# taz.de -- Antarktiskonferenz in Hiroshima: WWF drängt auf Schutz bedrohter Kaiserpinguine
> Erderhitzung und zunehmender Tourismus bedrohen das Ökosystem der
> Antarktis, die wiederum das Weltklima stützt. Eine Konferenz sucht nach
> Lösungen.
(IMG) Bild: Längst kommen nicht mehr nur einsame Abenteurer nach Antarktika: Pinguine beäugen einen ankommenden Dreimaster
afp | Die Reise reizt immer mehr Menschen: mal auf dem Südkontinent
herumspazieren, campen, bergsteigen, in den eisigen Gewässern tauchen.
Touristisch ist die [1][Antarktis] längst nicht mehr einsamen
Abenteurer:innen vorbehalten. Umweltschützer:innen sind schon
länger alarmiert. Und nun beschäftigen sich auch die [2][Mitgliedsländer
des Antarktisvertrags] auf ihrer Jahrestagung in Hiroshima damit, wie viel
Tourismus das sensible Ökosystem verträgt.
Die Beratungen haben am Dienstag begonnen und sollen anderthalb Wochen
dauern. Zu den Themen zählt auch ein [3][besserer Schutz, insbesondere von
Kaiserpinguinen]. Die [4][Region und die dort lebenden Tiere leiden
zunehmend unter dem Klimawandel], zugleich spielt die Antarktis eine
wichtige Rolle bei der Regulierung des Erdklimas.
„Die Gespräche, die hier in Hiroshima stattfinden, sind in einer Zeit, in
der die Antarktis zunehmend von globalen Herausforderungen wie dem
Klimawandel betroffen ist, von besonderer Bedeutung“, sagte der
Exekutivsekretär des Sekretariats des Antarktisvertrags, Francisco Berguno,
vor Journalisten. „Der [5][Kontinent spielt eine entscheidende Rolle bei
der Regulierung des Erdklimas und der Ozeane], und sein Schutz erfordert
langfristiges Denken, umsichtiges Management und internationales
Vertrauen.“
Berguno betonte, die in Hiroshima getroffenen Entscheidungen trügen dazu
bei, „sicherzustellen, dass die menschliche Tätigkeit in der Antarktis
weiterhin sorgfältig geregelt, umweltverträglich und von der Wissenschaft
geleitet wird“.
## Russland und China blockieren
Bei den angestrebten Maßnahmen zum Schutz der Kaiserpinguine zeigten sich
Experten aber wenig zuversichtlich, dass in Japan Entscheidungen fallen.
Vor allem Russland und China blockieren diese. Die Zahl der Tiere ist
deutlich zurückgegangen, weil die durch Treibhausgasemissionen verursachte
Erwärmung zu einem [6][frühzeitigen Rückgang des Meereises führt], auf dem
sie leben, jagen und sich fortpflanzen.
„Diese Ikonen des Eises könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts durchaus
den gefährlichen Abhang in Richtung Ausrottung hinabrutschen, wenn wir
nicht jetzt handeln“, mahnte der Chefberater der Umweltschutzorganisation
WWF für die Pole und Ozeane, Rod Downie, einen Schutz der Kaiserpinguine
an.
Ebenfalls weit oben auf der Tagesordnung in Hiroshima steht der starke
Anstieg der Tourist:innenzahlen: In der Saison 2024/25 besuchten fast
120.000 Menschen die Antarktis. Die Delegierten sollen über mögliche
Beschränkungen von Gebieten oder Aktivitäten sowie über mögliche Quoten
nachdenken. Fachleute warnen, dass die bestehenden Regelwerke der
zunehmenden Vielfalt touristischer Aktivitäten in der Region nicht Rechnung
tragen. Vom Kajakfahren und Heißluftballonfahren bis hin zum Motorradfahren
wird mittlerweile alles angeboten.
„Wie der Tourismus in der Antarktis reguliert und gesteuert werden soll,
ist zu einem Schlüsselthema geworden“, betonte Hideki Uyama vom japanischen
Außenministerium, der den Vorsitz der Tagung innehat.
12 May 2026
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