# taz.de -- Konsequenzen aus dem Fall Gelbhaar: Grüne geben sich neue Regeln gegen sexuelle Belästigung
       
       > Der Umgang mit dem Fall Gelbhaar war für die Partei ein Desaster. Ein
       > neues Statut soll den Umgang mit Vorwürfen sexueller Belästigung klarer
       > regeln.
       
 (IMG) Bild: Lehre aus dem Fall Stefan Gelbhaar: Neue Regeln gegen sexuelle Belästigungen
       
       dpa | Als Konsequenz aus dem [1][zweifelhaften Umgang mit Vorwürfen] gegen
       den damaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar geben sich die
       Grünen ein neues Statut gegen sexuelle Belästigung. Das beschloss der
       kleine Parteitag der Grünen in Sassnitz auf Rügen.
       
       So soll künftig klarer zwischen verschiedenen parteiinternen Stellen und
       Verfahren unterschieden werden. Die Arbeit von Beschwerdestellen soll auf
       eine einvernehmliche Einigung zwischen den Betroffenen abzielen und keine
       Sanktionen verhängen können.
       
       Für Ordnungsmaßnahmen sind hingegen Grünen-Schiedsgerichte zuständig.
       Sofern es um Straftatbestände wie sexuelle Übergriffe geht, soll auf
       externe Beratungsstellen und die Möglichkeit zur Strafanzeige hingewiesen
       werden. Es gibt auch Vorkehrungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten
       und zur Sicherung der Vertraulichkeit.
       
       Eine interne Kommission hatte der Partei vor rund einem Jahr [2][ein
       vernichtendes Zeugnis] für ihren Umgang mit dem Fall Gelbhaar ausgestellt.
       Nachdem Belästigungsvorwürfe gegen ihn bekannt geworden waren, hatte dieser
       seine Direktkandidatur für den Wahlkreis Pankow für die damals anstehende
       Bundestagswahl verloren. Gelbhaar wehrte sich gegen die Vorwürfe.
       
       Das damals genutzte Ombudsverfahren leide „an fehlender innerparteilicher
       Legitimität, an fehlenden Verfahrensstrukturen und einer fehlenden
       Verfahrensordnung sowie an erheblichen rechtsstaatlichen Defiziten und
       Definitionsmängeln“, hatte die Kommission festgestellt. Die Nutzung des
       Ombudsverfahrens für politische Zwecke sei klar erkennbar gewesen. Gelbhaar
       habe sich nicht erklären und verteidigen können.
       
       28 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Wendung-im-Fall-Gelbhaar/Gruene/!6059963
 (DIR) [2] /Konsequenzen-aus-dem-Fall-Gelbhaar/!6115961
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Bündnis 90/Die Grünen
 (DIR) Stefan Gelbhaar
 (DIR) Geschlechterkampf
 (DIR) Schwerpunkt #metoo
 (DIR) Bündnis 90/Die Grünen
 (DIR) Presserecht
 (DIR) Sexualisierte Gewalt
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Ostkongress der Grünen auf Rügen: Auch Grüne essen Fleisch
       
       Gesellschaftsspiele und Identitätsdepressionen: Auf ihrem zweiten
       Ostkongress beschwören die Grünen vor den Landtagswahlen das Prinzip
       Hoffnung.
       
 (DIR) Medienrechtler über heikle Berichte: „Das ist eine Frage des Risikos“
       
       Bei Vorwürfen sexualisierter Gewalt dürfen Medien nicht einfach von anderen
       abschreiben, sagt Rechtsanwalt Jasper Prigge. Es müsse eine eigene
       Rercherche stattfinden, sonst könne es teuer werden.
       
 (DIR) Sexismus-Vorwürfe gegen Stefan Gelbhaar: Grauzone Macht
       
       Der Fall des Grünen-Politikers Stefan Gelbhaar wurde vorschnell als Intrige
       abgetan. Neue Chats werfen Fragen nach Grenzüberschreitungen auf.