# taz.de -- Mindestalter für Social Media: Ein Verbot ist der Weg des geringsten Widerstandes
> Der Ethikrat spricht sich gegen ein Mindestalter für die Nutzung von
> Social Media aus. Zu Recht, denn es gäbe einen besseren Weg.
(IMG) Bild: Und ewig grüßt das Murmeltier, Verbote und Prohibition ändern das Problem nicht
Es wäre so schön einfach: Ein Mindestalter für die Nutzung von
Social-Media-Plattformen wie Instagram, Tiktok oder Snapchat zu beschließen
– und schon ließe sich politisch suggerieren, man hätte etwas getan gegen
die potenziell negativen Folgen, die eine Nutzung dieser Dienste haben
kann. Dass die aktuell verfügbaren Wege zur Altersüberprüfung noch
deutliche Haken haben, von mangelndem Datenschutz bis zu mangelnder
Verlässlichkeit – egal. Dass die ersten Erfahrungen mit der Altersgrenze in
Australien recht durchwachsen sind – nicht so wichtig. Dass selbst die
[1][Wissenschaft uneins] ist, ob ein Mindestalter zielführend und
verhältnismäßig – sekundär.
Der Ethikrat kommt nun in einer [2][Stellungnahme] zu einem eindeutigen
Fazit: Nein, Altersgrenzen sind hier nicht sinnvoll. Die Expert:innen
stellen klar: Restriktive Maßnahmen seien nur dann gerechtfertigt, wenn
sich der Schutz nicht anders erreichen lasse oder die [3][Gefährdungen]
besonders gravierend seien. Beides ist nicht der Fall. Altersgrenzen wären
nur der Weg des geringsten Widerstandes, geeignet, Schutz zu simulieren,
aber nicht zu gewährleisten.
Für echten Schutz, und zwar nicht nur für Menschen unterhalb der
Altersgrenze, wäre etwas viel Aufwendigeres nötig: sich anzulegen mit den
großen Social-Media-Plattformen sowie ihre Geschäftsmodelle und deren
Auswüchse anzugreifen. Vom Datensammeln im großen Stil bis hin zu
manipulativen Designs und Algorithmen, die Nutzende möglichst lange auf der
jeweiligen Plattform halten sollen und die auch politische Polarisierung
begünstigen.
Die Stärkung von Medienbildung und -kompetenz, innerfamiliäre Debatten über
Bildschirmzeiten und die Frage, wie Schulen eigentlich mit dem ganzen
Smartphone-Thema umgehen, würde allen Beteiligten zwar trotzdem nicht
erspart bleiben. Aber mit der Durchsetzung von konsequenten Regeln, die die
Problemfelder der Plattformen eindämmen, würden vielleicht auch mal wieder
die positiven Effekte von Social Media merkbar.
12 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Nutzung-von-Onlineplattformen/!6093105
(DIR) [2] https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/kinder-und-jugendliche-in-der-digitalen-welt.pdf
(DIR) [3] /Social-Media-Propaganda-bei-Jugendlichen/!6172158
## AUTOREN
(DIR) Svenja Bergt
## TAGS
(DIR) Big Tech
(DIR) Digitalisierung
(DIR) Kinderschutz
(DIR) Jugendschutz
(DIR) Plattformökonomie
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Social Media
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Big Tech
(DIR) Big Tech
(DIR) Social Media
(DIR) Instagram
(DIR) Big Tech
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Leben ohne Social Media: „Nach zwei Wochen verbessert sich die psychische Gesundheit“
Wie wirkt Social Media auf die Psyche? Die Psychologieprofessorin Julia
Brailovskaia über die Mechanismen von Plattformen und was Abstinenz bringt.
(DIR) Social-Media-Verbot für Kinder: Begrenzt die Macht der Konzerne
Nicht Kinder sollten vor allem Social-Media-Kompetenz erlangen. Eher sollte
den Digitalkonzernen Verantwortung für Kinderschutz abverlangt werden.
(DIR) Nach Vorbild Australiens: Großbritannien plant Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige
Die britische Regierung will Kinder vor sozialen Medien schützen und sie
ihnen verbieten. Premier Starmer spricht von einem „großen Moment“ für die
Jugend.
(DIR) Bildungsministerkonferenz: Minister für kritischeren Umgang mit Social Media
Schüler sollen Social Media nicht nur konsumieren, sondern verstehen. Dafür
haben die Bildungsminister der Länder nun Leitlinien entwickelt.
(DIR) Mindestalter für Social Media: Zu jung für Insta?
Die politischen Forderungen nach einer Altersbeschränkung für die Nutzung
von Social Media werden lauter. Doch Wissenschaftler:innen sind
uneins.
(DIR) Instagram verschärft Jugendschutz: Bis zu Barbie und nicht weiter
Instagram führt neue Filter für die Accounts von Jugendlichen ein. Der
Zeitpunkt ist interessant – gerade was die Debatte um Altersgrenzen angeht.
(DIR) Nutzung von Onlineplattformen: Altersgrenze für Social Media? In der Wissenschaft umstritten
Die Politik diskutiert, Apps wie Tiktok und Instagram gesetzlich erst ab
13, 14 oder 16 Jahren zu erlauben. Forscher:innen warnen vor einer dünnen
Faktenbasis.