# taz.de -- Mutmaßliche Anschlagspläne: Iran soll Mord an Schuster und Beck geplant haben
> Die Anschlagsgefahr für jüdische Einrichtungen ist seit Langem hoch. Nun
> wird bekannt: Es gab Pläne zum Mord an zwei Repräsentanten.
(IMG) Bild: Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster
kna | Zwei Männer sollen im Auftrag des Iran Mordanschläge auf den
Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und
den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck,
geplant haben. Die Bundesanwaltschaft teilte am Donnerstag mit, Anfang Mai
Anklage gegen zwei Männer erhoben zu haben. Bei ihnen handelt es sich um
einen aus Afghanistan stammenden Dänen sowie einen Afghanen. [1][Der
Spiegel hatte zuerst berichtet.]
Der angeklagte Däne hat laut Bundesanwaltschaft Anfang 2025 den Auftrag
erhalten, Informationen über Schuster und Beck einzuholen sowie zwei
jüdische Lebensmittelhändler auszuspähen. „All dies diente der Vorbereitung
von Mord- und Brandanschlägen in Deutschland“, heißt es. Der Mann müsse
sich nun wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit, Agententätigkeit zu
Sabotagezwecken, der versuchten Beteiligung an einem Mord und schwerer
Brandstiftung verantworten.
Der mitangeklagte Mann soll sich bereiterklärt haben, einem unbekannten
Dritten eine Waffe zu beschaffen und ihn zum Mordanschlag auf Beck zu
veranlassen. Bei ihm lautet der Vorwurf versuchte Beteiligung an einem
Mord.
## Beck: Iranischen Botschafter ausweisen
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft forderte als Reaktion von der
Bundesregierung, den iranischen Botschafter auszuweisen und weitere
Diplomaten zu unerwünschten Personen zu erklären. Außerdem müsse das in
Deutschland geparkte Vermögen der Familie des getöteten iranischen Führers
Ali Chamenei eingefroren werden. „Deutschland darf nicht tatenlos zusehen,
wie ausländische Staaten sich hierzulande an die Ermordung von Juden und
Israelfreunden machen“, sagte Beck dem Spiegel.
Der Generalsekretär der Konferenz der Europäischen Rabbiner, Gady Gronich,
forderte, die iranischen Revolutionsgarden europaweit als
Terrororganisation einzustufen und zu verbieten. „Das iranische Regime
führt einen systematischen Terrorkrieg gegen Juden, gegen Israel und gegen
demokratische Gesellschaften – auch mitten in Europa und auf deutschem
Boden.“
Dass in Europa israelische und jüdische Einrichtungen und auch Personen im
Visier sind, [2][ist insgesamt nicht neu]: „Die Bedrohung aus dem Iran ist
dauerhaft sehr hoch“, betonte vor wenigen Wochen ein Sprecher des
Zentralrats. Sie erscheine gleichwohl unter wechselnden Namen.
## Gezielte Eskalationsstrategie
Der Terrorexperte Hans-Jakob Schindler warnte vor Kurzem ebenfalls vor
einer wachsenden Gefahr für Jüdinnen und Juden durch proiranische Anschläge
– sogar nach einem möglichen Ende des Irankriegs. Der iranische
Geheimdienst mit den Revolutionsgarden im Zentrum verfolge derzeit eine
gezielte Eskalationsstrategie, sagte der Leiter der Organisation Counter
Extremism Project der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
„Die Revolutionsgarden werden verstärkt versuchen, die Dialogbereitschaft
von Teilen der Teheraner Führung gegenüber den USA und Israel durch
Anschläge auf Juden und jüdische Einrichtungen zu sabotieren“, erklärte
Schindler. Davon erhofften sie sich eine Stabilisierung des unter Druck
geratenen Regimes.
Zudem gehe es ihnen darum, die EU durch Terroraktionen gegen jüdische Ziele
auf dem Kontinent einzuschüchtern, damit die Europäer ihre relativ
zurückhaltende Position in dem Krieg beibehielten, so Schindler. „Ich
erwarte mehr Anschläge, ich erwarte härtere Anschläge gegen Juden, auch mit
Personenschäden.“
21 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/iran-soll-ermordung-von-josef-schuster-und-volker-beck-geplant-haben-a-87c39671-175e-4c7b-94ee-a0799304c34d
(DIR) [2] /Neues-Lagebild-des-Zentralrats-der-Juden/!6175335
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