# taz.de -- Fünf Jahre Flutkatastrophe: Keiner allein
       
       > Fünf Jahre nach der großen Flut sind in Schweinheim in der Voreifel alle
       > Häuser wieder aufgebaut. Und der Zusammenhalt im Dorf ist stärker als
       > zuvor.
       
 (IMG) Bild: Nach der Flut: Am 19. Juli 2021 dürfen die Evakuierten von Schweinheim zurück in ihr Dorf
       
       Als wär der Rhein hier einmal durchgerauscht.“ So beschreibt Anja Tranelis
       die Flutkatastrophe von 2021. Sie und ihr Mann Jörg, damals um die fünfzig,
       waren mitten drin – um zwei Ponys zu retten, schwammen sie durch die
       Fluten. „Ich hätte nicht gedacht, dass man so etwas überleben kann.“
       
       Überlebt haben die Nacht vom 14. auf den 15. Juli fast alle der
       416Bewohner*innen der nordrhein-westfälischen Ortschaft Schweinheim, ein
       Mann ertrank in seinem Keller. Videos zeigen, mit welcher Kraft die
       Wassermassen damals ihren Weg durch das kleine Dorf nahmen: Autos, Gebäude,
       Hausrat und Bäume wurden von der starken Flutwelle mitgerissen – ein
       umgekipptes Rettungsboot war auch darunter. In letzter Sekunde retteten
       Cornelia Chemnitz und ihr Mann einen Feuerwehrmann aus dem reißendem Strom.
       „Hätte ich gewusst, dass die Talsperre da schon am Überlaufen war, ich
       hätte Todesangst gehabt“, sagt die Fünfundsechzigjährige heute.
       
       Auslöser der [1][Katastrophe war das Tief "Bernd"], das binnen weniger Tage
       für Niederschläge von bis zu 165 Litern pro Quadratmeter sorgte. Am Abend
       des 14. Juli steigt der Pegel in Schweinheim im Minutentakt. Grund dafür
       sind nicht nur die beiden Bäche, die in der Ortsmitte zum Orbach
       zusammenkommen und sich in dem viel zu engen Bett stauen. Auch das Wasser
       in der über dem Ort gelegenen Steinbachtalsperre tritt über. Zudem fließt
       das Regenwasser in reißenden Strömen über die Felder geradewegs ins Tal –
       dort liegt das Dorf. Da die Behörden den Bruch der Talsperre befürchten,
       wird evakuiert. Nur Landwirt Stephan Brock darf bleiben, um sich um sein
       Vieh zu kümmern. „Das war wie ein böser Film“, erinnert sich Brock (52):
       „Es gab ja keinen Strom und auch kein Handynetz.“ Feuerwehrwagen stehen
       bereit, um den Bauer und seine Mitarbeiter*innen im Ernstfall wegzubringen.
       
       Fünf Jahre später plätschert der Orbach wieder friedlich durch den Ort. Der
       Damm hat gehalten, der Einsatz eines Baggerfahrers, der unter Lebensgefahr
       den Ablass der Talsperre freischaufelte, ging durch die Medien. Bis auf
       zwei Ausnahmen sind alle beschädigten Häuser wieder aufgebaut, auch die
       alten Fachwerkhäuser erstrahlen in neuem Glanz. Blühende Bäume,
       Vogelgezwitscher und das Surren der Rasenmäher machen die Idylle perfekt.
       Vereinzelt entdeckt man Schilder, auf denen die Hochwassermarke verzeichnet
       ist, bei den Tranelis waren es 1,40 Meter, in der Dorfmitte an die 2 Meter.
       
       Ansonsten ist das „Jahrhundertereignis“ nur noch dem Dorfplatz anzusehen,
       die zuständige Stadt Euskirchen hat das Pflaster bis heute nicht erneuert,
       den Schotter brachten die Leute aus dem Dorf selbst auf, als sie 2023 ein
       Dankesfest ausrichteten. Es galt den Hunderten von Helfer*innen, [2][die
       bei den Aufräumarbeiten geholfen hatten], aus der ganzen Republik waren sie
       angereist.
       
