# taz.de -- Klimabewegung fordert Rücktritt: Es reicht mit Reiche
> Weil sie Klimaschutz verunmögliche, fordert Fridays for Future die
> Wirtschaftsministerin auf, ihr Amt niederzulegen. Unterstützung kommt aus
> der Pflege- und Heizungsbranche.
(IMG) Bild: Nah an Wirtschaft, weit weg vom Klimaschutz: Wirtschaftsministerin Reiche beim Tag der Industrie des BDI
Die Klimabewegung Fridays for Future fordert den Rücktritt von
[1][Wirtschaftsministerin Katherina Reiche]. Dabei erhält sie
Unterstützung: Am Mittwoch stellten sich Vertreter*innen aus
Heizungsbranche und Gesundheitsbereich hinter die Forderung. Carla
Reemtsma, Sprecherin von Fridays for Future Deutschland, begründet den
Vorstoß damit, dass Reiche immer wieder die Interessen der fossilen
Industrie unterstütze. Das mache sie aus ihrer Sicht „zu einer Person, die
in dieser gesamten Koalition Klimaschutz verhindert und verunmöglicht“.
Die Klimaaktivistin kritisiert insbesondere den [2][geplanten Ausbau von
Gaskraftwerken] sowie die vorgesehenen Änderungen am Heizungsgesetz.
Dadurch werde eine „riesige neue fossile Abhängigkeit“ geschaffen und der
Ausstoß von Treibhausgasen nicht in dem notwendigen Tempo gesenkt.
[3][Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz] (GModG) will die
Bundesregierung zentrale Vorgaben des Heizungsgesetzes der Ampelregierung
zurücknehmen. Dazu gehört vor allem, das geplante Ende des Betriebs
fossiler Gas- und Ölheizungen bis 2045 aufzuheben und deren Nutzung
dauerhaft zu ermöglichen.
Neue fossile Heizungen sollen künftig bestimmte Vorgaben erfüllen: Sie
müssen schrittweise einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe
verwenden. Vorgesehen ist eine steigende Beimischung etwa von Biomethan
oder synthetischen Kraftstoffen – wie genau diese Mengen verfügbar werden
sollen, ist jedoch offen.
## Immer mehr Notfallpatient*innen
Reemtsma warnt, dass die Pläne dazu beitragen könnten, dass Extremwetter
wie die jüngste Hitzewelle künftig häufiger und intensiver auftreten.
„Menschen zu schützen und dafür zu sorgen, dass unsere Infrastruktur nicht
weiter kaputtgeht, bedeutet eben auch, Emissionen zu reduzieren“, sagt die
Aktivistin.
Klimawissenschaftlerin Friederike Otto hebt hervor, dass die jüngste
Hitzewelle nur durch den menschengemachten Klimawandel so heiß ausfallen
konnte. „Diese zwei Grad oder drei Grad, die können den Unterschied für
ganz viele Menschen zwischen Leben und Tod ausmachen“, sagt die Forscherin
vom Imperial College London.
Das weiß auch Anja Vogt, Intensivpflegerin im Vivantes Krankenhaus
Neukölln. Fehlende Klimatisierung, überhitzte Räume und chronische
Unterfinanzierung führten zu schwierigen Arbeitsbedingungen für
Beschäftigte. Zudem würden bei [4][extrem hohen Temperaturen häufiger
Notfallpatient*innnen eingeliefert werden]: „Die kommen, weil sie
überhitzt sind, weil sie zu wenig getrunken haben, und liegen dann in
Zimmern, die genauso heiß sind wie ihre Wohnungen, aus denen sie
wahrscheinlich kommen.“
## Heizungsinstallateur beklagt Unsicherheit
Die geplanten Veränderungen im Heizungsgesetz kritisiert der
Heizungsinstallateur Michael Hoppe scharf. Es gebe keinen Grund, das
bestehende Gebäudemodernisierungsgesetz zu ändern, da es der Branche
erstmals einen langfristigen Fahrplan für den Umgang mit Heizungen und
Gebäuden gegeben hätte. [5][Die mit Strom betriebenen Wärmepumpen] seien
eine bewährte Technologie und in der Gesellschaft zunehmend akzeptiert.
Doch dafür soll nun die Förderung gekürzt werden.
„Wir wissen, wohin die Reise gehen muss, und rennen mit aller Gewalt in die
andere Richtung“, moniert Hoppe. Die andauernde Diskussion über Änderungen
im Heizungsgesetz habe zu einer „riesengroßen Verunsicherung“ am Markt
geführt. Die Wärmewende müsse aus seiner Sicht mit erneuerbaren Energien
vorangetrieben werden – auch, um Deutschland unabhängiger von fossilen
Energiequellen zu machen.
9 Jul 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Charlotte Gabel
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