# taz.de -- Großrazzia in Berlin: Durchsuchungen und Festnahmen wegen illegaler Schusswaffen
       
       > In Berlin wird immer wieder scharf geschossen. Nun ist die Polizei mit
       > einem Großaufgebot gegen Schusswaffenbesitz ausgerückt. Es gab neun
       > Festnahmen.
       
 (IMG) Bild: Vermummte Polizisten in Berlin-Kreuzberg: Umfangreiche Razzia gegen die Verbreitung von Schusswaffen
       
       dpa | Mit einer umfangreichen Razzia ist die Berliner Polizei gegen
       organisierte Kriminalität und [1][die Verbreitung von Schusswaffen
       vorgegangen]. Zahlreiche Polizisten durchsuchten ab dem frühen Morgen
       Wohnungen und andere Räume in verschiedenen Stadtteilen, unter anderem in
       Neukölln und Kreuzberg.
       
       Neun Verdächtige wurden nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD)
       festgenommen. Mehrere Hundert Polizisten waren im Einsatz, um die rund 20
       Objekte zu durchsuchen. Darunter waren auch Spezialeinsatzkommandos (SEK)
       aus Berlin, anderen Bundesländern und die GSG 9 der Bundespolizei.
       
       Spranger betonte, die extra gegen organisierte Kriminalität und illegalen
       Waffenhandel eingerichtete Ermittlungseinheit „Ferrum“ („Eisen“) des
       Landeskriminalamtes (LKA) habe den Einsatz „über Monate hinweg mit hoher
       Intensität vorbereitet und vorangetrieben“. Die Polizei halte den
       Ermittlungsdruck zur Bekämpfung der Schusswaffenkriminalität weiterhin
       aufrecht.
       
       „Wer mit Waffen unsere Straßen unsicher macht, bekommt die volle Härte des
       Rechtsstaats zu spüren“, so Spranger. Berlin und die Innenministerkonferenz
       hätten eine Initiative für schärfere Gesetze gestartet. Der Bund sei nun
       gefordert.
       
       ## Zahl der Schießereien deutlich gestiegen
       
       Auch Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) lobte den Einsatz ihrer
       Staatsanwaltschaft und kündigte an, die kriminellen Strukturen weiter
       gezielt zu bekämpfen. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls eine spezielle
       Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) eingesetzt.
       
       Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte, die Polizei arbeite intensiv
       daran, die [2][Welle an Schießereien auf den Straßen] einzudämmen und gegen
       kriminelle Strukturen vorzugehen. Zugleich müsse sie aber mehr
       Möglichkeiten erhalten, effektiv Handys von Verdächtigen abzuhören, Daten
       zu speichern und mit moderner Software auszuwerten.
       
       2025 zählte die Berliner Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch,
       etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen.
       Das waren insgesamt 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen
       gedroht oder geschossen wurde, als im Vorjahr 2024.
       
       13 May 2026
       
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