# taz.de -- Nächtliche Angriffswelle: US-Militär weitet Angriffe auf den Iran aus
> Die USA haben erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation auch den
> Norden Irans angegriffen. Iran reagierte mit Angriffen auf die
> Golfstaaten.
(IMG) Bild: Die dritte Angriffswelle innerhalb von 24 Stunden: Ein Bild des US-amerikanischen Militärs zeigt einen Angriff im Iran am 16. Juli
ap | Das US-Militär hat in der Nacht auf Donnerstag eine weitere
Angriffswelle gegen Iran gestartet. Das teilte das zuständige
Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) am Mittwochabend auf der
Plattform X mit. Es war die dritte Angriffswelle innerhalb von 24 Stunden.
Nach Angaben von Centcom richteten sich die Angriffe gegen militärische
Fähigkeiten Irans, mit denen Schiffe in der Straße von Hormus bedroht
würden. Am Donnerstagmorgen erklärte das US-Militär die nächtliche
Angriffswelle für beendet.
Die Angriffe erschütterten erstmals seit Beginn der aktuellen Kämpfe um die
[1][Kontrolle über die Straße von Hormus] auch Teile des Nordens des
Landes. Iranische Staatsmedien berichteten von Explosionen in der Umgebung
der Hauptstadt Teheran sowie von Angriffen auf die Provinz Semnan, in der
die Produktion ballistischer Raketen und das iranische Raumfahrtprogramm
angesiedelt sind. Zunächst gab es keine Angaben zu möglichen Opfern oder
Schäden.
## Angriff auf Tanker auf dem Weg zur Insel Charg
Zudem eröffnete das US-Militär das Feuer auf ein Schiff, dem es vorwarf,
die gegen die Islamische Republik verhängte Seeblockade durchbrechen zu
wollen. Man habe den unter der Flagge Curaçaos fahrenden Öltanker Belma auf
dem Weg zur Insel Charg außer Gefecht gesetzt, erklärte Centcom weiter.
Nachdem das Schiff mehrfach Warnungen ignoriert habe, habe das Militär
Hellfire-Raketen auf den Schornstein des Tankers abgefeuert und ihn dadurch
manövrierunfähig gemacht.
Auch zu zwei weiteren Handelsschiffen sei Kontakt aufgenommen worden. Diese
seien den Anweisungen jedoch nachgekommen und hätten ihren Kurs geändert.
Das US-Militär hatte am Dienstag eine Seeblockade gegen iranische Häfen
wieder in Kraft gesetzt.
## Iran startet Gegenangriffe auf Bahrain und Kuwait
Iranische Staatsmedien berichteten von Explosionen in der Umgebung der
Hauptstadt Teheran sowie von Angriffen auf die Provinz Semnan, in der die
Produktion ballistischer Raketen sowie das iranische Raumfahrtprogramm
angesiedelt sind.
Der Iran reagierte noch vor Tagesanbruch mit Raketen- und Drohnenangriffen
auf [2][Bahrain und Kuwait]. Zunächst gab es dort keine Angaben zu Schäden
oder möglichen Opfern.
Nach Angaben iranischer Behörden wurden durch die jüngsten US-Angriffe
inzwischen mehr als 35 Menschen in Iran getötet und über 300 weitere
verletzt.
## Ghalibaf: Iran auf militärische Konfrontation vorbereitet
Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher
Ghalibaf erklärte, Iran sei auf eine umfassendere militärische
Konfrontation vorbereitet, falls die USA die Bedingungen des
[3][Rahmenabkommens] nicht einhielten. Zudem drohten die iranischen
Revolutionsgarden, als Reaktion auf die Seeblockade alle Energieexporte aus
dem Nahen Osten zu stoppen. „Der Export von Öl und Gas aus der Region wird
entweder für alle möglich sein – oder für niemanden“, erklärten die
Revolutionsgarden.
## Trump: Iran zu einem Friedensabkommen bereit
Kurz nach der Mitteilung des US-Militärs am Mittwochabend erklärte
unterdessen Präsident Donald Trump, Iran sei zu einem Friedensabkommen
bereit. Nähere Einzelheiten nannte er jedoch nicht. „Ihnen gefällt nicht,
was wir tun, und sie wollen eine Einigung erzielen. Wir werden sehen, ob
wir uns mit ihnen einigen oder die Sache einfach zu Ende bringen“, sagte
der Präsident auf einer Sicherheitskonferenz am Army War College im
Bundesstaat Pennsylvania. Trump betonte, die USA stünden im Umgang mit Iran
sehr gut da, und fügte hinzu, die Islamische Republik sei „derzeit nicht
glücklich“.
## USA: Iran lässt inhaftierte US-Iranerin frei
Trump erklärte außerdem in den sozialen Medien, Teheran habe mit der
Freilassung einer US-Iranerin, die seit 2024 zu Unrecht in Iran
festgehalten worden sei, ein Zeichen des guten Willens gesetzt. Weitere
Einzelheiten nannte er zunächst nicht. Der Menschenrechtsanwalt Jared
Genser identifizierte die Freigelassene als seine Mandantin Dena Karari.
Die US-Iranerin leitet eine gemeinnützige Organisation und war in Iran
wegen Spionage angeklagt worden. Der Iran bestätigte die Freilassung
zunächst nicht. Auch Kararis Fall war bislang nicht öffentlich bekannt
gewesen.
16 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Reaktion-auf-den-Irankrieg/!6196214
(DIR) [2] /-Nachrichten-im-Nahostkrieg-/!6191433
(DIR) [3] /Neue-Angriffe-zwischen-USA-und-Iran/!6194358
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) US-Außenpolitik
(DIR) Bahrain
(DIR) Kuwait
(DIR) Schwerpunkt Iran
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Wildtiere
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Siebte Nacht der gegenseitigen Attacken
Nach erneuten nächtlichen Angriffen der USA greift Iran wiederum mehrere
Golfstaaten an. Die Lage in der Straße von Hormus spitzt sich weiter zu.
(DIR) USA vor den Midterm-Wahlen: Trump verbreitet ein neues Verschwörungsmärchen
Der US-Präsident sät in einer Rede Zweifel am Wahlsystem seines Landes und
wirft China angebliche Manipulation vor. Seine Motive sind durchsichtig.
(DIR) +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Irans Revolutionsgarden greifen Militärbasis in Syrien an
Das US-Militär greift wichtige Brücken im Süden Irans an. Das Mullah-Regime
wiederum attackiert Ziele in der gesamten Golfregion und darüber hinaus.
Ein Video der iranischen Nachrichtenagentur propagiert die Ermordung
Trumps.
(DIR) Deutschlands Rolle im Irankrieg: Vorbild Spanien
Deutschland könnte mehr tun, um Trump in die Schranken zu weisen. Kanzler
Merz muss ein Machtwort sprechen und den USA die Überflugsrechte verwehren.
(DIR) Blockade im US-Kongress: Zartes Zeichen des Widerstands
Die Demokraten blockieren den Verteidigungshaushalt, weil Trump die
Waffenruhe mit Iran für beendet erklärt hat – ohne den Kongress zu
beteiligen.
(DIR) Natur im Fadenkreuz: Krieg und Wirtschaftskrise setzen iranischen Wildtieren zu
Der Krieg in Iran ist auch für die Natur eine Katastrophe: Vom Aussterben
bedrohte Arten geraten durch Explosionen und Ölverschmutzungen zusätzlich
unter Druck.