       Sie stammten aber auch aus dem Dorf selbst: Helmut Doll (66) etwa, er
       gehört zu den wenigen Haushalten in Schweinheim, die wenig betroffen waren,
       trotzdem lasse ihn das Erlebte bis heute nicht los, sagt er der taz.
       Eigentlich Bankkaufmann von Beruf, betreibt Doll am Dorfrand eine Galerie,
       zum Zeitpunkt der Flut lebt er schon über dreißig Jahre hier, Kontakt
       pflegt er nur wenig.
       
       Das ändert sich mit der Evakuierung schlagartig, plötzlich sitzen alle
       buchstäblich in einem Boot beziehungsweise in dem Bus, der sie zusammen in
       Sicherheit bringt. Ebenso eingeprägt hat sich Doll das gemeinsame Hoffen
       und Bangen, als sie sich fünf Tage später vor dem Dorf wieder treffen.
       Niemand weiß, in welchem Zustand er sein Zuhause wiederfinden wird, weshalb
       die Stadt Euskirchen auch Seelsorger mitschickt. Das war wohl bedacht: Für
       viele bricht kurz darauf die Welt zusammen.
       
       „Mein Mann und ich sind von Haus zu Haus und haben versucht, zu retten, was
       zu retten war“, erzählt Helmut Doll von den folgenden Wochen. Sie helfen
       mit, den mit Fäkalien und Heizöl verunreinigten Schlamm wegzuschaufeln und
       den Müll zu turmhohen Bergen zu stapeln. Mit dabei ist auch Bauer Stephan
       Brock, der mit Leuten und Gerät die Abtransporte bewerkstelligt, der dank
       seiner Verbindungen Sand organisieren kann sowie Beton, den er selbst unter
       ein einsturzbedrohtes Gebäude spritzt. Eine Nottankstelle wird auf Brocks
       Hof eingerichtet, der gleichzeitig auch als Treffpunkt dient. Jeden Abend
       finden sich die Dörfler zum gemeinsamen Essen ein. „Und plötzlich sitzt man
       mittendrin“, erinnert sich Doll. „Und das Schöne war, dass wir dann
       versucht haben, gemeinschaftlich die Dinge zu organisieren.“
       
       Auf den Dorfversammlungen wird beraten, was als Nächstes angepackt wird,
       wie und von wem. „Du hast ja schnell mal Vorurteile,“ gesteht Stephan
       Brock. „Aber ich hab direkt gemerkt, was für tolle Leute du hier um dich
       rum hast.“ Er vergleicht das Dorf mit einer Fußballmannschaft, in der sich
       alle nach ihren Fähigkeiten eingebracht hätten: „Von der Putzfrau bis zum
       Manager hatten wir alle dabei.“
       
       Brock übernimmt bei den Versammlungen die Moderation, flankiert wird er von
       Karl Kreuzberg, einem ihm bisher völlig unbekannten Nachbarn. Verrückt,
       sagt Brock lachend, denn Kreuzberg habe damals schon jahrelang nur 50 Meter
       weiter gewohnt, zudem sei er der Chef seines Steuerbüros. Der Bauer findet
       in dem Nachbarn die ideale Ergänzung: „Ich bin mehr so fürs Technische“,
       erläutert er. „Und der Karl, der kann reden.“
       
       Tatsächlich scheint Karl Kreuzberg (58) ein ruhiger Gegenpol zu dem
       impulsiven Landwirt. Bei der Frage, ob die Neugründung des Dorfes je zur
       Debatte gestanden habe, denkt er erst einmal nach. Nein, antwortet er, die
       Versicherungen hätten auch keine Wahl gelassen, denn die zahlten ja nur
       geringe Abfindungen, sollte man sich zu einem Wegzug entscheiden.
       
