# taz.de -- Cybersicherheitsmonitor 2026: Einer von neun Internetnutzern betrogen
       
       > Jeder neunte Internetnutzer in Deutschland wurde 2025 Opfer von
       > Cyberkriminalität. Das geht aus dem aktuellen Cybersicherheitsmonitor
       > hervor.
       
 (IMG) Bild: Bei Sicherheit im Internet gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht
       
       dpa/kna | Jeder neunte Internetnutzer in Deutschland (11 Prozent) wurde im
       vergangenen Jahr [1][Opfer von Cyberkriminalität.] Das geht aus dem
       aktuellen Cybersicherheitsmonitor 2026 (CyMon) hervor, der vom Bundesamt
       für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen
       Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) veröffentlicht wurde.
       Insgesamt war bereits mehr als jeder Vierte (27 Prozent) in seinem Leben
       schon einmal von Straftaten im digitalen Raum betroffen. [2][Im Vergleich
       zu 2023 hat sich diese Zahl annähernd verdoppelt.]
       
       Die Studie besteht vor allem aus einer repräsentativen Umfrage unter 3.060
       Personen ab 16 Jahren, die im Januar 2026 bundesweit interviewt wurden.
       
       ## Fast jedes Opfer erlitt einen Schaden
       
       Besonders häufig schlagen Kriminelle beim Onlineshopping zu: Der Betrug
       beim Online-Einkauf ist mit 22 Prozent das am weitesten verbreitete Delikt
       unter den Betroffenen. Darauf folgen der unberechtigte Fremdzugriff auf
       Online-Accounts (14 Prozent), Betrug beim Onlinebanking (13 Prozent) sowie
       Phishing-Angriffe (12 Prozent). Für die Opfer bleiben die Taten selten ohne
       Konsequenzen: Fast neun von zehn Betroffenen (88 Prozent) erlitten einen
       Schaden – bei einem Drittel (33 Prozent) handelte es sich dabei um
       handfeste finanzielle Verluste. Zu den weiteren Schäden zählen
       Vertrauensverluste in Onlinedienste (29 Prozent) und verlorene Zeit (23
       Prozent).
       
       Noch 8 Prozent wurden demnach Opfer von „Love Scamming“. Bei dieser Masche
       täuschen Betrüger vor allem auf Datingplattformen Gefühle vor, um danach
       mit erfundenen Notlagen Geld einzufordern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die
       Zahl der Betroffenen hier wieder deutlich um 5 Prozentpunkte gestiegen.
       Ebenso zugenommen haben Fälle von Betrug durch Deepfakes (5 Prozent) und
       durch KI-Anwendungen (4 Prozent).
       
       Trotz der hohen Betroffenheitsquote verhalten sich viele Verbraucherinnen
       und Verbraucher im digitalen Raum unzureichend geschützt. Die Studie
       verzeichnet einen anhaltenden Trend zur Sorglosigkeit. Mehr als die Hälfte
       der Befragten (55 Prozent) hält ihr [3][persönliches Risiko], Opfer von
       Cyberkriminalität zu werden, für gering oder ausgeschlossen.
       Dementsprechend informieren sich lediglich 14 Prozent regelmäßig über
       Cybersicherheit, während 40 Prozent erst dann [4][aktiv nach Informationen
       suchen,] wenn es bereits zu einem Problemfall gekommen ist.
       
       ## Trügerisches Sicherheitsgefühl
       
       Auch bei der aktiven Prävention gibt es Nachholbedarf. Von 19
       vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen sind der Mehrheit lediglich starke
       Passwörter und Antivirenprogramme überhaupt bekannt, die letztlich von 46
       beziehungsweise 40 Prozent genutzt werden. Als Gründe für die mangelnde
       Absicherung nannten viele ein trügerisches subjektives Sicherheitsgefühl
       (27 Prozent) oder empfinden die Maßnahmen als zu kompliziert (23 Prozent)
       und überfordernd (23 Prozent).
       
       Kommt es zu einem Angriff, erstatten 32 Prozent der Opfer Anzeige bei der
       Polizei, während 35 Prozent den Betreiber des jeweiligen Dienstes
       kontaktieren. Stefanie Hinz, Vorsitzende des ProPK, betonte bei der
       Vorstellung der Studie, dass Cyberkriminalität durch gefälschte E-Mails
       oder Betrug beim Einkauf längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen
       sei. BSI-Präsidentin Claudia Plattner forderte, Cybersicherheit müsse im
       Alltag „einfacher, präsenter und verständlicher werden“. Sie nahm dabei
       auch die Industrie in die Pflicht: „Hersteller und Anbieter digitaler
       Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard
       machen.“
       
       11 May 2026
       
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