# taz.de -- Forderung von Bundesagrarminister Rainer: Umweltschützer gegen Steuerbefreiung von Biosprit
       
       > Solarstrom für E-Autos sei klimafreundlicher als Sprit aus Pflanzen für
       > Verbrennungsmotoren, so die Deutsche Umwelthilfe. Die Anbauflächen sind
       > knapp.
       
 (IMG) Bild: Kann Rohstoff für die Biodiesel-Produktion sein: ein Rapsfeld im Frühling
       
       Umweltschützer lehnen die Forderung von Bundesagrarminister Alois Rainer
       ab, Steuern auf Biokraftstoffe zu streichen. „Wenn man auf einem Acker mit
       Photovoltaik Strom etwa für E-Autos produziert, statt dort Pflanzen für die
       Bioenergie anzubauen, lässt sich viel mehr Treibhausgas pro Hektar
       einsparen“, sagte Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der
       Deutschen Umwelthilfe, am Montag der taz.
       
       Benjamin Stephan, Mobilitätsexperte von Greenpeace, wies auf „Konflikte mit
       der Nahrungs- und Futtermittelproduktion“ hin, die ebenfalls Ackerflächen
       benötigen. „Die aktuelle Anbaufläche etwa von Raps für Biodiesel reicht bei
       Weitem nicht aus, um unseren Bedarf zu decken“, ergänzte Pierre Johannes,
       Teamleiter Landnutzung beim Naturschutzbund.
       
       Rainer (CSU) hatte am Wochenende gesagt, er halte es für sinnvoll,
       „[1][Biokraftstoffe komplett von der Steuer zu befreien]“. Dies würde den
       Einsatz „attraktiver“ machen und gleichzeitig die Produktion in Deutschland
       ankurbeln. „Dabei geht es nicht nur um klassischen Biodiesel, sondern auch
       um Biomethan aus Biogasanlagen“, zitierten ihn die Zeitungen der
       Funke-Mediengruppe. Agrokraftstoff würde dem Klima helfen und Deutschland
       unabhängiger von fossilen Importen machen. Größere Maschinen in der
       Landwirtschaft würden auch künftig auf Verbrennungsmotoren angewiesen sein.
       Hier müsse man stärker auf Biokraftstoffe setzen.
       
       Der Deutsche Biokraftstoffverband begrüßte Rainers Vorstoß. Vor der
       zweimonatigen Absenkung ab 1. Mai wegen des Irankriegs betrug die
       Energiesteuer etwa für Diesel aus Pflanzen im Straßenverkehr genauso wie
       für den aus Erdöl 47 Cent pro Liter. Hinzu kommen 19 Prozent
       Mehrwertsteuer.
       
       ## Windkraft laut Untersuchung effizienter
       
       Eine [2][Studie des bundeseigenen Thünen-Agrarforschungsinstituts] zeigte
       2023, wie ineffizient der Anbau von Energiepflanzen ist: Ein Pkw kann
       demnach mit Raps-Biodiesel von einem Hektar Fläche 33.000 Kilometer im Jahr
       fahren, bei Anrechnung von Nebenprodukten des Rapsanbaus 57.000 km. Mit
       Photovoltaik-Strom von einem Hektar schafft ein Elektroauto dagegen 4
       Millionen Kilometer, mit Windstrom sogar [3][100 Millionen]. Dabei ist noch
       nicht berücksichtigt, dass zum Beispiel Solaranlagen mittlerweile einen
       noch höheren Wirkungsgrad haben.
       
       4 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.morgenpost.de/politik/article411873814/landwirtschaftsminister-will-biokraftstoffe-komplett-von-der-steuer-befreien.html
 (DIR) [2] https://buel.bmel.de/index.php/buel/article/view/462/682
 (DIR) [3] https://www.thuenen.de/de/newsroom/detail/default-443e059cd7
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jost Maurin
       
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