# taz.de -- Menschenrechte in Iran: Mehr als 6.000 Festnahmen seit Kriegsbeginn
> Amnesty International beklagt harte Repressionen im Schatten des
> Irankriegs. Drei Monate war das Land fast vollständig vom Internet
> abgeschnitten.
(IMG) Bild: Eine Spezialeinheit der Polizei steht auf dem Platz der Islamischen Revolution in Teheran Wache
dpa/afp | In Iran sind seit Kriegsbeginn vor drei Monaten Menschenrechtlern
zufolge mehr als 6.000 Menschen festgenommen worden. Unter den Inhaftierten
seien auch Demonstranten, Medienschaffende, Anwälte, [1][Dissidenten] und
Angehörige ethnischer Minderheiten, hieß es in einem Bericht von Amnesty
International. Im selben Zeitraum seien außerdem 39 „politische“
Todesurteile vollstreckt worden.
Um ihre Macht zu sichern, haben die Behörden einen umfassenden Angriff auf
die Menschen in Iran gestartet und gehen [2][gegen jeden vor, der es wagt,
die Islamische Republik zu kritisieren,] sagte Amnesty-Expertin Erika
Guevara Rosas laut der Mitteilung. Ohnehin leide die Bevölkerung unter den
„verheerenden Folgen der rechtswidrigen Luftangriffe durch US-amerikanische
und israelische Streitkräfte“.
Amnesty kritisierte auch die nahezu totale Internetsperre, die Irans
Bevölkerung fast drei Monate vom weltweiten Netz abgeschnitten hatte. Am
Mittwoch wurde sie erstmals teilweise wieder aufgehoben. „Die
Internetsperre war ein zentraler Pfeiler der Repressionsstrategie der
Behörden und schuf die Voraussetzungen dafür, dass weitreichende Verstöße
gegen das Völkerrecht ungestraft begangen werden konnten“, hieß es in dem
Bericht.
## Mehr Hinrichtungen nach dem Zwölftagekrieg
Erst vor einem Monat hatte Amnesty International in einem Bericht eine
[3][drastische Zunahme von Hinrichtungen] beklagt. Demnach wurden in der
Islamischen Republik Iran bereits im Jahr 2025 mindestens 2159 Menschen
hingerichtet – mehr als doppelt so viele wie 2024. Die iranischen Behörden
[4][setzten die Todesstrafe gezielt ein], um die Bevölkerung massiv
einzuschüchtern und zu kontrollieren, so die Generalsekretärin von Amnesty
International Deutschland, Julia Duchrow.
Einen „deutlichen Anstieg von Hinrichtungen“ gab es laut Duchrow nach dem
Zwölftagekrieg zwischen Israel und Iran im Juni 2025. Zudem verwies sie
gegenüber AFP auf ein neues Gesetz „unter dem Deckmantel der nationalen
Sicherheit“. Das Gesetz trat demnach im Oktober 2025 in Kraft und sieht für
Vorwürfe wie „Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen“ und „Spionage“
laut Duchrow „zwingend die Todesstrafe vor“.
Laut Amnesty und weiteren Menschenrechtsgruppen hat Teheran die Zahl der
[5][Hinrichtungen nach den jüngsten regierungskritischen Protesten im
Januar] und den US-israelischen Angriffen Ende Februar noch einmal
vorangetrieben. Viele dieser Hinrichtungen stehen demnach im Zusammenhang
mit Anklagen im Zuge der Proteste und der angeblichen Mitgliedschaft in
verbotenen Gruppen. Die Menschen in Iran sieht daher Duchrow „doppelt unter
Druck – einerseits durch Androhung neuer Bombardierungen durch die USA und
Israel. Andererseits durch die massiven, teils tödlichen Repressionen der
eigenen Regierung“.
28 May 2026
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