# taz.de -- Messerangriff auf Fußballfans: Höchststrafe für Terroranschlag von Bielefeld
       
       > Das Düsseldorfer Oberlandesgericht verurteilt einen 36-jährigen Syrer
       > wegen vierfachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft und
       > Sicherungsverwahrung.
       
 (IMG) Bild: Düsseldorf, 2. März: Der Angeklagte Mahmoud M. wartet auf den Beginn des Prozesses
       
       dpa | Für den islamistischen Terroranschlag auf feiernde Menschen in
       Bielefeld ist der Attentäter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das
       Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den 36-jährigen Syrer Mahmoud M.
       wegen vierfachen versuchten Mordes schuldig, stellte die besondere Schwere
       seiner Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an. Er habe mit dem
       Anschlag seine dschihadistischen Ziele verfolgt, sagte der Vorsitzende
       Richter.
       
       Damit verhängte das Gericht die Höchststrafe, wie sie von der
       Bundesanwaltschaft beantragt worden war. Dem Angeklagten fehle jegliche
       Empathie mit den Opfern. [1][Wegen seiner radikal-islamischen Gesinnung]
       sei der Syrer nach wie vor gefährlich und seine Prognose ausgesprochen
       ungünstig, hatte die Bundesanwaltschaft ausgeführt. Die Verteidiger hatten
       auf eine schwere Kindheit des Angeklagten verwiesen und auf die Depression,
       die ihm ein psychiatrischer Gutachter attestiert hatte.
       
       Die vier Opfer hatten im Prozess berichtet, dass sie noch immer unter dem
       Anschlag leiden. Vor gut einem Jahr waren sie [2][nachts beim Feiern vor
       einer Bar in Bielefeld angegriffen und durch Messerstiche] lebensgefährlich
       verletzt worden. Der Angreifer habe dabei „Allahu akbar“ gerufen, sagte der
       Vorsitzende Richter. Unter den Feiernden waren zahlreiche Fans des
       Fußballvereins Arminia Bielefeld.
       
       Der Angeklagte hatte die Tat in der Untersuchungshaft Psychologen und
       Psychiatern gestanden und im Prozess in seinem Schlusswort eingeräumt. In
       der Untersuchungshaft hatte er darüber hinaus erzählt, bereits in Syrien
       zwei Menschen getötet zu haben, darunter seinen Halbbruder [3][im Auftrag
       der Terrormiliz Islamischer Staat (IS)].
       
       ## Staatsanwalt: IS-Vergangenheit in Syrien
       
       Nach Angaben des Staatsanwalts war der 36-Jährige bereits in Syrien
       jahrelang in den Reihen des IS aktiv, hatte den Treueeid auf den Kalifen
       geschworen, bevor er von kurdischen Einheiten als IS-Mann festgenommen und
       acht Monate inhaftiert gewesen sei. 2023 kam er nach Deutschland.
       
       Vor dem Anschlag habe er ein Bekennervideo an einen IS-Kontaktmann
       geschickt, das aber nicht veröffentlicht worden sei. Zudem habe er einen
       Zettel mit der selbst gezeichneten IS-Flagge bei sich getragen.
       
       Er habe möglichst viele Menschen töten wollen. Erst als er seinen selbst
       gebauten Stockdegen verlor und sich entschlossenem Widerstand gegenübersah,
       habe er die Flucht ergriffen. Einen Tag später, am Abend des 19. Mai, war
       er in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen worden, weil ihn ein Cousin
       an die Polizei verriet.
       
       ## Deutliche Worte des Psychiaters
       
       Laut psychiatrischem Gutachter ist der Angeklagte tiefgreifend islamistisch
       radikalisiert. Die islamistisch-dschihadistische Ideologie sei fester
       Bestandteil seiner Persönlichkeit und seines Wertesystems. Dafür habe er
       sogar den Kontaktabbruch zu seinen Kindern in Kauf genommen. Er sei
       kränkbar, intolerant und gewaltbereit.
       
       In Deutschland habe sich seine psychische Lage verschlechtert, nachdem der
       Familiennachzug gestoppt worden sei, er keine Arbeit gefunden und kein
       Deutsch gelernt habe. Die Teilnahme an einem Deradikalisierungsprogramm
       hatte der Syrer abgelehnt.
       
       1 Jun 2026
       
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