# taz.de -- US-Geheimdienstkoordinatorin: Tulsi Gabbard kündigt Rücktritt an
       
       > Tulsi Gabbard war eine unkonventionelle Wahl für die Aufsicht über die
       > US-Geheimdienstbehörden. Für ihren Rücktritt führt sie einen privaten
       > Grund an.
       
 (IMG) Bild: Hatte offenbar Differenzen mit US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg: Tulsi Gabbard
       
       ap | US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat ihren Rücktritt
       angekündigt. Sie begründete den Schritt mit einer Krebserkrankung ihres
       Ehemanns. „Bei meinem Mann Abraham wurde vor kurzem eine extrem seltene
       Form von Knochenkrebs diagnostiziert“, schrieb Gabbard in einer Erklärung,
       [1][die am Freitag auf der Plattform X veröffentlicht wurde]. Sie müsse
       sich „aus dem öffentlichen Dienst zurückziehen, um an seiner Seite zu sein
       und ihn in diesem Kampf voll und ganz zu unterstützen“, hieß es in dem
       Schreiben, über das zunächst der Sender Fox News berichtete. Abgeben werde
       sie das Amt am 30. Juni.
       
       Gabbard ist das bislang vierte Kabinettsmitglied, das in der zweiten
       Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ausscheidet. Zuvor hatte es
       Spekulationen über einen möglichen Bruch zwischen Gabbard und Trump
       gegeben. Hintergrund war Trumps Entscheidung, Iran anzugreifen, die auch
       innerhalb seiner Regierung zu Spannungen führte. Joe Kent, Direktor des
       Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, hatte bereits im März seinen
       Rücktritt angekündigt. Er könne den Krieg „nicht guten Gewissens“
       unterstützen, erklärte Kent.
       
       ## Lob von Trump
       
       Trump lobte Gabbard in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social für
       ihre Arbeit. Sie verlasse seine Regierung leider Ende Juni, schrieb er und
       veröffentlichte dazu das Rücktrittsschreiben seiner wichtigsten Beraterin
       in nachrichtendienstlichen Fragen. Gabbard wolle mit Blick auf die Diagnose
       „zu Recht“ bei ihrem Mann sein. „Tulsi hat unglaubliche Arbeit geleistet,
       und wir werden sie vermissen.“ Kommissarisch werde Gabbards „hoch
       angesehener“ Stellvertreter Aaron Lukas an die Spitze der US-Geheimdienste
       aufrücken.
       
       Gabbard, Veteranin und frühere demokratische Kongressabgeordnete aus
       Hawaii, hatte ihr politisches Profil stark auf ihrer Ablehnung von Kriegen
       im Ausland aufgebaut. Das brachte sie in eine schwierige Lage, als die USA
       sich Israel anschlossen und am 28. Februar Angriffe auf Iran begannen.
       
       ## Keine klare Unterstützung für Trumps Iran-Kurs
       
       Bei einer Anhörung im Kongress im März fielen Gabbards vorsichtige
       Äußerungen auf, in denen sie Trumps Entscheidung für den Angriff nicht
       ausdrücklich unterstützte. Sie wich wiederholt Fragen aus, ob das Weiße
       Haus vor möglichen Folgen des Konflikts gewarnt worden sei – darunter die
       faktische Schließung der Straße von Hormus durch Iran.
       
       In schriftlichen Ausführungen an den Geheimdienstausschuss des Senats
       erklärte Gabbard, es habe nach US-Angriffen im vergangenen Jahr, die das
       iranische Atomprogramm „ausgelöscht“ hätten, keinen Versuch Irans gegeben,
       seine nuklearen Fähigkeiten wieder aufzubauen. Damit widersprach sie
       praktisch Trump, der wiederholt betont hatte, der Krieg sei notwendig
       gewesen, um eine unmittelbare Bedrohung durch die Islamische Republik
       abzuwenden.
       
       ## Unkonventionelle Wahl
       
       Als Gabbard im Februar 2025 [2][als Trumps Wunschkandidatin] im Senat
       bestätigt wurde, stimmten 52 Senatoren für sie und 48 dagegen. Selbst
       Republikaner, die zuvor die Erfahrung und das Urteilsvermögen der
       45-Jährigen in Frage gestellt hatten, schwenkten ein auf die Parteilinie.
       Die einzige Gegenstimme aus der eigenen Partei kam vom ehemaligen Chef der
       Senatsfraktion, Mitch McConnell.
       
       Für die Aufsicht und Koordinierung der 18 verschiedenen
       Geheimdienstbehörden des Landes war sie eine unkonventionelle Wahl. In der
       Vergangenheit hatte sie Sympathie für Russland bekundet, den inzwischen
       gestürzten syrischen Machthaber Baschar al-Assad getroffen und den
       Whistleblower und ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden
       unterstützt, der das Ausmaß weltweiter Überwachungsprogramme – insbesondere
       durch amerikanische Dienste – öffentlich machte.
       
       23 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://x.com/TulsiGabbard/status/2057876821421527476
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