       Während das Land Nordrhein-Westfalen noch über die Fluthilfe berät,
       beschließt das Dorf, einen Spendenrat zu wählen, der die vielen eingehenden
       Spenden verteilen soll. Bei der Zusammensetzung habe man darauf geachtet,
       dass alle im Dorf repräsentiert werden, erläutert Karl Kreuzberg: „Männlein
       wie Weiblein, Ältere und Jüngere.“ Der Dorfälteste, der ansässige Landadel,
       eine Ärztin, eine Lehrerin und eine Alteingesessene sind dabei, Banker
       Helmut Doll bringt die Expertise mit. „Jeweils zu zweit haben wir uns die
       Haushalte peu à peu vorgenommen, haben Aufnahmen und Notizen gemacht“,
       erinnert sich Doll. „Ich hatte da alte Männer, die in zerlumpten Klamotten
       vor mir standen und heulten. Es war ja alles weg.“ Doll schluckt, auch
       jetzt, fünf Jahre später, berühre ihn das noch sehr, auch weil manche Alte
       inzwischen gestorben seien. „Die sind daran zerbrochen“, glaubt Doll.
       
       Geld sei oft gar nicht das Hauptthema gewesen, berichtet auch Beate Klinke
       (70), die Lehrerin im Spendenrat. Viele hätten vor allem ein offenes Ohr
       gebraucht. Ausgemacht hat ihr das nichts, im Gegenteil, von den vertrauten,
       ja oft intimen Begegnungen hat sie selbst profitiert. So wie Kreuzberg und
       Doll zählt auch Beate Klinke zu den „Zugezogenen“, die sich erst seit der
       Flut in die Gemeinschaft eingebunden fühlen. „Das ist jetzt auch mein
       Dorf“, sagt sie. „Deswegen bezeichne ich mich als Flutgewinnlerin.“
       
       Fast eine halbe Million Euro Spenden kommen in den Monaten nach der Flut
       zusammen, viel Geld und Unterstützung beim Fundraising kommt von Menschen
       aus dem Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim, die sich durch die
       Namensvetternschaft mit dem Dorf in der Voreifel verbunden fühlen.
       Vereinnahmen lassen habe man sich aber nicht wollen, betont Stephan Brock.
       So wurde etwa ein Spendenangebot von einer Musikband aus der
       verschwörungsideologischen Szene dankend abgelehnt.
       
       Um Quittungen ausstellen zu können, wird von Klinke, Kreuzberg und anderen
       der gemeinnützige Verein „Schweinheim hat Zukunft“ gegründet. Verteilt wird
       das Geld nach festen Kriterien, über jeden Fall wird im Spendenrat
       abgestimmt. Besonders bedürftige Menschen bekommen eine Soforthilfe, nach
       einer ersten Runde folgt ein Jahr später eine zweite Ausschüttung. Es sei
       wichtig gewesen, alle zu berücksichtigen, sagt Helmut Doll rückblickend.
       Deswegen habe man auch versicherten Haushalten, die sich im Nachteil sahen,
       weil sie anders als andere jahrelang hohe Beiträge gezahlt hatten, eine
       symbolische Summe ausgezahlt. Das alles vollzog sich auf höchst diskrete
       und unbürokratische Weise, berichten mehrere Befragte – und gerecht scheint
       es auch zugegangen zu sein, böse Stimmen habe bisher niemand vernommen.
       
       Dass Neid und Missgunst bis heute kein Thema im Dorf sind, liegt sicher
       auch daran, dass die Gemeinschaft darauf acht gegeben hat, dass jede*r die
       Hilfe bekommt, die für den Wiederaufbau nötig ist – so gut wie alle
       Schweinheimer*innen sind zurückgekehrt. Neben Soforthilfen sind 116.386.602
       Euro vom Land NRW für Entschädigungen privater Haushalte in Euskirchen
       insgesamt geflossen, in das stark zerstörte Schweinheim wird ein großer
       Teil davon geflossen sein. Der Verein stellte zwei „Dorfkoordinatorinnen“
       ein, die bei Anträgen unterstützten.
       
