# taz.de -- Diäten im Brandenburger Landtag: Nur das Minimum
> Der Brandenburger Landtag verzichtet im kommenden Jahr auf einen Teil der
> regulären Diätenerhöhung. Klingt gut, aber nur beim ersten Hören.
(IMG) Bild: Landtag von Baden-Württemberg: In der Landtagssitzung geht es unter anderem um die Erhöhung der Diäten
Die Brandenburger Landtagsabgeordneten retten die heimische Wirtschaft –
und nicht nur die, sie verteidigen den Ruf der gesamten Branche. So
zumindest stellt das [1][Brandenburger Parlament] seine jüngste Heldentat
dar: Am Mittwoch hat es beschlossen, auf einen Teil der [2][standardmäßigen
Diätenerhöhung] im kommenden Jahr zu verzichten. Der Entscheidung ging ein
Antrag von SPD und CDU voraus.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dass Abgeordnete ihre üppigen
„Entschädigungen“, wie die Bezahlung offiziell heißt, kritisch ins
Verhältnis zum Einkommensdurchschnitt ihrer Wähler*innen setzen und in
Krisenzeiten die eine oder andere Extra-Schippe ausschlagen, kann man nur
begrüßen.
Das Brandenburger Parlament geht damit guten Beispiels voran, der Bundestag
könnte schon kommende Woche eine ähnliche Entscheidung treffen. Nur
Lorbeeren sollten sie dafür nicht erwarten. Zum einen verzichten die
Brandenburger lediglich auf einen Teil der jährlichen Erhöhung, insgesamt
sparen sie damit 700.000 Euro ein – das sind ungefähr 0,4 Prozent vom
diesjährigen Landeshaushalt. Es klingt also ein bisschen abgedreht, wenn
der SPD-Abgeordnete Ludwig Scheetz dann von einem „Beitrag zur
Haushaltskonsolidierung“ redet.
Zum anderen sollten wir diese Aufopferungsgeste nicht abfeiern, weil wir
dabei einen rechten Diskurs bedienen. Nicht zufällig forderte die AfD im
Brandenburger Landtag wie auch im Bundestag noch stärkere Kürzungen der
Diäten. Dahinter steckt das Narrativ, eine kleptokratische Elite beklaue
das arme Volk, wenn wir gegen soziale Ungleichheit kämpfen wollen, reiche
es aus, dass die bösen Politiker etwas von ihrem Reichtum abgeben.
Worüber wir dann nicht mehr reden, sind die politischen Entscheidungen, wie
etwa ein Parlament den Haushalt gestaltet und öffentliche Gelder verteilt.
Die Parteien sollten lieber damit aufhören, das [3][Sozialsystem
systematisch auszuhöhlen], anstatt symbolisch auf 700.000 Euro zu
verzichten.
18 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Nora Noll
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