# taz.de -- Folgen der Klimakrise: Niederlande ringen ums Wasser
       
       > In den Niederlanden verschärft sich die Wasserknappheit. Nun greift der
       > Staat ein. Sicherheit und Trinkwasserversorgung sollen gesichert bleiben.
       
 (IMG) Bild: Aufgrund des warmen Wetters herrscht in den Niederlanden anhaltende Dürre, Hausboote in Nijmegen im Juli 2026
       
       Wegen der anhaltenden [1][Trockenheit] greifen die Niederlande zu
       einschneidenden Maßnahmen: Seit Freitag wird der Wasserverbrauch reguliert.
       Die nationale Wasserbehörde Rijkswaterstaat rief zuvor einen „faktischen
       [2][Wassermangel]“ aus. Im dreistufigen Krisen-Modus gilt nun die mittlere
       von drei Warnstufen, hieß es unter Berufung auf das Nationale
       Wassermanagement-Zentrum in Lelystad. Beschlossen hat die Warnstufe die
       dortige Kommission zur Wasserverteilung (LCW).
       
       Normalerweise bekommt die niederländische Bevölkerung weder von Existenz
       noch Vorgehensweise dieser Behörden etwas mit. In diesem Jahr jedoch trat
       die LCW schon zum 1. Juli auf den Plan und rief die niedrigste Warnstufe,
       „drohender Wassermangel“, aus. Die höchste Stufe, „Krise“ genannt, galt
       zuletzt 2003, die mittlere im August 2022. Harold van Waveren, Vorsitzender
       des LCW, verglich die Lage kürzlich mit dem Rekord-Sommer von 1976. Sowohl
       Pegelstände der Flüsse als auch der fehlende Niederschlag seien auf einem
       Niveau, das einmal in 20 Jahren erreicht werde.
       
       Wie Rijkswaterstaat am Donnerstag bekanntgab, werden nun „zusätzliche
       Maßnahmen eingeleitet, um das zur Verfügung stehende Wasser möglichst gut
       zu verteilen“. Die Trinkwasserversorgung sei davon nicht betroffen, hieß es
       in einer Mitteilung. Wohl aber werde „von Region zu Region geschaut, was
       nötig ist“. Beispiele seien die Regulierung der Pegelstände der Rheinarme
       durch Stauwehre und das Vorbereiten von Notfallpumpen. Grundsätzlich gilt:
       Sicherheit und Zugang zu Trinkwasser gehen vor. Konkret bedeutet das, dass
       etwa Sperrwerke und Deiche, die durch Trockenheit Risse bekommen können,
       Priorität haben.
       
       Ein weiterer zentraler Aspekt ist, in trockenen Gebieten die drohende
       Versalzung zu verhindern und Trinkwasservorrat und den Bedarf der
       Landwirtschaft zu sichern. Schleusen, über die salziges Wasser in Flüsse
       dringen kann, sollen seltener geöffnet werden, was für Schiffe zu längeren
       Wartezeiten führt. Mithilfe des Stauwerks in Hagestein bei Utrecht soll
       zusätzliches Süßwasser über den Lek in die westlichen Landesteile gelangen.
       Ein spezieller ‚Trockenheitsmonitor‘ gibt einen aktuellen Überblick. Am 21.
       Juli soll die Situation erneut evaluiert werden.
       
       ## Das Problem: Trockenheit
       
       Mit einer Verbesserung rechnet die Behörde, die dem Ministerium für
       Infrastruktur und Wasserwirtschaft unterstellt ist, allerdings nicht. Das
       Kernproblem – kaum Niederschlag und zu wenig Wasser, das über die Flüsse
       ins Land strömt, bei gleichzeitigem erhöhtem Wasserbedarf durch Trockenheit
       und Wärme – hält sich seit Wochen. In der südöstlichen, an
       Nordrhein-Westfalen grenzenden Provinz Limburg hat die Wasserbehörde
       deswegen die höchste Warnstufe ausgerufen.
       
       Seit Freitag darf nun Bächen kein Wasser mehr entzogen werden, was die
       Landwirtschaft vor Probleme stellt. Wasser aus Flüssen zum Bewässern von
       Gärten oder Sportplätzen zu benutzen, ist schon seit Anfang Juli verboten.
       In Teilen der benachbarten Provinz Noord-Brabant sieht es ähnlich aus. In
       mehreren Regionen im Osten des Landes drohen Bäche zu versiegen.
       
       17 Jul 2026
       
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 (DIR) Tobias Müller
       
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