# taz.de -- Cote d'Ivoire: Das Schweinsteiger-Theorem
> Wieviel Rassismus steckt in unserem Reden über afrikanischen Fußball? Und
> wie „wild“ hat Côte d’Ivoire gegen die DFB-Elf eigentlich gespielt?
(IMG) Bild: Stets dem Fußball zugewandt: Fernsehexperte Bastian Schweinsteiger mit Moderatorin Esther Sedlaczek
Tun wir doch mal so, als hätten unsere Experten wirklich etwas zu sagen.
Der ARD-Experte [1][Bastian Schweinsteiger] beispielsweise hatte sich mit
seiner Prognose vor Deutschlands [2][Spiel gegen Côte d’Ivoire] (2:1) einen
mittelschweren [3][Shitstorm] eingefangen.
[4][Nagelsmanns] Elf, hatte er gesagt, treffe auf ein Team, das „ein
bisschen afrikanischen Fußball“ spiele, „der manchmal so ein bisschen
unorthodox ist, so ein bisschen wild ist, vielleicht manchmal auch nicht
ganz so von der Taktik geprägt ist“.
Was das Team, das sich selbst „die Elefanten“ nennt, bot, war kein bisschen
unorthodox oder „wild“ (was immer das sein soll). Trainer Emerse Faé hatte
eine sehr kluge Taktik für das ivorische Team ausgetüftelt. Mit einer sehr
körperlichen Spielweise wurden die Räume eng gemacht, und in der ersten
Halbzeit konnte das Team die DFB-Auswahl über weite Strecken dominieren.
Das wurde nach dem Führungstreffer durch Franck Kessié (30. Minute) noch
stärker, denn da kam zu ivorischer Taktiküberlegenheit noch deutsche
Verunsicherung. Côte d’Ivoire spielte mit Viererkette und schaltete schnell
um.
## Was man hätte wissen können
Schweinsteiger nach dem Spiel auf [5][X]: „Die Elfenbeinküste war der
erwartet schwere Gegner und hat ihre technische Qualität und Physis
gezeigt.“
Dass das ivorische Team so spielt, ist keine Turnierüberraschung. Gerade
die Defensivreihe sollte sich herumgesprochen haben – schließlich hat das
Team in der WM-Qualifikation kein einziges Tor kassiert.
Kurz gesagt: Das Schweinsteiger-Theorem, wie er so ist, der afrikanische
Fußball, ist daran gescheitert, woran Expertenprognosen gerne scheitern, an
der Realität.
Ist Bastian Schweinsteiger nun als Rassist überführt? Einerseits entstammen
seine Sprüche vom „wilden“ Fußball [6][rassistischen Narrativen].
Andererseits plappert Schweinsteiger im Grunde nur das nach, was
hierzulande mehrheitlich über afrikanischen Fußball geglaubt wird.
Vermutlich muss einer der in der Welt des deutschen Profifußballs groß
wurde, Europa (plus ein bisschen Brasilien und Argentinien) für die gesamte
Welt halten.
Irgendwie ist diese WM ein Bildungsprogramm.
21 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Bastian-Schweinsteiger/!t5033911
(DIR) [2] /DFB-Team-gewinnt-gegen-Elfenbeinkueste/!6189341
(DIR) [3] https://muenchen.t-online.de/region/muenchen/id_101303624/fcb-legende-bastian-schweinsteiger-rassismus-vorwuerfe-nach-afrika-kritik.html
(DIR) [4] /Julian-Nagelsmann/!t5277729
(DIR) [5] https://x.com/BSchweinsteiger/status/2068461795879043574
(DIR) [6] /Forscherin-ueber-Rassismus-im-Fussball/!6092743
## AUTOREN
(DIR) Martin Krauss
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