# taz.de -- Diskussion über Rente in Deutschland: Klingbeil für verpflichtende Betriebsrenten
       
       > Bundesfinanzminister Lars Klingbeil unterstützt den Vorschlag des
       > Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zu verpflichtenden Betriebsrenten. Vor
       > einer Rente mit 70 warnt der DGB.
       
 (IMG) Bild: Und den Menschen zugewandt: Klingbeil in der ARD-Arena
       
       dpa | Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat sich optimistisch
       gezeigt, dass das Rentensystem in Deutschland durch Reformen seiner
       Regierung stabil gehalten werden kann. Dabei unterstützt Klingbeil einen
       Vorschlag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für verpflichtende
       Betriebsrenten, wie er in der ARD-Sendung „Arena“ deutlich machte. „Auch
       das würde helfen“, sagte der SPD-Chef in der Sendung, in der Politikerinnen
       und Politiker von Bürgerinnen und Bürgern im Publikum gefragt werden.
       
       Der DGB warnt unterdessen vor einer Anhebung des Renteneintrittsalters auf
       70 Jahre. „Das wäre ein harter Schlag“, sagte DGB-Bezirkschef Ernesto
       Harder der Braunschweiger Zeitung. „Das ist keine Reform, das wäre ein
       hartes Sparprogramm.“ Der DGB vertrete auch Branchen, „deren Mitglieder gar
       nicht bis 70 arbeiten können, weil sie das körperlich nicht durchstehen
       würden“.
       
       Harder argumentierte, die Lebenserwartung steige in Deutschland seit 15
       Jahren nicht mehr. „Und vor 15 Jahren gab es die letzte Rentenreform mit
       einer Steigerung des Eintrittsalters von 65 auf 67 Jahre. Warum soll es
       also die Rente mit 70 geben?“ Stattdessen forderte Harder, mehr Menschen in
       die Rentenkasse einzahlen zu lassen, „zum Beispiel Politiker oder
       Unternehmer“.
       
       Das sieht auch der Bundesfinanzminister so, zumindest mit Blick auf die
       Unternehmer:innen. Die sollen laut Klingbeil mehr beitragen – nicht nur
       durch eigene Beiträge, sondern vor allem, wenn die Wirtschaft wieder läuft.
       Im Zentrum der nun anstehenden Beratungen und Reformen steht laut dem
       SPD-Chef vor allem die Wirtschaft. „Wir müssen rauskommen aus viereinhalb
       Jahren kein Wirtschaftswachstum“, sagte Klingbeil. Mehr Wirtschaftswachstum
       bringe auch wieder mehr Arbeitsplätze, sagte er auf Publikumsfragen nach
       Jobaussichten im Land. „Der Koalitionsausschuss, der bis zum Sommer
       stattfindet, soll das nochmal maßgeblich in den Fokus nehmen.“ So ein
       entscheidendes Treffen hatte die Koalition bis zur Sommerpause angekündigt.
       
       Auch von der anstehenden Spitzenrunde mit den Sozialpartnern erwartet der
       Vizekanzler nach eigenen Worten einiges: „Ein gemeinsames Bündnis zu haben,
       wo wir sagen, wie können wir Deutschland wieder wirtschaftlich stärker
       machen, hilft auch dafür, dass am Arbeitsmarkt die Situation besser wird.“
       Der Finanzminister bezog sich hier auf das Treffen der Spitzen von Union
       und SPD mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeber und
       Gewerkschaften an diesem Mittwoch.
       
       Bei der Rente sprach sich Klingbeil auch für Anreize aus, dass Menschen
       selbst stärker „anfangen, in die Rente zu investieren“. Der Finanzminister
       verwies auf die Frühstart-Rente, bei der der Staat Kindern und Jugendlichen
       monatlich 10 Euro in ein individuelles Altersvorsorgedepot einzahlt. Weiter
       müsse aber die gesetzliche Rente die Grundlage „für alles“ sein.
       
       9 Jun 2026
       
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