# taz.de -- EU-Regeln für Digitales: Schutz vor Deepfakes als Verpackung
> EU-Kommission, EU-Parlament und Mitgliedsstaaten einigen sich auf eine
> Deregulierung der Digitalregeln. Im Vordergrund steht jedoch etwas
> anderes.
(IMG) Bild: Frauen wollen besser vor sexualisierenden Deepfakes geschützt sein
Die Unterhändler:innen der EU haben es schlau gemacht: Ihre Einigung
auf eine [1][Deregulierung der Digitalregeln] verpacken sie in der
Nachricht, Menschen besser vor sexualisierten [2][Deepfakes] zu schützen.
Sie haben also eine breit geforderte und vergleichsweise wenig umstrittene
Lösung nach vorne geschoben. Und der Rest, von dem bislang nur Eckpunkte
bekannt gegeben wurden, etwa eine Verschiebung von Regeln für künstliche
Intelligenz? Der gerät damit praktischerweise aus dem Fokus.
Die Fans von Deregulierung haben dabei gerade leichtes Spiel, in Europa wie
auch in Deutschland. Die üblichen Kennzahlen der Wirtschaft sind mau bis
mies, da gilt das Mantra, dass weniger Regeln mehr Wirtschaftswachstum
bringen, auf einmal wieder als plausibel. Schutz von Verbraucher:innen?
Ach, das kann man wieder machen, wenn die Konjunktur brummt. Vielleicht
aber auch nicht, weil alle persönlichen Daten dann längst tief in den
KI-Modellen stecken und bis zum KI-Armageddon nicht wieder rauszukriegen
sind.
Die Bundesregierung ist ganz vorn mit dabei, wenn es um Deregulierung geht.
Ein Vertreter des Digitalministeriums erklärte diese Woche vor
Wirtschaftsvertreter:innen, man habe bei den Verhandlungen auf EU-Ebene für
die Neuordnung der Digitalregeln hart daran gearbeitet, diese mehr im Sinne
der Wirtschaft zu gestalten. Und auch konservative und industrienahe
Europaabgeordnete wünschen sich noch weitergehende Änderungen.
Und das Verbot von Software, mit der sich sexualisierte Deepfakes erstellen
lassen? Ja, längst überfällig. Aber erstens wird es nur so gut sein wie die
Details. Ob beispielsweise das nicht-einvernehmliche [3][Erstellen von
Bikinibildern] unter das Verbot fällt, ist noch unklar. Und zweitens wird
es nur so gut sein wie die Durchsetzung. Und da wäre schon bei den
restlichen Digitalvorschriften etwas mehr Feuer von der EU-Kommission und
den anderen Behörden nötig und möglich.
7 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Svenja Bergt
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