# taz.de -- +++Nachrichten im Irankrieg+++: Trump kündigt erneute Blockade iranischer Häfen an
       
       > Sicherheitspolitiker warnen vor iranischen Anschlägen in Deutschland. Der
       > US-Präsident hat eine weitere Blockade in der Straße von Hormus
       > angekündigt.
       
 (IMG) Bild: Zwei Männer waten durch das Wasser der Straße von Hormus, während im Hintergrund Schiffe vor Anker liegen
       
       ## US-Präsident kündigt Blockade in der Straße von Hormus an
       
       US-Präsident Donald Trump hat eine neuerliche Blockade gegen den Iran in
       der Straße von Hormus angekündigt. Die US-Seite werde für die sichere
       Durchfahrt von Schiffen Gebühren erheben, teilte Trump am Montag in den
       sozialen Medien mit. Allen anderen Ländern soll ein „fairer und offener“
       Zugang zur Meerenge möglich sein, teilte er auf seiner Plattform Truth
       Social mit.
       
       Zugleich kündigte Trump an, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt
       der Meerenge aus „Fairnessgründen“ Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des
       Frachtwertes für sich beanspruchen. Dies solle die Kosten, die im Zuge der
       Sicherstellung der Passage anfallen, kompensieren. Der Prozess und die
       Umsetzung würden umgehend beginnen, schrieb er weiter. Weitere Details
       blieben offen, etwa wer genau für den Beitrag aufkommen soll.
       
       Im Zuge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran hatte die
       Islamische Republik Anfang März die wichtige Meerenge durch Drohungen und
       Angriffe für den Schiffsverkehr weitestgehend unpassierbar gemacht. Die USA
       reagierten im Verlauf mit einer eigenen Seeblockade für Schiffe, die
       iranische Häfen anliefen oder verlassen sollten. Im Zuge des
       Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern hob Washington seine Blockade
       Mitte Juni auf.
       
       In der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran sagte Teheran zudem zu,
       sich „nach besten Kräften“ um eine sichere und für 60 Tage gebührenfreie
       Passage von Handelsschiffen durch die Meerenge zu bemühen. Allerdings kam
       es jüngst erneut zu mehreren dem Iran zugeschriebenen Angriffen auf Schiffe
       in der Meerenge, auf die die USA wiederum mit Angriffen auf den Iran
       reagierten.
       
       Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) teilten am Wochenende mit, dass die
       Meerenge bis auf weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe
       in der Region geschlossen bleibe. Die Durchfahrt sei verboten. Trump
       widersprach dem. Auch jetzt schrieb er in seinem Post, die Straße von
       Hormus sei „offen und wird offen bleiben, mit oder ohne Iran“.
       
       In der Folge der jüngsten Angriffe war die Schifffahrt durch die Straße von
       Hormus in den vergangenen Tagen erneut drastisch zurückgegangen. Laut Daten
       des Anbieters Kpler passierten am Sonntag lediglich 14 Schiffe die Meerenge
       – der niedrigste Wert in diesem Monat. Vor Kriegsbeginn durchquerten im
       Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormus. (dpa/ap)
       
       ## Sicherheitspolitiker warnen vor Anschlägen in Deutschland
       
       Politiker von Union, SPD und Grünen warnen angesichts eines Racheaufrufs
       gegen westliche Politiker in einer iranischen Tageszeitung vor Anschlägen
       in Deutschland. „Ich gehe davon aus, dass das Terrorregime bereits seit
       geraumer Zeit gezielte Tötungen und Terroranschläge im Westen und auch in
       Deutschland plant und vorbereitet“, sagte CDU-Politiker Roderich
       Kiesewetter dem „Handelsblatt“. „Das Mullah-Regime versucht sich durch
       radikale Ideologie und durch Terror nach innen und außen zu stabilisieren.“
       
       Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des
       Bundestags, Marc Henrichmann (CDU). „Wir müssen davon ausgehen, dass Irans
       Geheimdienste auch mit Angriffen in Europa tätig werden“, sagte er dem
       Medium. Im Fokus der Sicherheitsbehörden stünden dabei sogenannte
       Wegwerfagenten, die für einzelne Aufträge eingesetzt würden.
       
       Die auflagenstarke Tageszeitung „Hamshahri“ hatte eine Grafik mit
       Vergeltungsaufrufen gegen Politiker aus dem Westen veröffentlicht, darunter
       auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Eine Liste derjenigen, die auf
       die Vergeltung des iranischen Volkes warten müssen“, betitelte die Zeitung
       den Beitrag. Die Reaktionen auf die Infografik dürften auch im Iran für
       Wirbel gesorgt haben. Am Montag war der Artikel online nicht mehr
       verfügbar.
       
       Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer sagte in Berlin, man
       habe die Meldung zur Kenntnis genommen, kommentiere sie aber nicht. (dpa)
       
       ## Mehrere Länder verurteilen Angriffe Irans
       
       Deutschland, Frankreich und Großbritannien verurteilen „die ruchlosen
       Angriffe Irans auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und auf
       Länder in der Region, darunter Katar, Kuwait, Oman und Jordanien“. In einer
       Erklärung der E3 genannten europäischen Staaten heißt es weiter: „Die
       Achtung der Souveränität über Küstenmeere sowie die Freiheit der
       Schifffahrt sind grundlegende Prinzipien des Völkerrechts.“ Zugleich
       fordern die drei Staaten „Wiederherstellung des Waffenstillstands und die
       Wiederaufnahme der Verhandlungen“ zwischen den USA und dem Iran. (rtr)
       
       ## Iranische „Todesliste“ mit Merz
       
       Eine iranische „Vergeltungsliste“ mit unter anderem Bundeskanzler Friedrich
       Merz (CDU) alarmiert deutsche Sicherheitspolitiker. Der Vorsitzende des
       Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU),
       warnte vor möglichen Attacken iranischer Nachrichtendienste in Deutschland.
       „Wir müssen davon ausgehen, dass Irans Geheimdienste auch mit Angriffen in
       Europa tätig werden“, sagte Henrichmann dem „Handelsblatt“ laut Mitteilung
       vom Montag. Ähnlich äußerten sich Politiker von SPD und Grünen.
       
       Die iranische Tageszeitung „Hamshahri“ hatte am Samstag eine Liste mit 13
       westlichen Politikern veröffentlicht, die für den Tod des früheren
       geistlichen Führers Ali Chamenei „bezahlen“ sollen, unter ihnen
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Auf einem Schaubild auf der Website der
       Zeitung waren neben Merz auch US-Präsident Donald Trump, Israels
       Regierungschef Benjamin Netanjahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron,
       Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und der scheidende britische
       Premierminister Keir Starmer zu sehen.
       
       Die Porträts von Trump und Netanjahu sind mit Fadenkreuzen versehen. In der
       gedruckten Sonntagsausgabe der Zeitung erschien die Grafik jedoch nicht.
       
       Mit dem Schaubild griff „Hamshahri“ Äußerungen von Irans neuem obersten
       Führer, Modschtaba Chamenei, auf. Dieser hatte am Samstag in einer ihm
       zugeschriebenen schriftlichen Botschaft „Vergeltung“ für den Tod seines
       Vaters angekündigt. Ali Chamenei war am 28. Februar bei einem
       US-israelischen Angriff getötet worden. (afp)
       
       ## UK will iranische Revolutionsgarden de facto verbieten
       
       Die britische Regierung will die iranischen Revolutionsgarden und eine
       weitere, mit dem Iran in Verbindung stehende Gruppe als Gefahr für die
       nationale Sicherheit einstufen und damit de facto verbieten. „Wer diese
       Gruppen unterstützt oder ihnen hilft, muss künftig mit einer Haftstrafe von
       bis zu 14 Jahren rechnen“, erklärte Premierminister Keir Starmer zu dem
       entsprechenden Gesetzentwurf, der in dieser Woche ins Parlament eingebracht
       werden soll.
       
       Die Revolutionsgarden sind eine Art ideologisch geprägte Armee neben dem
       regulären iranischen Militär. Die Truppe gilt als besonders loyal zur
       geistlichen Führung und soll die Islamische Republik gegen alle Angriffe
       aus dem In- und Ausland verteidigen. Im Krieg mit den USA und Israel werden
       die meisten iranischen Attacken auf Golfstaaten den Revolutionsgarden
       zugeschrieben. Die EU hatte die Revolutionsgarden Anfang des Jahres
       verboten.
       
       Neben den Revolutionsgarden will die britische Regierung auch die Gruppe
       Islamic Movement of Companions of the Right (IMCR) als Bedrohung für die
       nationale Sicherheit einstufen. Die mit dem Iran verbundene Gruppe hatte
       sich zuletzt zu mehreren Angriffen auf jüdische Einrichtungen in
       Großbritannien bekannt. Ihre Aktivitäten gingen „mit Bedrohungen für Leib
       und Leben“ einher, erklärte das britische Innenministerium.
       
       Mit der geplanten Einstufung sollen die britischen Behörden einfacher gegen
       die beiden Organisationen vorgehen können. Dieser Schritt stärke die
       Fähigkeit der Regierung, Bedrohungen durch ausländische Mächte
       entgegenzuwirken, darunter „Spionage, ausländische Einmischung in unsere
       Demokratie, Sabotage und physische Angriffe“, teilte das Innenministerium
       mit.
       
       In Großbritannien werden seit Monaten Synagogen, Rettungsfahrzeuge
       jüdischer Organisationen und andere jüdische Einrichtungen attackiert. Das
       IMCR hat sich zu mehreren dieser Angriffe bekannt. Teheran setze auf
       „Stellvertreter und Schläger“, um seine „schmutzige Arbeit auf unserem
       Boden zu verrichten“, erklärte das Innenministerium. Nach seinen Angaben
       sollen hinter dem IMCR die Al-Kuds-Brigaden stehen, die innerhalb der
       Revolutionsgarden für Auslandseinsätze zuständig sind. (afp)
       
