# taz.de -- Waffengesetze in Kalifornien: Streng, nicht streng genug
> Nach dem tödlichen Angriff in San Diego blickt die Welt auf die
> Waffengewalt. Welche Regeln gelten im US-Bundesstaat Kalifornien?
(IMG) Bild: In Kalifornien kommt man noch immer sehr leicht an Waffen
Kein anderes Industrieland hat so ein großes Problem mit Waffengewalt wie
die USA. Tödliche Angriffe wie der am Montag in San Diego, bei dem zwei
jugendliche Täter mutmaßlich zuerst drei Menschen in einem islamischen
Zentrum und dann sich selbst erschossen, sind keine Seltenheit.
Schießereien wie diese stoßen immer wieder Diskussionen über striktere
Waffengesetze an. Dabei gelten im demokratisch regierten Kalifornien, dem
Bundesstaat in dessen Süden die Metropole liegt, bereits vergleichsweise
strenge Regeln.
In den USA sterben jährlich mehr als 40.000 Menschen durch Schusswaffen.
Mehr als die Hälfte davon sind Suizide. So gibt es das [1][PEW Research
Center] an, welches sich auf Daten der US-Gesundheitsbehörde beruft. Zum
Vergleich: In Deutschland gibt es [2][in der Regel unter 200]
Schusswaffentote pro Jahr. Im weltweiten Vergleich stehen die USA damit auf
Platz 13, zwischen Ländern wie Brasilien und Panama.
Waffengewalt ist ein politisch stark aufgeladenes Thema. In den
verschiedenen US-Bundesstaaten gelten teils sehr unterschiedliche Gesetze,
die den Verkauf und Besitz von Schusswaffen regeln.
Um in Kalifornien Schusswaffen erwerben zu dürfen, müssen sich Menschen
einem Backgroundcheck unterziehen. Neue Pistolen und Gewehre dürfen nur von
staatlich lizensierten Händlern verkauft werden. Und vor dem Erhalt der
Waffe muss man rund 10 Tage warten. Der Weiterverkauf zwischen
Privatpersonen wird stark reguliert.
## Eigentlich strenge Vorschriften
Es gelten Registrierungspflichten und Obergrenzen dafür, wie viele Waffen
in einem bestimmten Zeitraum gekauft werden dürfen. Der Handel mit „Assault
Weapons“, etwa bestimmten halbautomatischen Gewehren und Pistolen mit
großen Magazinen, ist weitgehend verboten. Waffen müssen in speziellen
Schränken aufbewahrt werden.
Doch auch in Kalifornien kommt man – verglichen mit Deutschland – immer
noch sehr leicht an Schusswaffen, solange man die Voraussetzungen erfüllt.
Wer keine Vorstrafen und einen Wohnsitz im Bundesstaat hat, besteht den
Test in der Regel. Ein konkreter [3][Bedürfnisnachweis wie in Deutschland],
also der Beleg, dass man die Waffe für den Sport oder die Jagd benötigt,
wird nicht verlangt. Teilweise werden Waffen legal oder illegal aus
Nachbarstaaten mit liberaleren Vorschriften, wie Arizona oder Nevada, aber
auch etwa aus Texas eingeführt.
Im Laufe der Ermittlungen nach dem Attentat von San Diego fanden die
Behörden über 30 Waffen in den Häusern, in denen die Tatverdächtigen wohnen
sollen. Zumindest einige stammten Aussagen der Polizei zufolge aus dem
Besitz eines Elternteils. Die Mutter eines der Schützen hatte kurz vor der
Tat die Polizei gerufen und gemeldet, ihr Sohn sei verschwunden und
suizidgefährdet – außerdem würden einige ihrer Waffen fehlen.
Derweil mehren sich Stimmen, die weitere Restriktionen fordern. Kris Brown,
Präsidentin der Waffenkontroll-Organisation [4][Brady United], erklärte
nach dem Anschlag, es sei niemals zu spät für die gewählten
Vertreter:innen, „den Hass in diesem Land vollständig zu entwaffnen“.
21 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.pewresearch.org/short-reads/2026/04/28/what-the-data-says-about-gun-deaths-in-the-us/
(DIR) [2] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html?utm_source=chatgpt.com
(DIR) [3] /Waffenrecht-in-Deutschland/!5747097
(DIR) [4] https://www.bradyunited.org/
## AUTOREN
(DIR) Fabian Schroer
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