# taz.de -- Rundgang an der UdK Berlin eingeschränkt: Kürzungen statt Kunst
> Der jährliche Rundgang der UdK Berlin wird durch strenge Auflagen
> eingeschränkt. Der Frust der Studierenden wird dadurch nur noch
> verstärkt.
(IMG) Bild: Protest gegen Sparkurs: Mit der Verhüllung der Fassade der UdK protestierten Studenten im letzten Jahr gegen Sparmaßnahmen
Am Freitag startet der Rundgang an der Universität der Künste Berlin. Bis
Sonntag haben Besucher:innen Zeit, sich die Arbeiten der Studierenden
anzuschauen und die verschiedenen Standorte der Universität zu erkunden.
Traditionell mündet der Rundgang in eine Party mit Liveacts, Musik und
Getränken im Hof der Hardenbergstraße 33. Dieses Jahr macht die UdK ihren
Studierenden jedoch einen Strich durch die Rechnung: Um 22 Uhr soll die
Veranstaltung enden.
Grund dafür seien fehlende finanzielle Ressourcen, um benötigtes
Sicherheitspersonal zur Verfügung zu stellen. Studierende, die bereits
unter den Kürzungen leiden, gibt der Eingriff in den Rundgang den Rest. „Es
herrscht ein Klima des Misstrauens zwischen den Studierenden und der
Leitung an der Uni“, sagt Alvar. Er studiert an der Fakultät Kunst der UdK.
„Die Probleme, die durch Kürzungen entstehen, baden wir als Studierende
aus.“
Die Kürzungen haben zu Folge, dass Lehr- und Tutorstellen gestrichen oder
halbiert, Klassen zusammengelegt und mehrere Masterstudiengänge abgeschafft
werden. Die Nutzung der Werkstätten, die für die Kunstschaffenden
unerlässlich ist, werde auch immer stärker eingeschränkt. „Natürlich kann
das Präsidium kein Geld zaubern“, sagt Momo, ebenfalls Studentin an der
Fakultät Kunst. Aber die UdK hätte gegen die Kürzungen klagen können. Es
gebe diverse Gutachten, die die Kürzungen des Senats als nicht rechtens
erachteten.
„Dieses Jahr ist der Frust bei uns groß geworden“, sagt Alvar. Zunehmende
Einschränkungen würden auch durch verstärkte Bürokratisierung vorgenommen.
Diese zeigten sich auch im diesjährigen Rundgang: Die studentischen Bars
müssten nun auch eine Schanklizenz beim Ordnungsamt beantragen und ihre
Einnahmen steuerrechtlich angeben, ohne inhaltliche oder finanzielle,
universitäre Unterstützung.
## Kürzungen sind nicht die einzigen Einschränkungen
Auch politisch würden die Studierenden eingeschränkt, sagt Alvar. Erst
letztes Jahr habe ein Stand der Initiative Organisierte Gruppe gegen rechts
an der UdK beim Rundgang das Wort „Antifa“ benutzen wollen. Die Universität
habe sich quergestellt. Politische Banner und Transparente sollen jetzt gar
nicht mehr in der Universität angebracht werden dürfen. Auch seien
politische Veranstaltungen nur nach vorheriger Anmeldung erlaubt. Bei
Regelbruch drohe den Studierenden die Schließung des Hauses während des
Rundgangs.
„Das geht auch anders“, sagt Momo. An der Kunsthochschule Weißensee zum
Beispiel habe es beim Rundgang am vergangenen Wochenende neben Kunst auch
Party, Ausschank und politische Banner gegeben – ohne Repressionen.
Mit einem Streik wollen Studierende des Medienhauses der UdK gegen die
Kürzungen protestieren. Am Eröffnungstag des Rundgangs schließen sie dafür
um 18 Uhr ihre Ausstellungsräume. Stattdessen soll es im Garten des
Medienhauses ein Protestprogramm geben, das an fünf weiteren Orten in
verschiedenen Gebäuden der UdK als Stream übertragen wird.
Studierende, Alumni, Dozierende, Professor*innen und
Politiker*innen sollen dabei die Situation vor Ort einordnen. Auch
Präsident Markus Hilgert wurde eingeladen, sich in einem Q&A den Fragen der
Studierenden zu stellen. „Der Rundgang ist das Herzstück des Unilebens“,
sagt Alvar. „Er ermöglicht Sichtbarkeit, da er sehr gut besucht ist.“ Wenn
es Protestaktionen geben würde, die den Zugang zu den Ateliers
beschränkten, wäre das zwar von Nachteil für die Studierenden. Aber es wäre
auch ein klares Zeichen: Die Studierenden meinen es wirklich ernst.
16 Jul 2026
## AUTOREN
(DIR) Ann Toma-Toader
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