# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Siebte Nacht der gegenseitigen Attacken
> Nach erneuten nächtlichen Angriffen der USA greift Iran wiederum mehrere
> Golfstaaten an. Die Lage in der Straße von Hormus spitzt sich weiter zu.
(IMG) Bild: Handelsschiffe liegen in der Straße von Hormus vor der Küste Omans: Eine Explosion von zwei Öltankern durch Minen wurde vermeldet
afp | Iran hat am Samstag erneut mehrere Golfstaaten angegriffen. Bahrain
erklärte, eine weitere iranische Angriffswelle abgewehrt zu haben. Kuwait
meldete den Treffer auf ein zweites Kraftwerk mit angeschlossener
Meerwasserentsalzungsanlage.
Nach Angaben der iranischen Armee griffen Drohnen den von den USA genutzten
Luftwaffenstützpunkt Issa im Süden Bahrains an. Ziel seien
Flugzeugunterstände, Abstellflächen und Treibstofflager des US-Militärs
sowie mehrere Verbindungsbrücken gewesen. Der Stützpunkt sei „eines der
wichtigsten operativen und logistischen Zentren“ der USA in der Region.
Das bahrainische Innenministerium erklärte, wegen der neuen Angriffe seien
Luftschutzsirenen ausgelöst worden. Angaben zu Schäden oder Verletzten
lagen zunächst nicht vor.
In Kuwait verursachte der Angriff auf die zweite Anlage nach Angaben des
Strom- und Wasserministeriums einen Brand in einem Bestandteil des
Kraftwerks. Mehrere Produktionseinheiten seien daraufhin außer Betrieb
genommen worden. Zudem seien vorsorgliche Maßnahmen eingeleitet worden.
[1][Bereits am Freitag] waren in Kuwait eine weitere Kraftwerks- und
Meerwasserentsalzungsanlage sowie mehrere Militäreinrichtungen getroffen
worden. Dabei wurden mehrere kuwaitische Soldaten verletzt.
Die neuen iranischen Angriffe erfolgten in der siebten Nacht gegenseitiger
Attacken. Bei US-Angriffen auf die südliche iranische Provinz Hormusgan
wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna drei Menschen
getötet und acht verletzt.
## Iran meldet „Explosion“ von Öltankern in Straße von Hormus – USA
dementieren
In der [2][Straße von Hormus] scheint unterdressen die Lage immer weiter zu
eskalieren: Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Samstagmorgen,
dass sie mit einem „kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz“ vier Schiffe
gestoppt hätten. Zudem seien in der Meerenge zwei Öltanker auf Minen
aufgefahren und „explodiert“ – dies dementierte aber die US-Armee. Sie
meldete zugleich ihrerseits neue Angriffe auf militärische Ziele in Iran,
der wiederum nach eigenen Angaben erneut US-Stützpunkte in der Region
attackierte.
„In den vergangenen Stunden versuchten vier Schiffe, unter Verletzung von
Vorschriften und mit Unterstützung der terroristischen US-Armee, die Straße
von Hormus zu durchfahren“, hieß es in einer vom Staatsfernsehen
verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden. „Alle vier Schiffe wurden in
einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz gestoppt.“
Auch für die vermeldete Explosion von zwei Öltankern durch Minen machte
Teheran die USA verantwortlich: „Zwei Öltanker, die versucht haben, das
Minenfeld im Süden der Straße von Hormus zu durchqueren, nachdem sie von
US-Geheimdiensten in die Irre geführt worden waren, sind explodiert und in
Brand geraten“, hieß es in einer in Staatsmedien zitierten Erklärung der
Revolutionsgarden. Angaben zur Länderzugehörigkeit der Schiffe oder zu
möglichen Opfern wurden nicht gemacht.
Die Angaben zu den Öltankern wurden von Washington aber zurückgewiesen. In
einem kurzen Dementi des für die Region zuständigen Regionalkommandos
Centcom hieß es im Onlinedienst X: „Dies ist – wie die meisten Behauptungen
der Revolutionsgarden – falsch.“
## „Iran wird sich nicht mehr mit Gegenangriffen begnügen, und keine Grenze
wird sicher sein“
Vor den neuen gegenseitigen Angriffen hatte ein hochrangiger Militärberater
des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei mit einer Ausweitung
des Krieges gedroht. Sein Land sei bereit für eine großangelegte Offensive,
sollten die US-Angriffe noch länger als zwei oder drei Tage andauern, sagte
Mohsen Resai nach Angaben des Staatsfernsehens. „Iran wird sich nicht mehr
mit Gegenangriffen begnügen, und keine Grenze wird sicher sein.“
[3][Auch US-Präsident Donald Trump hatte vor wenigen Tagen mit einer
Ausweitung der Angriffe gedroht, falls die Verhandlungen mit Teheran über
ein endgültiges Ende des Krieges scheitern sollten.] Beide Seiten hatten
Mitte Juni ein Rahmenabkommen mit dem Ziel unterzeichnet, binnen 60 Tagen
zu einem Friedensabkommen zu kommen. Trotz der Eskalation der vergangenen
Tage dauern die Vermittlungsbemühungen an – ein Durchbruch scheint aber
derzeit nicht in Sicht.
18 Jul 2026
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