# taz.de -- Aufgabenverteilung bei Paaren: Keine Zeit fürs kranke Kind
> Laut einer Studie kümmern sich Väter bei der Kinderbetreuung häufiger um
> zeitlich flexible Aufgaben, wie Spielen. Das andere muss die Partnerin
> erledigen.
(IMG) Bild: Passt nicht unbedingt zur Kernarbeitszeit: krankes Kind
afp | Väter, die sich bei der Kinderbetreuung vor allem um freizeitbezogene
und zeitlich flexible Aufgaben wie das Spielen kümmern, haben einer Studie
zufolge eine höhere [1][Lebenszufriedenheit]. Weniger flexible Aufgaben wie
Anziehen oder Essenszubereitung werden seltener übernommen und gehen
tendenziell mit einer niedrigeren Lebenszufriedenheit einher, wie das
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) am Mittwoch in Wiesbaden
mitteilte.
Die Studie basiert auf Daten einer Befragung zum Wohlbefinden der Väter aus
den Jahren 2020 bis 2024 aus neun europäischen Ländern. Dabei ging es um
die Frage, welche Aufgaben Väter ebenso häufig wie ihre Partnerinnen
übernehmen.
Bei interaktiven Tätigkeiten wie dem Spielen, dem Zubettbringen oder dem
Organisieren von Freizeitaktivitäten gab eine Mehrheit der befragten Väter
an, diese Aufgaben mindestens genauso häufig zu übernehmen wie die
Partnerin. Besonders ausgeprägt ist das beim Spielen. In sieben von neun
Ländern erledigen Väter diese Aufgabe mindestens genauso häufig wie ihre
Partnerin. Die Anteile bewegen sich zwischen 68 Prozent in Deutschland und
95 Prozent in Norwegen.
Bei versorgenden Aufgaben, wie der Betreuung kranker Kinder, dem Anziehen
oder Zubereiten von Mahlzeiten, beteiligen sich [2][Väter] hingegen
seltener. Während in Norwegen 80 Prozent und in Finnland 67 Prozent diese
Aufgaben ebenso oft übernehmen wie die Partnerin, sind es in Tschechien nur
knapp 29 Prozent und in Deutschland 42 Prozent.
„Versorgende Tätigkeiten sind häufig stärker an feste Zeiten gebunden und
lassen sich schwerer mit Erwerbsarbeit vereinbaren“, erklärte Stefanie
Hoherz vom BIB. Freizeitbezogene Tätigkeiten böten hingegen größere
zeitliche Flexibilität und könnten häufiger außerhalb der Kernarbeitszeiten
übernommen werden.
Kinderbetreuung könne laut den Ergebnissen nicht als einheitliche Tätigkeit
verstanden werden. Einzelne Aufgaben seien mit anderen Anforderungen
verbunden und gingen mit unterschiedlichen Mustern im Hinblick auf das
Wohlbefinden von Vätern einher. Um eine ausgewogenere Verteilung der
Kinderbetreuung zu fördern, seien Rahmenbedingungen gefragt, die die
Vereinbarkeit von [3][Erwerbsarbeit] mit Betreuungs- und
Versorgungsaufgaben verbessern.
14 May 2026
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