# taz.de -- Vor dem Nato-Gipfel: Spanien bleibt beim Nein
       
       > Spanien wird die Ausgaben für Verteidigung nicht erhöhen. Auch wenn der
       > Druck aus der Nato steigt. Madrid setzt auf die eigene Rüstungsindustrie.
       
 (IMG) Bild: Spanien hat – so das Verteidigungsministerium – rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz
       
       Nein ist Nein. Daran lassen der sozialistische Ministerpräsident Pedro
       Sánchez und seine Verteidigungsministerin Margarita Robles auch vor Beginn
       des Nato-Gipfels in Ankara keinen Zweifel. Spanien wird, egal wie groß der
       Druck auch sein mag, den Rüstungshaushalt nicht bis 2035 auf fünf Prozent
       des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen. Auch wenn dies US-Präsident Donald
       Trump fordert und die restlichen Bündnispartner vor einem Jahr seine
       Forderung akzeptierten.
       
       „Blinder und unterwürfiger Gehorsam“ sei kein Ausdruck von Führung, warnte
       Sánchez [1][nach dem Nato-Gipfel 2025 in Den Haag.] Und er hält auch
       weiterhin an den bisherigen 2,1 Prozent fest. Alles andere sei sozial nicht
       verträglich, da Kürzungen in anderen Haushaltsposten daraus folgen würden.
       Eine Erhöhung auf fünf Prozent würde jährlich Mehrausgaben für die Armee
       und die Bewaffnung von 85 Milliarden Euro bedeuten. Nicht nur Trump,
       [2][auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte] erklären immer wieder, Spanien
       könne mit den bisherigen 2,1 Prozent seinen Verpflichtungen im
       transatlantischen Bündnis unmöglich nachkommen.
       
       Die Regierung in Madrid bestreitet dies. „Alle Länder der Allianz wissen,
       dass Spanien ein verlässlicher, verantwortungsbewusster und
       ernstzunehmender Verbündeter ist“, sagte Verteidigungsministerin Robles am
       vergangenen Wochenende der größten spanischen Tageszeitung, El Pais. Es ist
       tatsächlich so, dass das Land auf der Iberischen Halbinsel seinen
       Verpflichtungen mit den Bündniszielen nachkommt. Spanien hat dabei – so das
       Verteidigungsministerium – rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.
       
       ## Spaniens Einsatz in der Nato
       
       Spanien ist auf Nato-Ebene bei verschiedenen Mission dabei. Die Luftwaffe
       fliegt [3][in den baltischen Staaten] als Mitglied der „Air Policing“
       Patrouille. Außerdem sind Bodentruppen und Panzer in den drei Grenzländern
       zu Russland und Belarus stationiert. Spanien ist zudem Teil der ständigen
       Marineeinheiten der Nato. Bedingt durch den Krieg in der Ukraine sandte
       Madrid auch Truppen nach Rumänien und es beteiligt sich im Mittelmeer an
       den Operationen zum Schutz Zyperns und der Türkei während des Irankrieges.
       In der Slowakei hielt die spanische Armee eine Übung zur Drohnenabwehr ab.
       
       „Man weiß, dass Spanien jederzeit bereit ist, sich an einer Mission zu
       beteiligen, wenn es darum gebeten wird“, sagt Robles und verspricht, dass
       sich Spanien mit sieben Jagdflugzeugen und anderem Material bei einer
       etwaigen Verlagerung der Truppenpräsenz in Folge eines Teilabzuges der
       US-Armee aus Europa beteiligen werde.
       
       Spanien hat auch etwas zu bieten, was in der Zukunft weitaus wichtiger sein
       könnte, als der Streit um Prozente: eine starke Rüstungsindustrie. Spanien
       ist an Airbus Defence and Space beteiligt und verfügt mit Navantia und
       Indra über zwei Staatsunternehmen, die vom Schiffbau über Luftwaffe bis zu
       Militärfahrzeugen, Beratung, Kommunikation, Informatik und Software fast
       alles im Angebot haben, was Europa brauchen wird – wenn es seine eigenen
       Verteidigungsziele erreichen will.
       
       7 Jul 2026
       
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 (DIR) Reiner Wandler
       
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