# taz.de -- Vorwahlen in den USA: Another One Bites The Dust
       
       > Im US-Bundesstaat Texas gewinnt die Vorwahl der Republikaner der von
       > Trump unterstütze Kandidat Ken Paxton. Trotz Irankrieg genießt der
       > Präsident weiter Rückhalt.
       
 (IMG) Bild: Der Gewinner zumindest dieses Abends: Ken Paxton in Texas am 26. Mai
       
       Der Einfluss von US-Präsident Donald Trump über die republikanische
       Wählerschaft hält weiter an. Am Dienstag stimmten die [1][Wähler:innen
       im US-Bundesstaat Texas] für den von Trump unterstützten Senatskandidaten
       Ken Paxton. Dieser konnte sich in einer Stichwahl klar gegen Amtsinhaber
       John Cornyn durchsetzen. Cornyn hatte Trump nach dem Sturm auf das Kapitol
       am 6. Januar 2021 als „unwählbar“ bezeichnet und geriet damit auf dessen
       Abschussliste.
       
       Da sich Texas fest in republikanischer Hand befindet, geht Paxton zunächst
       als Favorit in die bevorstehenden Kongresswahlen. Ob der loyale
       Trump-Unterstützer aber letztendlich in Washington landen wird, bleibt
       offen. Sein [2][demokratischer Kontrahent James Talarico] gilt als
       Hoffnungsträger der Partei und könnte im November vielleicht für eine
       Überraschung sorgen.
       
       Nicht zuletzt, da Paxton wegen vieler Skandale als eher schwacher Kandidat
       gilt. Talarico nannte ihn jüngst den „korruptesten Politiker in Amerika“.
       Aus internen republikanischen Kreisen heißt es sogar, dass die Partei bis
       zu 250 Millionen Dollar investieren müsse, um sicherzustellen, dass Paxton
       den Senatssitz gewinnt. Ausschlaggebend für Paxtons Sieg am Dienstag war am
       Ende die Empfehlung von Trump, die dieser in der vergangenen Woche abgab.
       
       ## Paxton sorgte für diverse Schlagzeilen
       
       Paxton wusste daher genau, wem er den Sieg zu verdanken hatte. „Präsident
       Trump ist der Anführer unserer Partei, und seine Unterstützung ist das
       mächtigste Instrument in der Politik“, erklärte er nach seinem Wahlsieg.
       
       Der 63-jährige Paxton bekleidet seit 2015 das Amt des texanischen
       Justizministers. Während der Amtszeit [3][des demokratischen Ex-Präsidenten
       Joe Biden] machte sich Paxton mit unzähligen Klagen gegen die
       Bundesregierung einen Namen. In den vergangenen Jahren waren es allerdings
       vor allem Korruptionsvorwürfe sowie angebliche außereheliche Affären, mit
       denen Paxton für Schlagzeilen sorgte.
       
       Trotz der Korruptionsvorwürfe wurde er in einem Amtsenthebungsverfahren
       freigesprochen. Die angeblichen Affären dürften jedoch zum Scheitern seiner
       Ehe geführt haben. Seine Frau reichte im vergangenen Jahr die Scheidung ein
       und bezog sich auf „biblische Gründe“.
       
       ## Andere Trump-Gegner verloren ebenfalls ihre Vorwahlen
       
       Paxtons Sieg verdeutlicht wohl erneut, dass der Rückhalt in der
       republikanischen Basis für Trump trotz des Irankriegs und der daraus
       resultierenden Preissteigerungen ungebrochen ist.
       
       Obwohl Cornyn während seiner Amtszeit nahezu zu 100 Prozent für die Politik
       des Präsidenten gestimmt hatte, reichte ein persönlicher Zwist mit Trump
       aus, um das Ende seiner politischen Karriere einzuleiten. Er ist somit der
       zweite amtierende republikanische Senator, der innerhalb der vergangenen
       zwei Wochen bei parteiinternen Vorwahlen gegen einen von Trump unterstützen
       Kandidaten den Kürzeren zog.
       
       [4][Senator Bill Cassidy, der für Trumps Amtsenthebung nach dem 6. Januar
       2021 stimmte], verlor die Vorwahl in Louisiana bereits am 16. Mai. Auch
       andere Trump-Gegner mussten in den bisherigen Vorwahlen ihren Hut nehmen.
       Der bekannteste unter ihnen dürfte der Abgeordnete Thomas Massie sein, der
       die Veröffentlichung der Epstein-Dokumente im Kongress gegen den Willen des
       Präsidenten forderte und damit durchkam. Er verlor seine Vorwahl in
       Kentucky in der vergangenen Woche.
       
       Eine kleine Niederlage gab es aber auch für Trump: In Alabama ⁠entschied
       ein dreiköpfiges Richtergremium, dass eine von den Republikanern
       unterstützte Wahlkreiskarte schwarze Wähler absichtlich diskriminiere und
       für die Wahlen 2026 nicht verwendet werden dürfe. Stattdessen müsse Alabama
       ‌weiter eine Karte verwenden, die zwei Wahlkreise mit beträchtlichem
       ‌Anteil an schwarzer Bevölkerung vorsehe, nicht nur einen. Republikaner in
       Alabama ‌kündigten umgehend an, beim konservativ dominierten Obersten
       Gerichtshof ⁠der USA Berufung einzulegen.
       
       ## Das „Trump-Label“ könnte auch schaden
       
       Trotz der deutlichen [5][Siege der Trump-Kandidaten in den Vorwahlen]
       könnte sich dies als Nachteil für die Republikaner erweisen. Bei den
       bevorstehenden Kongresswahlen dürfen im Gegensatz zu den Vorwahlen nicht
       nur Parteimitglieder ihre Stimmen abgeben. Diese breitere Wählerschaft
       enthält ein deutlich geringer Anteil an MAGA-Anhänger:innen und dürfte
       daher weniger gewillt sein, für Trump-Loyalisten zu stimmen.
       
       „Die Gefahr für Republikaner in umkämpften Wahlkreisen und Bundesstaaten
       besteht darin, mit dem ‚Trump-Label‘ versehen zu werden“, sagte Jim Kessler
       von der Denkfabrik Third Way dem Medium Newsweek.
       
       Hinzu kommt, dass die Partei des amtierenden Präsidenten bei den
       Kongresswahlen in den meisten Fällen Sitze verliert. Ob es Demokraten
       gelingen wird, die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus oder aber im Senat
       zurückzuerobern, wird sich dennoch erst im November zeigen. Ganz
       ausgeschlossen scheint dies aktuell nicht.
       
       Mit Reuters
       
       27 May 2026
       
       ## LINKS
       
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