       Alexandra Kreuzberg war eine von ihnen: „Ich knie mich gerne in was rein
       und arbeite am liebsten im Hintergrund“, sagt sie. „Das war genau das
       Richtige.“ Nicht alle hätten die staatliche Hilfe angenommen, berichtet die
       Buchhalterin. Und es habe auch Leute gegeben, die ohne großes Aufhebens
       einen Teil des Gelds „in den großen Topf“ warfen, für Leute, die es nötiger
       hatten als sie, für einige waren die 20 Prozent Eigenbeteiligung schwer zu
       stemmen. Auch aufgrund dieser solidarischen Gesten beschloss der
       Spendenrat, Gelder für die Gemeinschaft zurück zu halten, für das
       Gemeinschaftshaus etwa, das wie der Dorfplatz bis heute auf eine Sanierung
       durch die Kommune wartet. „Das sind die Leute schon leid, dass das hier
       nicht vorangeht“, sagt Alexandra Kreuzberg. „Auch dass der Bach nicht
       gemacht wird. Wir haben hier doch jetzt HQ 100, da muss das Dorf doch
       geschützt werden.“
       
       HQ 100 steht für „Hochwasserszenario mittlerer Wahrscheinlichkeit“. Heißt:
       Schweinheim ist nun offizielles Hochwasserrisikogebiet. Für die Dörfler
       bedeutet das oft fünfstellige Versicherungsbeiträge im Jahr – für viele
       unbezahlbar. Andere bekommen gar keine Elementarversicherung mehr, da ihre
       Gebäude nicht den strengen Baurichtlinien entsprechen – eine
       Versicherungspflicht gibt es in NRW bisher nicht. Und nur entsprechende
       Schutzmaßnahmen würden die Situation ändern.
       
       Cornelia Chemnitz treibt vor allem der Schutz vor Starkregen um. „Ich bin
       gleich nach der Flut mit dem Fahrrad um das Dorf gefahren, um zu sehen, wo
       das Regenwasser lang ist und was man tun kann“, sagt die
       Landschaftsplanerin. „Damit das nicht noch mal so schlimm passiert.“ Als
       eine Betroffene aus einem ebenfalls stark zerstörten Nachbarort
       EU-Förderung für [3][eine sogenannte LEADER-Region] – ein ländliches
       Gebiet, das von der Europäischen Union als Förderregion anerkannt ist –
       beantragt, schließt sie sich sofort an. Mit weiteren Leuten aus den
       umliegenden Städten und Gemeinden gründet sie den Verein „[4][LAG Voreifel
       – Bäche der Swist]“, in dem sich die Bürger*innen mit kommunalen
       Vertreter*innen und anderen lokalen Akteuren vernetzen, um Projekte für die
       Region vorantreiben.
       
       Nach drei Jahren Engagement ist Chemnitz überzeugt: Schon mit kleinen
       Initiativen wie etwa dem Bau von naturnahen Dämmen in den Wäldern kann man
       einen großen Unterschied machen.
       
       Im Dorf hat sich für die politische Durchsetzung von
       Hochwasserschutzmaßnahmen der „Arbeitskreis Infrastruktur Schweinheim“
       (AIS) gegründet. Für Hochwasserschutz sei der Erftverband, also ein
       wasserwirtschaftliches Dienstleistungsunternehmen, zuständig und für
       Starkregenschutz die Stadt, erklärt Karl Kreuzberg das bisher langsame
       Vorankommen. „Da musste erst mal verhandelt werden: Wer ist denn nun für
       welchen Wassertropfen zuständig? Wer entscheidet, wer plant, wer zahlt?“
       
       Das Dorf beschließt, nicht zu warten, mit Spendenmitteln wird ein Gutachten
       in Auftrag gegeben. „Das Ingenieurbüro war natürlich viel schneller als die
       Stadt“, sagt Stephan Brock. Inzwischen sind sie einen Schritt weiter
       gekommen, die Steinbachtalsperre soll wieder gefüllt werden, jedoch nicht
       bis zum Rand, sodass sie auch zur Rückhaltung genutzt werden kann. Ein
       weiteres Rückhaltebecken ist bereits im Genehmigungsverfahren. Größtes Ziel
       des AIS bleibt nun, die Verbreiterung des Bachbettes zu erreichen. 20 Meter
       breit müsse die Aue sein, meint Stephan Brock: „Dann können hier 70 Kubik
       durch. Jetzt kann der Bach nur fünf.“
       
