# taz.de -- Interaktives Krisentraining: Spielerisch den Erstfall proben
> Was ist nötig bei einem Stromausfall und wer hilft weiter? Das
> interaktive Resilienzlabor „RESILIA“ soll Bürger und Behörden
> vorbereiten.
(IMG) Bild: Was würde man mitnehmen beim Stromausfall? Interaktives Pack-Spiel im Innovation Hub
In der Minerva-Passage im Ostbahnhof steht ein roter Stand der Feuerwehr
mit der Aufschrift „Wir retten Leben. Seit 1851“. Hier ist der Eingang nach
„RESILIA“, dem ersten „Innovationshub“ für Sicherheit und Verteidigung,
also einem Zentrum zur Technologieentwicklung. Das vom Bundesministerium
für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Projekt wurde am
Mittwoch vorgestellt.
Entwickelt wurde der Hub in Kooperation mit der Feuerwehr, der Akademie der
Katastrophenforschungsstelle, dem Deutschen Forschungszentrum für
Künstliche Intelligenz, der Freien Universität und der
Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg. „Wir
wollen [1][lieber vorsorgen können, damit wir uns nicht Sorgen müssen]“,
erklärt die Bundesministerin für Forschung und Technologie, Dorothee Bär
von der CSU.
Mit dem Innovationshub soll die zivil-militärische Zusammenarbeit gestärkt
werden. Der Ort am Ostbahnhof wird als „stationäres Resilienzlabor“
bezeichnet. Dort können sich Berliner*innen ab Ende 2026 für eine
Begehung anmelden und interaktive Krisenszenarien ausprobieren.
„Die Demokratie wird von Innen und Außen angegriffen“, sagt der Regierende
Bürgermeister Kai Wegner (CDU). [2][Krisen müssten besser bewältigt werden,
daher werde die Zusammenarbeit von zivilen und militärischen]
Organisationen, er meint Bundes- und Feuerwehr, immer bedeutender.
## Black Box, Roboter und interaktive Spiele
Das Labor hat sich zur Eröffnung mit dem Krisenszenario „Stromausfall“
befasst. Dafür wurden verschiedene Stationen aufgebaut, um
Besucher*innen zu zeigen, wie sie sich auf den Ernstfall vorbereiten
können. Eine Station ist die schwarze Box in der Ecke des Raumes. Dort
können Besucher*innen reingehen und so hautnah erleben, wie es ist, an
einem Ort zu sein, an dem der Strom ausgefallen ist. Je weiter man sich in
den Raum begibt, desto dunkler wird es.
An der nächsten Station können Besucher*innen herausfinden, wie sie
sich im Krisenfällen verhalten sollten. Dafür wurden zwei große Bildschirme
mit Touchscreens aufgestellt. Wie bei dem Spiel „Sims“ kann ein Avatar
ausgewählt werden. Jede*r kann damit in verschiedene Rollen schlüpfen.
Entweder als einzelne*r Bürger*in oder Person mit Kind. Weitere
Charaktere sind Bundeswehrsoldat*innen, Feuerwehrmänner/Feuerwehrfrauen und
viele mehr. Ziel ist es, Bürger*innen dafür zu sensibilisieren, welche
Aufgabe jede*r in einer Krisensituation hat. Im Spiel lernt man unter
anderem auch, auf seine Nachbar*innen zu achten.
## Wunsch nach einer resilienten Zivilbevölkerung
„Hybride Bedrohungen bereiten uns tagtäglich Sorgen“, erklärt
Generalleutnant André Bodemann. Die [3][Bundeswehr blicke auf die Ukraine,
in der zivile Standorte angegriffen] werden, wie Krankenhäuser oder
Kraftwerke. „Die Zivilbevölkerung und die kritische Infrastruktur müssen
sich resilienter aufstellen.“
„In der Gesellschaft gibt es dringenden Handlungsbedarf“, meint
Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr, Karsten Homrighausen, und hebt
den Wunsch nach einer resilienten Zivilbevölkerung hervor. Menschen müssten
lernen, Gefahren wahrzunehmen, einzuschätzen und selbst zu bekämpfen. Zu
oft würde der Notruf gewählt.
28 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Stromausfall-in-Berlin/!6105502
(DIR) [2] /Brandanschlag-auf-Stromnetz-in-Berlin/!6142611
(DIR) [3] /Zerstoerte-Infrastruktur/!6140492
## AUTOREN
(DIR) Albertina Pangula
## TAGS
(DIR) Krisenmanagement
(DIR) Krisenprävention
(DIR) Stromausfall
(DIR) Schwarz-rote Koalition in Berlin
(DIR) Stromausfall
(DIR) Berlin
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Schutz kritischer Infrastruktur: Nur ein Vorwand für Freiheitseinschränkung
CDU und SPD legen die Axt an Berlins Informationsfreiheit. Experten und
Opposition sind empört: Dem Schutz kritischer Infrastruktur werde nicht
geholfen.
(DIR) Anschlag auf Stromnetz in Berlin: „Es gibt keine absolute Sicherheit“
Der Anschlag auf das Berliner Stromnetz hat eine Schwachstelle getroffen,
sagt Energieexperte Kai Strunz. Es brauche mehr dezentrale Netzwerke.
(DIR) Stromausfall in Berlin: Berlin ist angreifbar
Das Blackout zeigt, wie fragil auch die deutsche kritische Infrastruktur
sein kann. Das ist ein Denkzettel für die Stadtpolitik.