# taz.de -- Ukrainische Drohnenangriffe: Tote und Schäden in Russland
       
       > Erneut zielt die Ukraine auf die russische Ölindustrie. Moskau und Kyjiw
       > melden zivile Opfer. Die in Rumänien eingeschlagene Drohne kam laut Nato
       > aus Russland.
       
 (IMG) Bild: Mitarbeiter des ukrainischen Verteidigungsministeriums setzen an einem nicht genannten Ort in der Ukraine Raketendrohnen gegen russische Ziele ein
       
       afp/dpa | Russische Behörden haben nach ukrainischen Drohnenangriffen Tote
       und Schäden gemeldet. In der Grenzregion Belgorod kamen nach Angaben des
       regionalen Krisenstabs drei Männer ums Leben. Sie wurden demnach in der
       Ortschaft Oktjabrski nur wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine
       entfernt bei zwei Angriffen getötet.
       
       In Armawir im südrussischen Gebiet Krasnodar brach laut Behörden ein Feuer
       auf dem Gelände eines Öllagers aus. Verletzte gebe es nicht. Das Öllager
       war schon in der Vergangenheit Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Auf dem
       Gelände des Hafens von Taganrog in der ebenfalls im Süden Russlands
       gelegenen Region Rostow kam es laut Gouverneur Juri Sljussar zu einem Brand
       eines Tankers, eines Treibstofftanks und eines Verwaltungsgebäudes. Zwei
       Menschen seien verletzt worden.
       
       Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, dass 127
       ukrainische Drohnen in der Nacht über russischem Gebiet und der
       annektierten Halbinsel Krim abgeschossen worden seien. Die Angaben sind
       unabhängig nicht überprüfbar. Zu Schäden macht das Ministerium traditionell
       keine Angaben.
       
       ## Ukraine bestätigt Angriffe
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff auf
       Armawir. Die Ukraine bringe den Krieg völlig gerechtfertigt dahin zurück,
       woher er gekommen sei, schrieb Selenskyj bei Telegram und dankte Soldaten
       für ihre Treffsicherheit.
       
       Der Generalstab in Kyjiw bestätigte zudem neben anderen auch Angriffe auf
       Taganrog. Unter anderem ein Ölterminal sei getroffen und ein Treibstofftank
       dort beschädigt worden. Das Terminal werde im Interesse des russischen
       Militärs genutzt, hieß es zur Begründung.
       
       ## Kyjiw: Russland griff mit fast 300 Flugkörpern an
       
       Die ukrainischen Luftstreitkräfte wiederum teilten mit, dass [1][Russland
       in der Nacht mit einer Rakete, sechs Marschflugkörpern und 290 Drohnen
       angegriffen] habe. Davon seien 284 Flugkörper abgewehrt worden. Es habe
       neun Einschläge an sieben Orten gegeben. An zehn Orten seien Trümmer
       abgestürzt.
       
       In Saporischschja wurde Gebietsgouverneur Iwan Fedorow zufolge ein Mensch
       durch einen russischen Drohnenangriff getötet. Zwei weitere seien verletzt
       worden. Behörden meldeten außerdem drei Verletzte nach einem russischen
       Angriff in Cherson.
       
       Russland überzieht die Ukraine [2][seit mehr als vier Jahren mit einem
       zerstörerischen Angriffskrieg]. Die Ukraine setzt als Teil ihres
       Abwehrkampfes auf Gegenangriffe im russischen Hinterland und nimmt dabei
       seit Monaten systematisch die für Moskaus Kriegsfinanzierung wichtige
       Ölindustrie ins Visier. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden
       stehen in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen durch
       russische Angriffe in der Ukraine.
       
       ## Nato: In Rumänien eingeschlagene Drohne stammte aus Russland
       
       Die in ein Wohnhaus in Rumänien eingeschlagene Drohne ist [3][Nato]-Angaben
       zufolge aus Russland. Der Sprecher des Nato-Oberkommandos der Alliierten
       Streitkräfte in Europa (Shape), Martin O'Donnell, bestätigte der
       Nachrichtenagentur AFP am Freitag, die Drohne sei „russisch“.
       
       Durch den nächtlichen Drohnen-Einschlag wurden in der rumänischen Stadt
       Galați nahe der Grenze zur Ukraine zwei Menschen verletzt und ein Feuer
       ausgelöst. Rumänien machte vollumfänglich Moskau für den Vorfall
       verantwortlich. Der rumänische Verteidigungsminister Radu-Dinel Miruta
       sagte vor Journalisten, die Seriennummern auf der Rakete wiesen darauf hin,
       dass es sich „zweifellos“ um eine russische Rakete handele.
       
       Russlands Präsident Wladimir Putin betonte hingegen, dass die Herkunft der
       Drohne noch unklar sei. Es sei zu früh, um zu sagen, dass es sich um eine
       russische Drohne handele, sagte Putin. „Wenn sie uns objektive Daten
       vorlegen, werden wir beurteilen, was geschehen ist“, fügte er hinzu. Putin
       wies zudem darauf hin, dass ukrainische Drohnen bereits andere Länder
       überflogen hätten.
       
       30 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /U-Bahn-Station-Lukjaniwka-in-Kyjiw/!6181976
 (DIR) [2] /Ukrainer-in-russischer-Armee/!6182145
 (DIR) [3] /Deutsche-Kriegstuechtigkeit/!6181964
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Russland
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Drohnen
 (DIR) Schwerpunkt Wahlen in Rumänien
 (DIR) Nato
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Russland
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Russland
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Harvard-Historiker über Atomwaffen: „Sorge vor einem neuen Tschornobyl“
       
       Der ukrainische Harvard-Historiker Serhii Plokhy über die Risiken atomarer
       Abrüstung, die Logik der Abschreckung und die Gefahr eines neuen
       Wettrüstens.
       
 (DIR) Russische Oppositionelle in Deutschland: Leben im Dazwischen
       
       Die Bundesregierung hat die humanitären Aufnahmeprogramme gestoppt, auch
       für Menschen, die vor dem Putin-Regime flüchten. Eine Begegnung mit
       Dissident*innen.
       
 (DIR) +++Nachrichten im Ukrainekrieg+++: Russische Drohne trifft Wohnhaus in Rumänien
       
       Die Nato verurteilt Moskaus „Rücksichtslosigkeit“, Rumänien bestellt den
       Botschafter ein. Russland greift außerdem türkisches Frachtschiff an.
       
 (DIR) Russland und Armenien: Säbelrasseln im Südkaukasus
       
       Jerewan drängt nach Westen, Moskau hält mit einem Ukraine-Szenario dagegen.
       Beliebte Mittel sind die Erpressung mit Energielieferungen und ein
       Importstopp.