# taz.de -- Verdi will Ikea bestreiken: Strejk für mehr Klunka
> Die Gewerkschaft Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn im Handel. Am Freitag
> soll deswegen die Hälfte aller Ikea-Möbelhäuser bestreikt werden.
(IMG) Bild: Fridays for Furniture: Am Freitag ist das Möbelhaus nur halb da
dpa | Die Gewerkschaft Verdi ruft in den laufenden Tarifverhandlungen im
Handel erneut zu bundesweiten Warnstreiks auf. Im Zentrum der Aktionen an
diesem Freitag steht die Möbelhauskette Ikea. „In mehr als der Hälfte der
Ikea-Einrichtungshäuser in Deutschland werden Beschäftigte in den
Arbeitskampf treten“, teilte Verdi mit. Beschäftigte anderer
Handelsunternehmen beteiligen sich nach Angaben einer Sprecherin ebenfalls
am Warnstreik.
Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer kritisierte: „Im Handel werden
täglich Milliardenumsätze gemacht, aber bei den Beschäftigten kommt so gut
wie nichts davon an – gerade auch bei Ikea.“ Das Unternehmen stehe
wirtschaftlich gut da und plane dennoch einen Personalabbau. Statt faire
Löhne zu zahlen, werde ein radikaler Sparkurs gefahren. Laut Zimmer spielt
Ikea in der Tarifrunde auf Arbeitgeberseite eine einflussreiche Rolle.
Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi bereits zu bundesweiten Warnstreiks
aufgerufen.
Ikea erklärte auf Nachfrage: „Jeder Streik stellt das betroffene
Einrichtungshaus vor organisatorische Herausforderungen.“ In der Regel
gelinge es, die Auswirkungen für Beschäftigte und Kunden gering zu halten.
Ikea respektiere das Streikrecht, teilte eine Sprecherin mit. Das
Unternehmen betreibt hierzulande 54 Einrichtungshäuser.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) reagierte ebenfalls auf die
Ankündigung. „Die Handelsunternehmen können gut mit Streiks umgehen, das
haben die vergangenen Wochen sehr deutlich gezeigt“, sagte
Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.
## Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn
Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel
starteten im April in den ersten Landesbezirken. Verdi fordert 7 Prozent
mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Die Arbeitgeber haben zuletzt in mehreren Bundesländern wie
Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Einzelhandel ab November eine Erhöhung
um 2 Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent – bei
einer Laufzeit von zwei Jahren. Verdi lehnte dies ab.
Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen,
davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorherigen Tarifverhandlungen
zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten
im Einzelhandel ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent für die
Jahre 2023 bis 2025.
18 Jun 2026
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