# taz.de -- Krieg in Iran: Die neue US-Offensive in Iran zieht an
       
       > Zwei US-Soldaten kommen durch einen iranischen Angriff in Jordanien um,
       > ein weiterer wird vermisst. Die USA schlagen zurück – und beide Seiten
       > drohen.
       
 (IMG) Bild: Die Eskalation hat begonnen: Das US-Militär verlegte jüngst wieder Equipment in den Nahen Osten. Im Arabischen Meer, 30. Juni 2026
       
       Zwei US-Soldaten sind bei einem Luftangriff des Iran auf Stellungen in
       Jordanien am Freitag getötet worden. Dies verkündete das
       US-Verteidigungsministerium am Samstag in einer Mitteilung. Ein weiterer
       Soldat werde noch vermisst. Die beiden Soldaten sind die ersten Todesopfer
       auf US-Seite seit dem Zusammenbruch des temporären Waffenstillstands
       zwischen den Kriegsparteien.
       
       Das US-Militärkommando CENTCOM, das für den Nahen Osten und weite Teile
       Zentral- und Südasiens zuständig ist, erwiderte die Angriffe des Irans mit
       einer großangelegten Militäroffensive. Laut offizieller Angaben wurden
       militärische Anlagen des Irans zur Küstenüberwachung und Luftverteidigung
       bombardiert, außerdem Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie Einheiten der
       Revolutionsgarde. Es war die achte Nacht in Folge, in der die
       US-Streitkräfte Militärangriffe gegen iranische Ziele ausführten.
       
       „Die Angriffe zielen darauf ab, Irans Fähigkeit, [1][die Handelsschifffahrt
       in der Straße von Hormus] zu gefährden, weiter zu schwächen und die
       Einheiten der Islamischen Revolutionsgarde, die in der vergangenen Nacht
       Angriffe auf US-Militärangehörige in Jordanien verübt haben, rasch zu
       bestrafen“, erklärte CENTCOM in seinem Post auf X.
       
       ## Das US-Militär zählt bislang 16 Tote und 430 Verletzte
       
       US-Präsident Donald Trump erklärte in Telefonaten mit Journalisten am
       Samstag, dass der Tod der zwei US-Soldaten „äußerst traurig“ sei.
       Gleichzeitig sagte er aber auch, dass sie nicht sinnlos ihr Leben gelassen
       hätten. Vielmehr hätten sie ihrem Land gedient und alles dafür getan, dass
       der Iran niemals über eine Atomwaffe verfügt. „Das zeigt einem einfach, wie
       schlimm (die Iraner) sind“, so der US-Präsident im Gespräch mit der New
       York Post.
       
       Insgesamt 16 US-Soldaten sind seit dem Beginn des Kriegs mit dem Iran
       getötet worden. Mehr als 430 weitere wurden verletzt.
       US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die nun getöteten
       Soldaten als „Helden“ und erklärte: „Ihr Opfer stärkt nur unsere
       Entschlossenheit.“
       
       [2][Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei] warnte die USA noch am Samstag
       davor, dass ihnen [3][„unvergessliche Lektionen“] bevorstünden, sollten sie
       ihre Angriffe fortsetzen. Das iranische Staatsfernsehen zitierten ihm
       zugeschriebene Äußerungen: Die Unterschrift von Präsident Trump unter der
       Absichtserklärung sei „wertlos und ungültig“. Iranische Verhandlungsführer
       erklärten zudem, dass die Absichtserklärung, die beide Nationen im
       vergangenen Monat unterzeichneten, nun offiziell ausgesetzt sei. Trump
       hatte dies bereits während des [4][NATO-Gipfels in Ankara Anfang Juli]
       verkündet.
       
       Neben Stellungen des US-Militärs soll Teheran in der vergangenen Nacht auch
       einen Drohnenangriff auf ein Lager von [5][kurdischen Rebellen im Irak]
       ausgeführt haben. Dabei sollen acht Menschen verletzt worden sein. Kurz
       zuvor wurden wohl bereits neun kurdische Kämpfer bei iranischen
       Luftangriffen im Irak getötet.
       
       ## Abstimmung über den Krieg im US-Kongress nötig
       
       Im US-Kongress fielen die Reaktionen auf den Tod der beiden US-Soldaten wie
       erwartet aus. Während Republikaner dazu aufriefen, für die Gefallenen zu
       beten, nutzten viele Demokraten die Tragödie, um einen Rückzug der USA aus
       dem Nahen Osten zu fordern. Laut ihnen seien die 16 bisherigen Todesfälle
       das direkte Resultat eines fragwürdigen Kriegs, den Trump selbst vom Zaun
       gebrochen habe. „Das ist der Preis für Präsident Trumps unnötigen Krieg“,
       schrieb etwa die Abgeordnete Nikki Budzinski auf den sozialen Medien. Der
       Demokrat Herb Conaway forderte Trump und seine republikanischen Kollegen
       dazu auf, diesen Krieg endlich zu beenden. „Genug ist genug“, postete er
       auf X.
       
       Der Appetit unter Republikanern nur wenige Monate vor den Kongresswahlen
       sich gegen Trump zu stellen ist allerdings gering. Nur Trump-Gegner, wie
       der [6][Abgeordnete Thomas Massie], verlangen ein schnelles Ende: „Wir
       hätten wissen müssen, was sie im Schilde führten, [7][als sie das
       Verteidigungsministerium in Kriegsministerium umbenannten“.]
       
       Die Demokraten im Senat hatten bereits vergangene Woche angekündigt, eine
       erneute Abstimmung über Trumps Kriegsbefugnis zu forcieren. Da nur der
       Kongress laut US-Verfassung die Autorität besitzt, offiziell Krieg zu
       erklären, muss der Präsident spätestens nach 60 Tagen – beziehungsweise 90
       Tagen sollte er eine Verlängerung beantragen – die Unterstützung des
       Kongresses einholten.
       
       Nachdem der Krieg bereits Anfang März begonnen hatte, sind beide Fristen
       bereits abgelaufen. Doch laut der US-Regierung habe der vorübergehende
       Waffenstillstand und die Absichtserklärung dies Fristen zurück auf null
       gesetzt. Die Demokraten kritisieren diese Auslegung.
       
       19 Jul 2026
       
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