# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Großbritannien erwägt Beteiligung an Milliarden-Darlehen
> Am Montag startet das Gipfeltreffen der Europäischen Politischen
> Gemeinschaft. Ukraines Präsident Selenskyj pocht auf eine rasche
> Auszahlung der EU-Milliarden.
(IMG) Bild: Keir Starmer (r.) trifft Wolodymyr Selenskyj (l.) im Vorfeld des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft
## Selenskyj wünscht sich rasche Auszahlung der EU-Milliarden
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt auf eine rasche
Auszahlung des Kredites über 90 Milliarden Euro von der Europäischen Union.
„Es ist nötig, dass das Geld so schnell wie möglich eintrifft und die
Ukraine ihr Programm zur Widerstandsfähigkeit in Vorbereitung auf den
Winter umsetzen kann“, schrieb er auf der Onlineplattform X.
Vor dem Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in
der armenischen Hauptstadt Eriwan traf sich Selenskyj im engeren Kreis mit
den europäischen Partnern, die ihm in Gesprächen mit Washington zur Seite
stehen. Dazu zählten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische
Premier Keir Starmer und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
[1][Wegen des Irankriegs] stockten die [2][Friedensbemühungen für die
Ukraine], sagte Selenskyj. „Wir haben diskutiert, wie dieser Prozess
wiederbelebt werden kann, über die Kontakte mit den USA und über Europas
Rolle darin.“
Die europäischen Partner hätten anerkannt, dass die militärische Lage der
Ukraine stärker geworden sei, sagte Selenskyj. Am Boden [3][hat die
ukrainische Armee zuletzt] dank ihrer Drohnen den russischen Vormarsch ins
Stocken gebracht. Zugleich hat sie Luftangriffe tief ins russische
Hinterland verstärkt. (dpa)
## Großbritannien erwägt Beteiligung an 90-Milliarden-Euro-Darlehen
Großbritannien erwägt eine Beteiligung an den Kosten des
90-Milliarden-Euro-Kredits der EU für die Ukraine. Die Diskussionen um eine
britische Beteiligung würden derzeit geführt, sagte Premierminister Keir
Starmer am Rande eines Treffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft
(EPG) am Montag. Das Darlehen sei „sehr gut“ für Großbritannien, weil es zu
Arbeitsplätzen führe, erläuterte Starmer.
Eine Beteiligung an dem Kredit unterstreiche die „wachsenden Beziehungen im
Verteidigungsbereich“ zwischen Großbritannien und der EU, hieß es in einer
Erklärung aus London. Das Darlehen stärke „die Verteidigung der Ukraine und
verschafft britischen Unternehmen entscheidenden Zugang zu künftigen
Aufträgen“, hieß es weiter.
„Wenn das Vereinigte Königreich und die Europäische Union zusammenarbeiten,
profitieren wir alle“, betonte Starmer. „Deshalb nehmen wir Verhandlungen
mit der EU auf, damit die Ukraine die Ausrüstung erhält, die sie zur
Verteidigung ihrer Freiheit braucht, und um zugleich Chancen für die
britische Industrie zu schaffen, ihren vollen Beitrag zu leisten.“
Die Bedingungen über eine britische Beteiligung sollen nach Angaben aus
London in den kommenden Wochen verhandelt werden.
Ein Sprecher der EU-Kommission sprach von einem „klaren politischen Signal“
aus London und einem „ersten Schritt“ auf dem Weg zu einer britischen
Beteiligung. Beide Seiten müssten nun „eine Reihe verschiedener Punkte
klären“. (afp)
## Drohne trifft Moskauer Wolkenkratzer
Kurz vor den Feiern zum Tag des Sieges in Russland verstärkt ein
ukrainischer Drohnentreffer auf ein Wohnhochhaus in Moskau die Sorgen wegen
der geplanten Militärparade. Bürgermeister Sergei Sobjanin schrieb am
frühen Morgen auf der Plattform Telegram, es habe keine Verletzten gegeben.
Doch der Einschlagsort liegt nur etwa sechs Kilometer Luftlinie vom Roten
Platz entfernt. Dort will Kremlchef Wladimir Putin wie jedes Jahr am 9. Mai
die Militärparade zur Erinnerung an den sowjetischen Sieg über
Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg abnehmen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rieb aus der Ferne Salz in
diese Wunde. Der Angreifer Russland sei nach mehr als vier Jahren Krieg
geschwächt, während sein eigenes Land stärker werde, sagte Selenskyj beim
Gipfeltreffen der EPG.
„In diesem Sommer wird der Moment kommen, an dem Putin entscheiden wird,
was er weiter tun will, den Krieg auszuweiten oder den Weg der Diplomatie
einzuschlagen“, sagte Selenskyj laut Mitschnitt seiner Rede. Bei der Parade
werde Moskau zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Militärtechnik mehr
zeigen können. „Und sie fürchten, dass Drohnen über den Roten Platz
fliegen. Das sagt etwas. Es zeigt, dass sie jetzt nicht stark sind.“
Das russische Verteidigungsministerium hat schon Ende April mitgeteilt,
wegen Sicherheitsbedenken finde die Militärparade am Samstag diesmal ohne
Panzer und Raketen statt.
Beschädigt wurde ein markanter Wolkenkratzer, 213 Meter hoch, mit
Luxuswohnungen, im Westen der russischen Hauptstadt. Fotos zeigten mehrere
verbrannte Fenster eines Stockwerks auf halber Höhe. An der Straße
Mosfilmowskaja gibt es auch mehrere Botschaften. Die deutsche Botschaft
liegt knapp einen Kilometer vom Einschlagsort entfernt. Zwei weitere
ukrainische Drohnen wurden Sobjanin zufolge von der Flugabwehr
abgeschossen. (dpa)
## Russisches Militär meldet, 117 Drohnen abgefangen zu haben
Für die Nacht zu Montag meldete das russische Verteidigungsministerium 117
angeblich abgefangene feindliche Drohnen über vielen Teilen des Landes.
Ukrainische Drohnen fliegen immer wieder den Großraum Moskau an. Sie stören
den Flugverkehr. Einschläge gab es eher selten, weil die Ukraine ihre
Angriffe auf Militärobjekte und Anlagen der russischen Öl- und Gasindustrie
konzentriert. (dpa)
4 May 2026
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