# taz.de -- Ausbau von Windenergie: Offshore-Branche legt Wunschliste vor
       
       > Investitionen in Windkraft auf See sind teurer als noch vor wenigen
       > Jahren vermutet. Der Branchenverband setzt auf politische Unterstützung.
       
 (IMG) Bild: Immer noch zu selten: Investoren scheuen die hohen Kosten von Windrädern im Meer
       
       Steigende Kosten setzen die Offshore-Windkraft unter Druck. Daher tritt die
       Branche jetzt mit einem Vorschlag an die Politik heran, der es
       Projektierern ermöglichen soll, ersteigerte Flächen auf See wieder
       „transparent und rechtssicher“ zurückzugeben. Zuvor war bekannt geworden,
       dass Großinvestoren prüfen, geplante Projekte aufgrund veränderter
       wirtschaftlicher Rahmenbedingungen [1][nicht zu realisieren].
       
       Es bestehe die Gefahr, dass Flächen für bis zu 16 Gigawatt installierter
       Leistung blockiert werden, sagte Stefan Thimm, Geschäftsführer des
       Bundesverbandes Windenergie Offshore (BWO), am Mittwoch in Berlin. Ein
       Projektvolumen von bis zu 50 Milliarden Euro sei damit gefährdet.
       
       Da das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) ohnehin gerade novelliert
       wird, präsentierte der BWO nun seine Wünsche. Zum einen müssten
       erfolgreiche Bieter einmalig die Möglichkeit haben, binnen vier Wochen nach
       Inkrafttreten eines neuen WindSeeGs [2][ersteigerte Flächen ohne
       Strafzahlungen] zurückzugeben, um anderen Investoren den Einstieg zu
       ermöglichen. Die angezahlten zehn Prozent der gebotenen Summe seien dann
       zwar verloren, aber eine zusätzlich hinterlegte Kaution werde
       zurückgezahlt.
       
       Die Unternehmen müssten im Gegenzug ihre bisher erstellten Unterlagen an
       die Bundesnetzagentur herausgeben und dürften an einer neuen Ausschreibung
       derselben Fläche nicht teilnehmen. Zudem sei es sinnvoll, künftig jedem
       Bieter nur noch für eine Fläche einen Zuschlag zu erteilen.
       
       ## Konzerne scheuen Investitionen
       
       Hinter den Überlegungen stehen aktuelle Hinweise, dass Konzerne, die in den
       Jahren 2023 und 2024 Seegebiete ersteigert haben, längst die
       [3][Investitionen scheuen]. Denn seither sind die Windkraftanlagen teurer
       geworden, auch die Finanzierungskosten sind gestiegen. Zudem belasten
       Engpässe in den Lieferketten die Projekte.
       
       Der BWO wünscht sich nun, dass der Staat den Investoren bei künftigen
       Ausschreibungen der Seeflächen indexierte Vergütungen gewährt. Diese
       könnten sich zum Beispiel an den Preisen der Großkomponenten orientieren.
       Möglichen Mehrkosten bei der Projektumsetzung stünden dann entsprechend
       höheren Stromerlösen gegenüber. Allerdings gebe es zu dem Vorschlag bislang
       noch keine verbindlichen Äußerungen aus der Politik, so der BWO.
       
       20 May 2026
       
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