# taz.de -- Zölle als Grund: Hersteller holen Pkw-Produktion in die EU zurück
> 2024 hat die EU Zölle auf E-Autos aus China verhängt. Eine Studie zeigt:
> Vor allem westliche Hersteller verlagern die Produktion seither nach
> Europa.
(IMG) Bild: Ein Mitarbeiter in einer Opel-Fabrik, in der E-Autos gefertigt werden
dpa | Seit der Einführung von EU-Zöllen auf [1][Elektroautos] aus China
produzieren westliche Hersteller einer Studie zufolge ihre E-Autos wieder
verstärkt in Europa. Demnach sank der Anteil von in Europa verkauften „Made
in China“-Batteriefahrzeugen westlicher Autobauer am gesamten E-Auto-Absatz
zwischen 2024 und dem ersten Quartal dieses Jahres von 38 auf 23 Prozent.
Das geht aus einer Untersuchung des europäischen Verkehrsverbands T&E
hervor. Die Zahlen basieren demnach auf Produktions- und Verkaufsdaten des
Anbieters GlobalData. Die untersuchten westlichen Marken sind BMW, Dacia,
Volvo, Smart und Tesla. So sank etwa der Anteil von in China produzierten
Tesla-Fahrzeugen am Elektro-Gesamtmarkt in Europa im Vergleichszeitraum von
23 auf 19 Prozent.
Die Einfuhr von E-Autos chinesischer Hersteller konnten die Zölle demnach
hingegen kaum eindämmen. Insbesondere die Autobauer BYD und Geely hätten
ihre Importe nach Europa trotz der Einführung der Zölle seit 2024 deutlich
steigern können. Das liege vor allem an der hohen Überproduktion dieser
Unternehmen in China, heißt es in der Untersuchung des Verbands.
Ausnahme bilde das Unternehmen Saic, dessen Absatzzahlen in Europa seit
2024 stark zurückgegangen seien. T&E zufolge liegt das daran, dass für
E-Autos von Saic fast doppelt so hohe Zölle anfallen wie für Fahrzeuge von
BYD oder Geely.
## Unterschiedliche Zölle für Hersteller
Das wiederum hat damit zu tun, dass die EU in einer Untersuchung zu dem
Schluss kam, dass Saic in größerem Umfang von staatlichen Subventionen in
der Wertschöpfungskette profitiere als die Wettbewerber.
Dennoch verlagerten dem Verband zufolge auch chinesische Hersteller einen
größeren Teil ihrer E-Auto-Produktion nach Europa. Seit der EU-Untersuchung
zu den Subventionen im Jahr 2023 seien zehn geplante Produktionsstätten auf
dem Kontinent bekannt geworden, teilte T&E mit. Zudem setzten die
chinesischen Hersteller bei den Exporten aus China vermehrt auf
Plug-in-Hybride (PHEV). „Chinesische Marken halten nun einen Anteil von 13
Prozent am PHEV-Markt der EU, gegenüber 3 Prozent im Jahr 2024“, hieß es.
Die Ergebnisse von T&E decken sich im Grundsatz mit den Produktionsdaten
des Verbands der Automobilindustrie (VDA) in Deutschland. Demnach stieg die
Produktion reiner Elektroautos (BEV) innerhalb Deutschlands im vergangenen
Jahr um 15 Prozent auf 1,22 Millionen Einheiten – bei gleichzeitig
einbrechendem Absatz. Ob das an der Verlagerung von Produktionskapazitäten
aus China liegt, geht aus den VDA-Daten indes nicht hervor.
13 Jul 2026
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