# taz.de -- Slowenien: Rechtsnationalist Janša zu neuem Regierungschef gewählt
> Das slowenische Parlament hat Janez Janša erneut zum Regierungschef
> gewählt. Dabei ist die linksliberale Gibanje Svoboda seit Kurzem stärkste
> Kraft.
(IMG) Bild: Er ist wieder da: Janez Janša ist erneut Ministerpräsident von Slowenien
kna | Sloweniens Parlament hat den [1][Rechtspopulisten Janez Janša] als
Ministerpräsidenten bestätigt. Laut slowenischen Medien stimmten am
Freitagnachmittag 51 der 90 Abgeordneten in Ljubljana für Janša als
Regierungschef. Damit blickt der konservative Politiker seiner insgesamt
vierten Amtszeit entgegen. Kritik wurde zuletzt wegen der Zusammenarbeit
mit der prorussischen Partei Resni.ca laut.
Bereits am Donnerstag hatte [2][Janšas Slowenische Demokratische Partei
(SDS)] einen Koalitionsvertrag mit den Christdemokraten und der Partei
Demokrati von Ex-Außenminister Anže Logar unterzeichnet. Die neue
Mitte-rechts-Regierung löst die linksliberale Koalition unter
Ministerpräsident Robert Golob ab.
In ihrem Regierungsprogramm setzen die konservativen Parteien auf
Steuererleichterungen, Bürokratieabbau sowie den Kampf gegen Korruption und
irreguläre Migration. Für Aufsehen sorgen darüber hinaus geplante Maßnahmen
wie verpflichtende Drogentests für Beamte und ein Handyverbot an Schulen.
## Kooperation mit prorussischer Partei
Laut Marko Lovec, Politikprofessor an der Universität Ljubljana, hat sich
der Rechtsruck schon länger abgezeichnet. „Unerwartet ist hingegen, dass
die Partei Resni.ca, eine impfgegnerische, prorussische Partei, die ein
Referendum über die Nato-Mitgliedschaft forderte und sich zunächst gegen
Janšas Politik stellte, jetzt beschließt, Janšas konservative
Minderheitskoalition zu unterstützen.“
Die stimmenschwächste Partei im Parlament kündigte an, in der Opposition zu
bleiben, Janšas Koalition aber bei Abstimmungen zu stützen. Im April wurde
ihr Vorsitzender, Zoran Stevanović, von den konservativen Abgeordneten zum
Parlamentspräsidenten gewählt.
In seinen ersten Amtszeiten fuhr Janša einen harten Kurs gegenüber Medien,
Zivilgesellschaft und Justiz. Auch das neue Regierungsprogramm sieht ein
Ende staatlicher Förderungen für NGOs vor. In Ljubljana kam es während der
Parlamentssitzung am Freitag zu Protesten.
Darüber hinaus wird Janšas erneutes Mandat von Manipulationsvorwürfen
überschattet: Er steht im Verdacht, mit dem israelischen privaten
Nachrichtendienst Black Cube zusammengearbeitet zu haben, um im Wahlkampf
[3][Stimmung gegen die Golob-Regierung] zu schüren. Zugeschnittene
Videoclips sollten den Eindruck von Korruption erwecken. Golob wirft Janša
„Verrat“ am Land vor.
Außenpolitisch dürfte Janša Sloweniens westliche Position stärken, meint
Lovec: „Das konservative Trio ist im Allgemeinen proeuropäisch,
Nato-freundlich und proukrainisch. Es wird erwartet, dass sie die
slowenische Außenpolitik stärker auf die USA ausrichten und Israel
unterstützen werden.“ Die Vorgängerregierung hatte Palästina 2024 als
eigenen Staat anerkannt.
22 May 2026
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