# taz.de -- DFB: Wer braucht schon Meister!
> Die ersehnte Regionalliga-Reform im Fußball ist wegen Uneinigkeit
> gescheitert. Der Protest der Fans ist berechtigt.
(IMG) Bild: Bislang unwirksame Proteste: Fans von Lok Leipzig beim Aufstiegsspiel in Würzburg, Juni 2026
Meister müssen aufsteigen. Da sind sich vermutlich alle Fußballfans einig.
Selbst die, die sonst dem sächsischen Regionalligisten mit rechtslastiger
Fanszene Lok Leipzig wirklich nichts gönnen. [1][Ein Fluch scheint auf dem
Verein zu liegen]; dreimal ist er in der Regionalliga Nordost schon Meister
geworden. Aufgestiegen ist er – trotz Lizenz für die 3. Liga – jedoch
nicht.
Der Grund ist die unfaire Aufstiegsregel in die 3. Liga und damit in den
Profibereich. Es ist nämlich so, dass es zwar fünf Regionalliga-Staffeln
gibt – und damit auch fünf Meister –, dafür aber nur vier Mannschaften pro
Saison [2][vom Profi- in den Amateurbereich absteigen]. Das heißt: Es
bleibt immer ein Meister übrig, der nicht aufsteigt. Es wird noch unfairer:
Es ist nicht einmal so, dass etwa die fünf Regionalliga-Meister in einem
fairen Wettkampf, einer Art Playoff-Turnier, um die vier Plätze kämpfen
(alternativer Vorschlag von meiner Seite).
Nein. Stattdessen dürfen die Meister zweier Staffeln (Südwest und die West)
aus dubiosen Einzugsgebietsgründen immer automatisch aufsteigen. Während
bei den anderen jährlich rotiert wird: Einer steigt direkt auf, die anderen
beiden spielen um den verbleibenden Platz in der 3. Liga. Das führt neben
Planungsschwierigkeiten übrigens auch dazu, dass übermäßig viele Klubs in
der 3. Liga aus dem Westen der Republik kommen. Wer hätte das gedacht?!
Nun schien man sich endlich so weit einig, dass spätestens zur Saison
2028/29 ein gerechteres Modell her muss. Es wurden Arbeitsgruppen gegründet
und Modelle ausgearbeitet.
## Der Unmut bleibt bestehen
Das Ergebnis: keins. Während die Klubverantwortlichen in West, Nord und
Nordost für das „Kompassmodell“ stimmten, das eine Reduzierung auf vier
Staffeln vorsieht, wollten die im Südwesten das „Regionenmodell“. Dieses
würde nämlich bedeuten, dass, surprise, die eigene Staffel bestehen bleibt
und dafür Nord, Nordost und Bayern zu zwei Staffeln verschmolzen werden.
Und in Bayern? Da wollte man wieder eine ganz andere Lösung. Fazit: Die
Reform ist gescheitert. Der Unmut bleibt bestehen. Jedenfalls im Norden,
Nordosten und Bayern.
Die Fans der Regionalliga Nordost kündigen zu Recht Proteste an. Der Ball
soll in der ersten Spielminute aller Partien der neuen Saison ruhen. Ob das
viel bringt? Unwahrscheinlich. Der DFB verspricht derweil erneute
Gespräche. Und langsam fragt man sich: So schwer kann das alles doch nicht
sein? Oder ist man sich doch nicht so einig, dass die Aufstiegsregel unfair
ist? Weil man die Nord- und Ostvereine doch nicht so wichtig findet, wie
behauptet? Das wäre doch wirklich eine miese Unterstellung.
Für Lok Leipzig gibt es immerhin eine gute Nachricht: Diese Saison steigt
der Nordost-Meister direkt auf. Sie müssen also nur noch ein viertes Mal
Meister werden, um aufzusteigen.
24 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ruth Lang Fuentes
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