# taz.de -- Beistandsklausel vereinbart: Norwegen rückt unter Frankreichs nuklearen Schutzschirm
       
       > Frankreich und Norwegen verstärken ihre Zusammenarbeit: Neben einem
       > Beistandsabkommen erhält Norwegen Zugang zu Frankreichs nuklearem
       > Schutzschirm.
       
 (IMG) Bild: Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bei Emmanuel Macron im Élysée-Palast
       
       dpa | Norwegen rückt unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs, den das
       Land auf Verbündete in Europa ausdehnen will. „Sie haben zugestimmt, dass
       Norwegen sich dem anschließt, was wir als vorgelagerte nukleare
       Abschreckung bezeichnet haben“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
       bei einem Besuch von [1][Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre] in
       Paris.
       
       „Norwegen, ein wichtiger geografischer und strategischer Partner, mit dem
       wir bereits eng zusammengearbeitet haben, um das Bündnisgebiet vor äußeren
       Bedrohungen zu schützen, wird für diese vorgelagerte Abschreckung einen
       erheblichen Mehrwert darstellen“, sagte Macron. Beide Länder vereinbarten
       außerdem ein Verteidigungsabkommen mit einer Beistandsklausel im Falle
       eines Angriffs. Der Schritt erfolge angesichts des Bewusstseins, dass
       Europa für seine eigene Sicherheit stärker selbst sorgen müsse.
       
       ## Reaktion auf russische Bedrohung
       
       Norwegens Ministerpräsident Støre hob die Initiative Macrons zur
       [2][Ausweitung der nuklearen Abschreckung Frankreichs auf Europa] hervor,
       insbesondere angesichts der Bedrohung durch Russland. Dennoch werde die
       Abschreckung im Wesentlichen weiter durch die Nato gewährleistet und die
       USA hätten zugesichert, weiter den atomaren Schutz für Europa
       sicherzustellen.
       
       Auch angesichts von Unsicherheiten mit Blick auf den Partner USA hatte
       Macron Anfang März [3][einen Ausbau von Frankreichs atomarer Abschreckung
       und deren Ausdehnung auf Verbündete in Europa] angekündigt. Zunächst
       reagierten acht Länder positiv auf das französische Angebot, neben
       Deutschland waren dies Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland,
       Schweden und Dänemark. Mit Großbritannien hatte Frankreich bereits eine
       engere Koordination bei der atomaren Verteidigung vereinbart.
       
       ## Französische Atomübungen mit Partnern
       
       Wie Macron im März erläuterte, könne die Ausdehnung von Frankreichs
       nuklearem Schutzschirm beinhalten, dass Partner an den französischen
       Atomübungen teilnehmen könnten. Außerdem könnten vorübergehend strategische
       Elemente zu den Verbündeten verlegt werden.
       
       In der EU ist Frankreich seit dem EU-Austritt Großbritanniens 2020 die
       einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri
       besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und ist damit nach
       Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht.
       
       28 May 2026
       
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