# taz.de -- Gewalt in Nahost: Jüdischer Mann greift Nonne in Jerusalem an
> Die Übergriffe auf Christen in Jerusalem halten an, sie werden angespuckt
> oder beleidigt. In dieser Woche wurde eine Nonne zu Boden gestoßen und
> getreten.
(IMG) Bild: Eine Nonne in Jerusalem
Nahe dem Davidsgrab in Jerusalem hat am späten Dienstag ein Mann eine Nonne
in Jerusalem angegriffen. Bei dem Täter handle es sich um einen jüdischen
Einwohner, der die Frau attackiert habe, weil er sie als Christin erkannt
habe, berichtete der israelische Sender N12. In einem [1][auch online
geteilten Video] ist deutlich zu sehen, dass der Angreifer Zizit trägt –
Schaufäden, die gläubige männliche Juden an ihren Oberteilen tragen.
Ein von der israelischen Polizei am Donnerstag veröffentlichtes Video
zeigt, wie der Täter auf die Frau zuläuft und sie von hinten mit voller
Wucht zu Boden stößt. Weiter ist zu sehen, wie der Mann sich zunächst
entfernt, dann aber zurückkehrt und die am Boden liegende Nonne tritt. Ein
Passant eilt der Frau schließlich zu Hilfe und schubst den Angreifer weg.
Bei dem Übergriff wurde die Nonne am Kopf verletzt. [2][Ein von der
israelischen Polizei veröffentlichtes Bild] zeigt ein Hämatom an ihrer
Schläfe.
Die 48-jährige Nonne ist bei der French School of Biblical and
Archeological Research beschäftigt. Deren Leiter, Olivier Poquillon,
[3][schrieb auf X], man verurteile diese sektiererische Gewalt. Er nutze
außerdem den Hashtag #HateCrimeData.
Noch am Dienstag war dann ein 36 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen
worden. Wie die Times of Israel berichtet, wird er unter dem Verdacht des
„rassistisch motivierten Angriffs“ vernommen.
## Studenten als mutmaßliche Täter
Christen in Israel, vor allem in Jerusalem, leiden seit einiger Zeit
vermehrt unter Anfeindungen. Betroffene berichten etwa immer wieder von
Spuck-Attacken, bei denen sie selbst oder der Boden vor ihren Füßen
angespuckt werden. Oft sind Studenten von Yeshivot – jüdischen Hochschulen,
in denen die Thora und der Talmud gelernt werden – die mutmaßlichen Täter.
Sie vertreten eine extreme Auslegung des biblischen Gebots, Götzenanbeter
zu „verabscheuen“, schreibt die Times of Israel dazu. Wenngleich einige
Rabbiner gegen diese Praxis argumentierten, gibt es immer wieder Vorfälle.
Auch darüber hinaus sind die Beziehungen schwierig: [4][Der Umgang mit dem
Patriarchen der katholischen Kirche, Kardinal Pizzaballa, sorgte etwa
jüngst für einen Skandal.] So hinderte die Polizei ihn daran, kurz vor
Ostern die Grabeskirche zu betreten. Grund waren Versammlungsbeschränkungen
während des Irankriegs. Allerdings galten diese in anderen Gegenden
Jerusalems nicht oder waren weniger drastisch. So blieben im Westen der
Stadt etwa Cafés geöffnet, auch im jüdischen Viertel in der Altstadt ging
lokalen Berichten zufolge das Alltagsleben mit weniger Einschränkungen
weiter.
Ein weiteres Beispiel: [5][Im Südlibanon zerstörte jüngst ein israelischer
Soldat mit einem Hammer eine Jesus-Statue]. Als Ersatz sendete das
israelische Militär dann ein orthodoxes Kreuz – obwohl die Christen in dem
Dorf, in dem sich das Kreuz befand, vor allem maronitisch sind.
Italienische Unifil-Soldaten ersetzten es schließlich.
Der israelische Staat hatte nach dieser Reihe von Vorfällen den Posten des
„Special Envoy to the Christian World“ geschaffen. Der Diplomat George Deek
– Teil der arabischsprachigen, christlichen Minderheit im Land – hat ihn
inne. [6][Er steht etwa in der Kritik, weil er als israelischer Botschafter
in Aserbaidschan diente], während das Land die Armenierinnen und Armenier
aus der Region Bergkarabach vertrieb. (mit dpa)
1 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://x.com/MairavZ/status/2050119141768499405?s=20
(DIR) [2] https://x.com/israelpolice/status/2049514312742432971?s=20
(DIR) [3] https://x.com/OPoquillon/status/2049207011976339847?s=20
(DIR) [4] /Eklat-am-Palmsonntag-in-Jerusalem/!6166976
(DIR) [5] /Bruechiger-Waffenstillstand-in-Libanon/!6172700
(DIR) [6] https://www.thearmenianreport.com/post/israel-s-ambassador-ends-term-by-endorsing-azerbaijan-s-ethnic-cleansing-of-armenians
## AUTOREN
(DIR) Lisa Schneider
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