# taz.de -- Hausbesetzung in Potsdam: Polizei beendet Besetzung
       
       > Nach einer Woche geht die Stadt Potsdam gegen eine Hausbesetzung vor. Die
       > Polizei rückte an und räumte das Gebäude.
       
 (IMG) Bild: Besetzte Tornowstraße vor der Räumung
       
       dpa | Die Besetzung eines leerstehenden Hauses in der Tornowstraße in
       Potsdam ist nach Darstellung der Stadt friedlich beendet worden. Es seien
       am Morgen 21 Personen angetroffen worden, sagte ein Sprecher. Sie hätten
       inzwischen das Grundstück verlassen.
       
       Elf der Hausbesetzer seien nach der Aufforderung der Behörde freiwillig
       gegangen, so der Sprecher. Die anderen Personen wollten das Grundstück aber
       nicht verlassen. Deshalb habe die Polizei eingegriffen und sich Zugang zum
       Gebäude verschafft. „Es gab keinen Widerstand. Sie sind friedlich
       gegangen“, sagte der Sprecher der Stadt am Einsatzort. Es seien Anzeigen
       wegen Hausfriedensbruch gestellt worden.
       
       Seit einer Woche hatten mehrere Menschen ein leerstehendes Haus in der
       Tornowstraße 40 im Südwesten Potsdams besetzt. Sie wollen nach eigener
       Darstellung auf ungenutzten Wohnraum in der brandenburgischen
       Landeshauptstadt aufmerksam machen.
       
       Nach Angaben der Stadt darf das Haus, das bis 2023 als Gewerbegebäude
       genutzt wurde, laut Baurecht nicht zum Wohnen genutzt werden. Bei dem Haus
       handelt es sich laut Stadt um eine Gewerbeimmobilie, die der Kommune
       gehört. Auf dem Areal sollen neue Wohnungen gebaut werden.
       
       ## Aubel: Illegale Besetzung kein geeignetes Mittel
       
       Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) sagte laut einer Mitteilung,
       der Wunsch nach mehr bezahlbarem Wohnraum sei nachvollziehbar und die Stadt
       arbeite mit Nachdruck daran, neue Wohnangebote zu schaffen. „Eine illegale
       Besetzung privaten oder öffentlichen Eigentums ist jedoch kein geeignetes
       Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Dauerhafte Lösungen für
       gesellschaftliche Herausforderungen müssen im Rahmen von Recht und Gesetz
       gefunden werden.“
       
       Ein Sprecher der Hausbesetzer sagte der dpa vor Kurzem: „Wir fühlen uns
       sehr wohl in unserem neuen Zuhause und wollen gerne hier bleiben.“ Kritik
       am Vorgehen der Stadt kommt von den Linken. Die Räumung sei völlig
       unverhältnismäßig, sagte der Co-Vorsitzender der Linksfraktion im
       Stadtparlament, Konstantin Gräfe. Die Oberbürgermeisterin setze auf
       Polizeirecht statt auf Verhandlungen. „Damit eskaliert die Stadtspitze die
       Situation völlig unnötig“, sagte Gräfe.
       
       Die Stadt teilte zudem mit, sie habe in den vergangenen Tagen alle
       Handlungsoptionen geprüft – vom Beenden der illegalen Besetzung bis hin zu
       einer einvernehmlichen Lösung oder befristeten Duldung. „Die Nutzung des
       seit 2023 leerstehenden Gewerbegebäudes als Wohnhaus ist nicht zulässig und
       baurechtlich auch künftig nicht möglich“, hieß es. „Hiervon geht eine
       Gefahr für die Bewohnenden sowie für die öffentliche Sicherheit und Ordnung
       aus.“
       
       ## Platzverweise ausgesprochen
       
       Mitarbeiter des Ordnungsamtes sprachen am Morgen Platzverweise gegen die
       Hausbesetzer aus und untersagten das erneute Betreten des Geländes. Die
       Polizei begleite die Freigabe des Grundstücks, so die Stadt. Das Grundstück
       solle danach gesichert werden, um eine erneute Besetzung zu verhindern.
       
       Die Stadt plant auf dem Gelände in der Tornowstraße einen Neubau von
       Wohnungen. Das Vorhaben werde derzeit mit Nachdruck vorangetrieben, hieß
       es. Die leerstehenden Gebäude auf Grundstücken der Stadt sollen abgerissen
       werden.
       
       22 May 2026
       
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