# taz.de -- Nakba-Demo in Berlin: Die Katastrophe schreibt sich fort
       
       > Zum Nakba-Gedenken finden am Samstag bundesweite Demonstrationen statt.
       > In Berlin ist erneut mit einem großen Polizeiaufgebot zu rechnen.
       
 (IMG) Bild: Nakba-Tag 2025: Polizei und Demonstrant*innen gerieten bei der Gedenkdemo aneinander
       
       Eine Träne rollt über das faltige Gesicht des palästinensischen Mannes. Auf
       dem Kopf trägt er eine Kufiya, in der Hand hält er einen Schlüssel – das
       Zeichen für die palästinensische Vertreibung 1948. Hinter ihm steigen
       Rauchschwaden über zerstörten Häusern auf, eine Frau flieht mit einem Baby
       im Arm.
       
       Das Bild bewirbt die diesjährige Nakba-Gedenkdemo, die am Samstagmittag auf
       dem Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg starten soll. Die Nakba, arabisch für
       „Katastrophe“, beschreibt die [1][Vertreibung und Flucht Hunderttausender
       Palästinenser*innen im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948].
       „Der Völkermord ist die Kontinuität der Nakba“, heißt es in dem Demo-Aufruf
       propalästinensischer Gruppen. „Der Völkermord in Gaza ist nicht vorbei, er
       dauert an und zeigt den mörderischen Charakter des zionistischen
       Siedlerkolonialismus.“
       
       Die Aktivist*innen fordern die Rückkehr vertriebener
       Palästinenser*innen, den „unverzüglichen Wiederaufbau Gazas“, die
       strafrechtliche Verfolgung der Kriegstreiber, ein umfangreiches
       Waffenembargo sowie die Umstellung von Rüstungs- und Waffenproduktion zur
       zivilen Produktion. Kritisiert wird auch die Rolle der Bundesrepublik:
       „Deutschland gibt diplomatisch Rückendeckung und liefert Waffen“, heißt es.
       1.000 Teilnehmer*innen sind laut Polizei angemeldet.
       
       ## Demo-Verbote und Polizeigewalt
       
       Die Nakba-Demos [2][zählen in Berlin seit Jahren zu den umstrittensten
       Kundgebungen], auch weil es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen
       Polizei und Demonstrierenden kommt. 2022 untersagte die Polizei sämtliche
       Versammlungen zum Nakba-Tag mit Verweis auf Zusammenstöße im Jahr zuvor.
       Auch 2023 [3][wurde die zentrale Demonstration verboten]. In beiden Jahren
       argumentierte die Polizei: Es sei mit volksverhetzenden, antisemitischen
       und gewaltverherrlichenden Ausrufen sowie Gewalt zu rechnen.
       
       Die Demo-Verbote landeten vor Gericht; in diesem Februar [4][entschied dann
       das Berliner Verwaltungsgericht], sie seien rechtmäßig gewesen. Die Kammer
       machte aber auch deutlich, dass sie die Verbote und ihre Begründungen
       durchaus kritisch sieht.
       
       Im vergangenen Jahr verhängte die Polizei kurzfristig die Auflage, dass der
       Protest zum Nakba-Tag nicht als Laufdemo stattfinden darf – und [5][setzte
       das mit Wasserwerfern und einem massiven Aufgebot durch]. Es kam zu
       zahlreichen Festnahmen, unter anderem wegen „From the river to the
       sea“-Rufen, die [6][die Berliner Polizei als strafbar wertet].
       
       Nach der Demo schlug der [7][Fall eines verletzten Polizisten] hohe Wellen.
       Laut Polizei war der Beamte „in eine Menschenmenge gezogen und dort
       niedergetrampelt“ worden. [8][Recherchen der taz und des gemeinnützigen
       Vereins Forensis] zeigten jedoch: Diese Darstellung war falsch. Auf Videos
       ist stattdessen zu sehen, wie Polizisten gewaltsam in die Menge gehen und
       der betroffene Polizist ohne Zutun einmal zu Boden gedrückt wird, kurz
       darauf aber wieder um sich schlägt.
       
       Zum Nakba-Gedenken finden am Samstag bundesweit Demonstrationen statt. Ein
       Bus fährt bereits Donnerstagmorgen vom Haus der Statistik in Berlin nach
       Hamburg zum [9][„Bridges of Resistance“-Camp] und zur Demo. Das Camp, das
       vom 9. bis 16. Mai auf den Hamburger Moorweiden stattfinden sollte, musste
       aufgrund einer kurzfristigen Untersagung durch die Versammlungsbehörde in
       den Sternschanzenpark umziehen.
       
       13 May 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
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