# taz.de -- Neue Regierung in Dänemark: Gratis-Zahnarzt-Besuch für alle
> Die bisherige sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen
> macht es noch mal: Sie wird künftig eine linke Minderheitsregierung
> anführen.
(IMG) Bild: Mette Frederiksen, die neue, alte Ministerpräsidentin
Es ist tatsächlich vollbracht: 69 Tage nach der Parlamentswahl bekommt
Dänemark endlich eine neue Regierung. Und es war am Ende doch [1][die
Sozialdemokratin Mette Frederiksen], die die lang erwartete Botschaft am
späten Montagabend verkündete. Eine Links-Mitte-Regierung soll es nun
werden.
Ihre Partei habe sich mit der Sozialistischen Volkspartei (SF), der
linksliberalen Radikale Venstre und den Moderaten geeinigt, erklärte die
geschäftsführende Ministerpräsidentin zufrieden nach dem obligatorischen
Treffen mit König Frederik X. Der König habe den Auftrag zu dieser
Regierungsbildung erteilt, teilte der dänische Hof seinerseits mit.
Das politische Programm der neuen Koalition soll am Dienstagnachmittag
präsentiert werden. Zunächst sagte Frederiksen nur, es sei „gut für die
Menschen, die in Dänemark leben, für künftige Generationen und
gleichermaßen für die Tiere“. Schon am Morgen gab es dann aber die ersten
konkreten Ankündigungen, wie der dänische Rundfunk DR berichtet – und die
dürften beim Volk gut ankommen.
Innerhalb von zehn Jahren sollen demnach Zahnarztbesuche in Dänemark für
alle gratis sein, begonnen wird mit besonders bedürftigen Gruppen wie
Frührentnern. Auch für die junge Generation gibt es Geschenke: Für Kinder
und junge Erwachsene bis 21 Jahren wird Bus- und Bahnfahren landesweit
kostenlos. Und, auch das wurde bereits bekannt, die Mehrwertsteuer auf
Lebensmittel wird halbiert, die auf Obst und Gemüse ganz abgeschafft.
## Kritik an den Moderaten
Diese Regierung, die Mette Frederiksen in ihrer dann mittlerweile dritten
Amtszeit anführen soll, muss sich für eine Mehrheit im Parlament
(Folketing) auf die Stimmen der linken Enhedslisten verlassen. Dass die
Moderaten aus der politischen Mitte sich darauf einlassen, wird ihnen von
der rechten Seite, auch vom bisherigen rechtsliberalen Koalitionspartner
Venstre, vorgeworfen.
Der Moderaten-Parteichef und bisherige Außenminister Lars Løkke Rasmussen
hatte eine entscheidende Rolle bei diesen rekordlangen
Regierungsverhandlungen gespielt. Weder auf dem rechten noch auf dem linken
Flügel kam man in dem kleinteiligen Zwölf-Parteien-Parlament ohne seine
Partei auf eine ausreichende Mehrheit.
Zwischendurch hatte Løkke Rasmussen den bisherigen
Venstre-Regierungskollegen Troels Lund Poulsen als Verhandlungsführer
unterstützt, nachdem Mette Frederiksen auch nach 45 Tagen in dieser Rolle
noch keinen Durchbruch hatte erzielen können.
[2][Doch den Vorschlag einer rechten Minderheitsregierung – ohne
Beteiligung der Moderaten – den Lund Poulsen dann präsentierte, lehnte
Løkke Rasmussen ab]. Der Ball ging zurück zur alten und nun auch künftigen
Ministerpräsidentin Frederiksen. Statt stark nach rechts rückt Dänemarks
Regierung nun nach links.
2 Jun 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Anne Diekhoff
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