,
       sieht jedoch Schlupflöcher für Konzerne. „Unternehmen können die Regeln
       leicht umgehen, etwa durch Falschdeklaration von Produkten. Ohne
       konsequente Kontrollen wird sich [3][in der Praxis nichts ändern].“ Das
       eigentliche Problem – Fast Fashion – bleibe vom Gesetz unberührt.
       
       Angaben der EU-Kommission zufolge werden in Europa jährlich vier bis neun
       Prozent der unverkauften Textilien zerstört, bevor sie überhaupt getragen
       wurden. Diese Abfälle verursachten rund 5,6 Millionen Tonnen
       CO₂-Emissionen.
       
       19 Jul 2026
       
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