# taz.de -- Regionalwahlen in Andalusien: In der Hand der Extremisten
       
       > In Andalusien hat die rechte Partido Popular zwar gewonnen, ist aber
       > erneut auf die rechtsextreme Vox angewiesen. Das könnte am Ende den
       > Linken nützen.
       
 (IMG) Bild: Juanma Moreno von der Partido Popular während einer Wahlkampfrede in Sevilla, 15. Mai
       
       Es gibt Siege, die sind unbequem. Das musste am Sonntag die spanische
       rechte Partido Popular (PP) erneut erleben. Zum vierten Mal in Folge gewann
       sie zwar eine Regionalwahl – dieses Mal in Andalusien, der
       bevölkerungsreichsten autonomen Gemeinschaft. Allerdings verfehlte sie die
       absolute Mehrheit. [1][Wie bereits in der Extremadura], in Aragón und
       Castilla y León ist die PP damit auf die Unterstützung der rechtsextremen
       Vox angewiesen.
       
       Und die hat ihren Preis. „Prioridad nacional“ heißt der Programmpunkt, den
       Vox um jeden Preis in Koalitionsvereinbarungen sehen will. Und die PP ist
       drei Mal eingeknickt und wird es wohl in Andalusien wieder tun.
       Sozialleistungen aller Art soll es dann nur noch für Spanier geben. Das ist
       zwar gegen die Verfassung und kaum umzusetzen, aber allein die Unterschrift
       unter dem Vorhaben ist ein Sieg für die Rechtsextremen und führt die PP,
       die sich gerne als liberal und konservativ bezeichnet, vor.
       
       PP-Chef Alberto Núñez Feijóo, der im kommenden Jahr die [2][Linkskoalition
       von Pedro Sánchez] ablösen will, wird den Schatten des Extremismus nicht
       los. Zu gerne hätte er eine erneute absolute Mehrheit seiner Partei in
       Andalusien gesehen, um zu zeigen, dass Regieren ohne Vox möglich ist.
       
       Doch daraus wird nichts. Auch die PP-Regierungschefin in der Extremadura
       galt – wie ihr Kollege in Andalusien – als moderat, bis sie auf Vox
       angewiesen war. Der Macht zuliebe unterschrieb sie nicht nur die „prioridad
       nacional“, sondern auch die Streichung von Zuschüssen für
       Hilfsorganisationen für Migranten und Flüchtlinge, Frauenverbände und
       LGBTI-Gruppen. Es besteht kein Zweifel, das dies auch in Andalusien so sein
       wird. Die PP zeigt damit, dass sie und ihre Wähler einen
       postfranquistischen ideologischen Bodensatz haben, der Vox nicht unähnlich
       ist.
       
       Die Regierungen mit Vox machen vielen Menschen Angst und könnten das Lager
       rund um Sánchez weiter mobilisieren und zu einem knappen Sieg führen.
       Feijóo weiß das. Doch einmal falsch abgebogen, gibt es kein Zurück mehr.
       
       18 May 2026
       
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