       Während der Landwirt über die Wiese den Steinbach entlang schreitet,
       erzählt er von den komplizierten Tauschgeschäften, die er eingefädelt hat,
       damit die anliegenden Bauern ihr Land hergeben. Einer habe sich quer
       gestellt. „Dieses Stück Land braucht jetzt die Allgemeinheit, hab ich dem
       gesagt“, so Brock. „Und dass wir das ja auch für ihn machen. Wenn das hier
       nochmal passiert, dann ist nicht der Bürgermeister oder der Erftverband
       dran, hab ich gesagt, sondern du.“ Der Mann gab nach.
       
       Ein Bach, der 70 Kubik fassen kann, braucht aber auch eine entsprechende
       Brücke im Dorf, dafür muss der Staat in Leistung gehen, und das galt es
       durchzusetzen. Minutiös bereitete sich der Arbeitskreis auf das Treffen mit
       den politischen Entscheidungsträgern – Bürgermeister und andere
       Amtsträger*innen der Kommune, Landtagsabgeordnete und die zuständige
       Landesministerin Ina Scharrenbach sowie der Erftverband – vor. Die
       Politiker zeigten sich von Anja Tranelis’ Geschichte beeindruckt, berichtet
       Brock, und richtig betroffen seien sie gewesen, als einem anderen
       Geschädigten beim Erzählen die Stimme gebrochen sei. Dann hätte er mit Karl
       Kreuzberg die Pläne vorgestellt. Am Ende sei allen Gästen klar gewesen,
       warum es die Brücke brauche. Brötchen und Suppe habe es auch gegeben, das
       hätten andere vorbereitet. „Ich sag ja, wir sind ein tolles Fußballteam“,
       sagt Brock stolz. „Und auch die Politiker, die haben hier wirklich einen
       guten Job gemacht.“ Der Stadtrat von Euskirchen hat Ende vergangenen Jahres
       ein Hochwasserschutzkonzept beschlossen, 6 der 27 Maßnahmen betreffen das
       Dorf Schweinheim, die Brücke ist auch darunter.
       
       Brock zufolge spiegelt sich die gute Zusammenarbeit mit der Politik auch im
       Wahlverhalten wieder. Bei der letzten Kommunalwahl 2025 sei der
       Bürgermeister Sacha Reichelt (CDU) in Schweinheim mit fast 82 Prozent
       bestätigt worden, und auch die Parteien im Stadtrat – CDU, SPD und die
       Grünen – seien wieder gewählt worden, so Brock. „Blau haben wir in
       Schweinheim nicht.“ Das mag bei rund 11 Prozent zwar übertrieben sein, im
       Vergleich zu anderen Teilen Euskirchens aber bekam die AfD hier deutlich
       weniger. Für Karl Kreuzberg ist das geringe Abschneiden der AfD ein
       Zeichen, dass die Dorfgemeinschaft funktioniere, Enttäuschung und
       Abgehängtsein seien hier kein Problem.
       
       Heute gibt es keine regelmäßigen Essen und Versammlungen mehr, und sieht
       man von den zahlreichen Dorffesten ab und den Begegnungen in der wieder
       eröffneten Kneipe, sind die Leute wieder mehr für sich. Viele
       Schutzmaßnahmen wurden individuell getroffen.
       
       Nach der Kraftanstrengung des Wiederaufbaus habe sich eine große
       Erschöpfung breit gemacht, erklärt Anja Tranelis den Rückzug ins Private.
       Trotzdem sei das Dorf heute ein anderes als vor der Flut. Ja, sie fühle
       sich „richtig beseelt“, wenn sie daran denke. Auch den anderen Befragten
       geht es so. Man kennt sich jetzt im Dorf und weiß, dass man sich
       aufeinander verlassen kann. „Nicht, dass ich das nochmal haben will, aber
       die Flut hat auch was Gutes gehabt“, sagt Helmut Doll. „Sie hat die
       Menschen zusammengebracht.“
       
       13 Jul 2026
       
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