# taz.de -- Peruaner im Ukrainekrieg: Südamerikaner plötzlich an der Front
> Peruaner:innen werden unter falschen Versprechungen nach Russland
> gelockt. Dort angekommen, müssen sie im Angriffskrieg gegen die Ukraine
> kämpfen.
(IMG) Bild: Ein Soldat nahe der Front bei Donezk
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Meduza öffnet mit dem folgenden Beitrag ein Fenster nach Russland. Den
ganzen Text auf Russisch lesen Sie [2][hier].
Staatsbürger:innen aus Peru werden unter falschen Versprechungen nach
Russland gelockt. Eigentlich sollen sie dort als Sicherheitskräfte oder
Taxifahrer:innen arbeiten. Dort angekommen, werden ihnen die Pässe
abgenommen und sie landen [3][an der Front in der Ukraine]. Anfang Mai hat
die peruanische Staatsanwaltschaft eine Voruntersuchung eingeleitet. Die
Ermittlungen führt eine auf Menschenhandel spezialisierte Abteilung. Laut
Medienberichten gibt es bislang Hunderte solcher Fälle.
Insgesamt sind seit Oktober 2025 etwa 600 Peruaner:innen nach Russland
gereist, sagte Rechtsanwalt Percy Salinas gegenüber Journalist:innen;
Salinas vertritt die Interessen mehrerer vermisster Bürger:innen. Marcelo
Tataje ist ein weiterer Anwalt, der Familien von nach Russland gereister
Peruaner:innen berät. Ihm zufolge sind bereits 135 Vermisstenanzeigen
eingereicht worden; es gebe Hinweise auf 250 weitere mögliche Fälle.
Mindestens 13 peruanische Staatsbürger:innen sind bislang ums Leben
gekommen, sagte Rechtsanwalt Salinas gegenüber Journalist:innen. Der
25-jährige Ronald Rojas Alcántara, der als Sicherheitskraft nach Russland
gereist war, starb am 29. April an seinen Verletzungen. Er habe keine
angemessene medizinische Versorgung erhalten, sagte seine Schwester
gegenüber dem Radiosender RPP. Auch andere Peruaner:innen sollen in
Russland Verletzungen erlitten haben, darunter ein 63-jähriger Koch.
In Berichten von La República ist von Jobs als Wachpersonal,
Ingenieur:innen, Köch:innen oder Taxifahrer:innen die Rede. Das
Versprechen: 2.600 bis 4.000 US-Dollar pro Monat und ein Bonus von weiteren
20.000 US-Dollar, der jedoch offenbar nicht ausgezahlt wurde.
Das Anwerben erfolgte nach Angaben eines Juristen über eine in Kolumbien
registrierte Organisation. Laut Anwalt Salinas mussten die
Peruaner:innen vor ihrer Ausreise nach Russland Dokumente auf Russisch
unterzeichnen. Nach Ankunft seien ihnen die Papiere dann abgenommen worden;
anschließend hätten sie eine kurze militärische Ausbildung durchlaufen und
seien [4][an die Front in der Ukraine geschickt worden], berichtet La
República weiter.
Das Menschenrechtsprojekt Idite Lesom („Geht durch den Wald“) hilft
Menschen in Russland, der Einberufung zu entgehen. Ein Jurist des Projekts
weiß, wie es Peruaner:innen in der russischen Stadt Lipezk geht, die
bald an die Front verlegt werden sollen.
Ein Peruaner sei demnach Mitte April zum Arbeiten nach Russland gereist.
Dort seien ihm Tätigkeiten wie Reinigungsarbeiten, Küchenarbeit oder das
Bewachen von Armeelagern in Aussicht gestellt worden; offiziell habe die
Reise als Besuch einer Sportveranstaltung in Moskau gegolten. Nach Ankunft
sei der Mann laut Angehörigen nach Lipezk gebracht worden, dort habe man
ihn vorübergehend registriert und medizinisch untersucht. Anschließend habe
man mit ihm einen Militärvertrag abgeschlossen und ihn zur Ausbildung
geschickt.
Ende April habe der Mann kurz Kontakt zur Familie aufnehmen und um Hilfe
bitten können. Bereits am Abend des 1. Mai habe sich die Gruppe laut
Angehörigen auf besetztem Gebiet in der ukrainischen Region Luhansk
befunden. Täglich sterben bei den dortigen Kämpfen hunderte Menschen.
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5 May 2026
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