# taz.de -- Naturschutz: Trump-Regierung weicht Artenschutzgesetz noch weiter auf
       
       > Künftig sollen wirtschaftliche Interessen und Sicherheitsfragen wichtiger
       > werden als der Schutz bedrohter Arten. Naturschützer warnen vor
       > gravierenden Folgen.
       
 (IMG) Bild: Nordeingang des Yellowstone-Nationalparks: Bei Entscheidungen über geschützten Lebensraum sollen künftig wirtschaftliche Fragen von größerem Gewicht sein
       
       afp | Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat den [1][Schutz
       gefährdeter Tier- und Pflanzenarten] noch weiter aufgeweicht. Eine Woche
       nach einer Entschärfung des Artenschutzgesetzes verkündete Washington am
       Freitag, dass zwei weitere Vorschriften gelockert werden sollen. Unter
       anderem sollten bei der Entscheidung über geschützten Lebensraum für
       bestimmte Arten künftig wirtschaftliche Fragen und Überlegungen der
       nationalen Sicherheit mehr Bedeutung bekommen.
       
       Außerdem solle die Regel abgeschafft werden, dass die Bestimmungen des
       Artenschutzgesetzes automatisch für jegliche Arten gelten, die als
       „gefährdet“ eingestuft sind, erklärte Innenminister Doug Burgum. Das
       Artenschutzgesetz sei viel zu lange „als Waffe eingesetzt worden, um fast
       jedes Projekt in Amerika zu blockieren – was die Kosten für Familien in die
       Höhe treibt, unsere Wettbewerbsfähigkeit schwächt und unsere nationale
       Sicherheit untergräbt“, führte er zur Begründung für die weitere
       Aufweichung an.
       
       Naturschutzverbände reagierten empört und erklärten, die nun verkündeten
       Änderungen würden sich für gefährdete Pflanzen und Tiere als katastrophal
       erweisen. „Dies ist schlicht eine Katastrophe für gefährdete Arten im
       ganzen Land“, sagte Noah Greenwald vom Center for Biological Diversity der
       Nachrichtenagentur AFP. Die Entscheidung sei ein weiteres Beispiel dafür,
       wie die Trump-Regierung „vor der Industrie kuscht und den Schutz unserer
       Luft, unseres Wassers, unserer Tierwelt und [2][unseres Klimas
       untergräbt]“.
       
       Konkret geht es um den sogenannten Endangered Species Act (ESA) aus dem
       Jahr 1973, der den Schutz bedrohter und gefährdeter Arten regelt. Bereits
       vor einer Woche hatte die US-Regierung eine deutliche Aufweichung des
       Gesetzes beschlossen. Dabei ging es um eine neue juristische Definition des
       Begriffs der „Schädigung“ von Tieren und Pflanzen und ihren Lebensräumen,
       wodurch die Schutzvorschriften weniger strikt wurden.
       
       Naturschützer zogen gegen diese Entscheidung umgehend vor Gericht. Dessen
       ungeachtet beschloss die Regierung nun eine weitere Aufweichung des
       Artenschutzes.
       
       18 Jul 2026
       
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