# taz.de -- BSW-Annäherung an Rechtsextreme: Wagenknecht setzt auf die AfD-Karte
> Kommt das BSW in Sachsen-Anhalt über 5 Prozent, gäbe es dort eine
> lila-braune Mehrheit. Die BSW-Gründerin propagiert erneut ihre Idee einer
> Bürgerregierung.
(IMG) Bild: Ein Schluck nach rechts? Sahra Wagenknecht bei einer Wahlkampfrunde in Berlin
Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht setzt beim Kampf ums Überleben weiter
auf die Karte AfD. Laut Bild verfolgt sie den „Geheim-Plan“, den
Rechtsextremen nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und
Mecklenburg-Vorpommern zur Macht zu verhelfen. „Mit einer Stimme für das
BSW wird die Brandmauer abgewählt“, zitiert das Springer-Medium die
Namensgeberin des BSW.
Ganz so geheim ist der Plan allerdings nicht. Schon seit Längerem spricht
sich Wagenknecht für parteiunabhängige Ministerpräsidenten aus, die dann
mit wechselnden Mehrheiten regieren sollen – auch zum Beispiel mit einer
Mehrheit von AfD und BSW. Vergangene Woche schwärmte sie [1][bei einer
Podiumsveranstaltung in Halle] von „Bürgerregierungen“ als „demokratische
Alternative zu den gescheiterten Brandmauer-Koalitionen“ gegen die AfD.
Das könnte die letzte Chance der Wagenknecht-Partei sein. Denn tatsächlich
droht das BSW politisch ins Aus zu rutschen. Nach den Wahldebakeln in
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz droht die Partei auch bei den
kommenden drei Wahlen zu scheitern. In Sachsen-Anhalt und Berlin steht das
Bündnis [2][laut Umfragen] bei 4 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern könnte
es mit 5 Prozent knapp für den Einzug in den Landtag reichen. Oder eben
ganz knapp nicht.
Entscheidend wären die Stimmen für das BSW vor allem in Sachsen-Anhalt.
Dort strebt die AfD bei der Wahl am 6. September eine absolute Mehrheit an.
[3][Laut Umfragen wäre das tatsächlich denkbar] – es sei denn, das BSW
schafft es doch noch über die 5 Prozent. Dann aber würden AfD und BSW
zusammen über eine stabile Mehrheit verfügen. Gegen sie könnte nicht
regiert werden.
Bisher hat Wagenknecht zwar nicht für eine echte Koalition plädiert. Die
Rechtsextremen aber zeigen sich offen. „Komplett ausschließen möchten wir
keine Option, die dazu führen könnte, eine tragfähige Regierung zu bilden“,
sagte ein Weidel-Sprecher zur Bild.
In Mecklenburg-Vorpommern scheint es laut letzten Umfragen weder für eine
Alleinregierung der AfD noch für eine braun-lila Mehrheit von AfD und BSW
zu reichen. Ein erfolgreiches BSW hätte dort also keinen Nutzen für die
AfD.
2 Jun 2026
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