       ## Flughafen in Jemen unter Beschuss
       
       Im Bürgerkriegsland Jemen hat das Militär nach eigenen Angaben die
       Landebahn des internationalen Flughafens in der Hauptstadt Sanaa unter
       Beschuss genommen, um die Landung eines iranischen Flugzeugs zu verhindern.
       Die Streitkräfte hätten die Start- und Landebahn attackiert, teilt das
       Verteidigungsministerium mit. Sanaa wird von den mit dem Iran verbündeten
       Huthi-Rebellen kontrolliert. Die international anerkannte Regierung, die
       von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten unterstützt wird, hat ihren Sitz
       in Aden im Süden des Landes. (rtr)
       
       ## US-Militär erklärt Angriffe für beendet
       
       Das US-Militär hat seine nächtlichen Attacken auf Ziele im Iran nach
       mehreren Stunden für beendet erklärt. Die Angriffswelle sei vorbei und habe
       Dutzende Zielobjekte mit Präzisionsmunition getroffen, teilte das
       zuständige US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen deutscher Zeit auf
       der Onlineplattform X mit. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen,
       Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört
       worden, um Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr
       durch die Straße von Hormus zu erschweren.
       
       Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten
       in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Neben Kampfflugzeugen und
       Flugdrohnen wurden diesmal laut Centcom auch erstmals schwimmende Drohnen
       eingesetzt. Dazu veröffentlichte das Militär ein Video, auf dem von einem
       Flugzeugträger abhebende Kampfjets sowie Marschflugkörper zu sehen sind,
       die von einem oder mehreren Kriegsschiffen abgefeuert werden. Außerdem
       sollen die Aufnahmen offensichtlich den Einschlag mehrerer Geschosse am
       Zielort zeigen. Die Angaben der US-Armee ließen sich nicht unabhängig
       überprüfen.
       
       Die Straße von Hormus habe essenzielle Bedeutung für den weltweiten Handel
       und werde nicht von Iran kontrolliert, betonte Centcom. Die US-Streitkräfte
       stünden bereit, um die Freiheit des zivilen Schiffsverkehrs zu verteidigen
       – auch gegen „die ungerechtfertigte Aggression Irans, seine Schikane,
       Drohungen und willkürlichen Verlautbarungen“.
       
       UN-Generalsekretär António Guterres hatte sich nach Beginn der jüngsten
       Angriffswelle besorgt über die „erhebliche Eskalation“ gezeigt. Eine
       Rückkehr zu umfassenden Kampfhandlungen hätte katastrophale Folgen für die
       Sicherheit der Region und die Weltwirtschaft, warnte er auf X. „Ich rufe
       Iran und die USA nachdrücklich auf, die Verhandlungen unverzüglich wieder
       aufzunehmen und offene Fragen auf diplomatischem Wege zu lösen.“ (dpa)
       
       ## Iran greift US-Militärziele an
       
       Die iranischen Revolutionsgarden haben ihrerseits nach Angaben von
       Staatsmedien US-Militärziele und -stützpunkte in Jordanien, Kuwait und
       Bahrain angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna zitierte am
       Montag mehrere Erklärungen der Revolutionsgarden, wonach die
       Revolutionsgarden einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, ein
       US-Drohnenkommandozentrum in Bahrain und Stützpunkte in Kuwait angegriffen
       hätten. (afp)
       
       ## Ölpreise ziehen an
       
       [1][Die ‌Sorge vor ‌einer Gefährdung der Energielieferungen durch die
       Straße von Hormus hat die Ölpreise am Montag in die Höhe getrieben.] Ein
       Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,08 Prozent auf
       78,35 Dollar. Der Preis für ‌US-Leichtöl WTI stieg um 3,09 Prozent auf
       73,62 Dollar.
       
       [2][Am Wochenende hatte Teheran seine Angriffe auf Katar und die
       Vereinigten Arabischen Emirate ausgeweitet, während die USA weitere Schläge
       gegen Iran flogen.] US-Präsident Donald Trump sagte am Sonntag, die Straße
       von Hormus sei für den kommerziellen Verkehr geöffnet. Iran hatte jedoch
       erklärt, die Meerenge geschlossen zu haben, nachdem ein Schiff auf einer
       nicht genehmigten Route unterwegs war und getroffen ‌wurde. Am Sonntag
       durchfuhren nach Daten des Schiffsverfolgungsdienstes Kpler nur sechs
       Schiffe die Meerenge, die niedrigste Zahl seit fünf Wochen.
       
       Die eskalierenden Angriffe stellen die Zukunft ⁠eines im vergangenen Monat
       unterzeichneten vorläufigen Abkommens zwischen den USA und Iran infrage.
       „Die Hoffnung auf eine relativ schnelle Lösung der jüngsten Gefechte könnte
       nach der Eskalation am ‌Wochenende in ‌Zweifel geraten“, schrieben die
       Analysten der ANZ in ⁠einer Mitteilung. [3][Der Marktanalyst Tony Sycamore
       von IG sagte, der relativ verhaltene Anstieg der Ölpreise deute darauf hin,
       ‌dass der Markt die derzeitige ‌Zuspitzung als Eskalation innerhalb einer
       brüchigen Waffenruhe und nicht als vollständigen Zusammenbruch des
       Waffenstillstands betrachte.] (rtr)
       
       13 Jul 2026
       
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