# taz.de -- Kongo-Kultfan darf nicht in die USA: Kein Visum für afrikanische Freiheitsstatue
       
       > Der Lumumba-Imitator, der in den WM-Stadien an den kongolesischen
       > Freiheitskämpfer erinnern will, ist in den USA unerwünscht. Warum nur?
       
 (IMG) Bild: Lebendiges Mahnmal: Kongos bekanntester Fan, Michel Nkuka Mboladinga, als Lumumba auf der Tribüne
       
       In die USA kommt man bekanntlich immer schwieriger. Tote Geister, die
       unselige Erinnerungen wecken, wollen die US-Behörden offenkundig erst recht
       nicht mit Einreisepapieren versorgen. Schließlich verkörpert dieser Kultfan
       Michel [1][Nkuka Mboladinga] just jenen kongolesischen Freiheitskämpfer und
       ersten demokratisch gewählten Präsidenten, der mit Unterstützung des
       US-amerikanischen Geheimdienstes CIA ermordet wurde. Die Angst war damals
       groß, dieses rohstoffreiche Land könnte kommunistisch werden und so starb
       Patrice Lumumba 1961 schon im Alter von 35 Jahren.
       
       Mboladinga, der sich selbst als Künstler und Entertainer bezeichnet,
       verkörpert Lumumba nun schon seit 2013 in Fußballstadien überall auf der
       Welt und ist zum Maskottchen und Glücksbringer dieses Teams geworden, das
       sich erstmals seit 1974 wieder für eine WM qualifizieren konnte. Die
       Verantwortlichen des Nationalteams und angeblich auch die Regierung der
       Demokratischen Republik Kongo unterstützen Mboladinga, damit er bei dieser
       WM überall dabei sein kann.
       
       Zum historischen [2][3:1-Erfolg gegen Usbekistan] am Sonntag wurde ihm die
       Einreise nach Atlanta trotzdem verwehrt. Beim ersten WM-Auftritt der DR
       Kongo scheiterte der Lumumba-Imitator noch an den kurzfristig strengeren
       Ebola-Einreisebestimmungen in den USA. Das zweite Spiel fand zu seinem
       Glück im mexikanischen Guadalajara statt. Weshalb er bei diesem dritten
       Spiel in den USA nicht dabei sein durfte, ist bislang unklar. Offizielle
       Erklärungen gibt es nicht. Vielleicht hat man dieses Mal schnell die Lex
       Lumumba erfunden. Eine lebendige afrikanische Freiheitsstatue, die an
       düstere US-Geschichte erinnert, holt man sich vermutlich nach Möglichkeiten
       lieber nicht ins eigene Land.
       
       Die kongolesische Botschafterin in Washington, Kapinga Yvette Ngandu, gibt
       die Hoffnung nicht auf. Sie erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur
       Reuters, sie hoffe, dass er dann für die K.o-Runde doch noch ein Visum
       erhalten werde. Dieses Spiel ist erneut in Atlanta am Mittwoch angesetzt.
       
       Sollte das so sein, würde Lumumba in einem farbenfrohen Anzug das ganze
       Spiel über statuengleich seinen rechten Arm im rechten Winkel nach oben
       recken. So wie die steinerne Version von Lumumba in Kinshasa, der
       Hauptstadt der DR Kongo. Für seine Ausdauer wird er überall bewundert.
       Sollte es Verlängerung geben, würde er gewiss 120 Minuten eisern an Lumumba
       erinnern. Kaum denkbar, dass die US-Einreisebehörden das wirklich wollen.
       Zumal Mboladinga diesem Lumumba auch noch verdammt ähnlich sieht.
       
       28 Jun 2026
       
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