# taz.de -- Jugendliche vor Zug gestoßen: Täter vom Bahnhof Friedland muss in Psychiatrie
       
       > Der Mann, der eine 16-Jährige getötet hat, muss in die Psychiatrie. Der
       > Fall hatte die bundesweite Abschiebe-Debatte befeuert.
       
 (IMG) Bild: Viel Anteilnahme: Am Bahnhof Friedland hatte der Mann die 16-Jährige im August 2025 vor den Zug gestoßen
       
       dpa | taz Nach dem [1][Prozess um den tödlichen Stoß der 16-jährigen Liana
       vor einen Güterzug in Niedersachsen] muss der Beschuldigte in die
       Psychiatrie. Für den 31-Jährigen werde die Unterbringung in einem
       psychiatrischen Krankenhaus angeordnet, sagte der Richter im Landgericht
       Göttingen. Ein Gutachter hatte bei dem Mann eine paranoide Schizophrenie
       diagnostiziert.
       
       Nach Überzeugung des Gerichts hat der Beschuldigte die Jugendliche im
       Sommer 2025 am Bahnhof von Friedland vor den durchfahrenden Zug gestoßen.
       Die 16-Jährige erlitt durch den Zusammenprall Verletzungen am Kopf, die sie
       nach Ermittlerangaben sofort töteten. Der Fall um das Mädchen, das 2022 mit
       seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet war, sorgte
       bundesweit für Schlagzeilen.
       
       [2][Bis heute beschäftigt der gewaltsame Tod auch die Politik], weil der
       ausreisepflichtige Iraker nach den europäischen Asyl-Regeln eigentlich
       schon Monate vor der Tat von Deutschland nach Litauen hätte gebracht werden
       sollen.
       
       Die Landesaufnahmebehörde hatte daher einen Antrag auf Abschiebungshaft
       gestellt, den das Amtsgericht Hannover aber ablehnte.
       
       ## Täter zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig
       
       Die Staatsanwaltschaft Göttingen ging wegen der paranoiden Schizophrenie
       davon aus, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig war.
       Daher wurde kein regulärer Strafprozess mit einer Anklage, sondern ein
       sogenanntes Sicherungsverfahren geführt. Dabei wird nicht nur geklärt, ob
       der Beschuldigte der Täter ist, sondern auch, ob er in einem
       psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.
       
       Trotz der Schuldunfähigkeit bezeichneten die Strafverfolger im Plädoyer die
       Tat als heimtückischen Mord und erklärten, dass von dem Beschuldigten aus
       ihrer Sicht eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe. Die Verteidigung kam
       nach neun Verhandlungstagen zu einem anderen Ergebnis und plädierte auf
       Freispruch aus Mangel an Beweisen. Die Nebenklage, die die Mutter der
       Getöteten vertrat, forderte eine Verurteilung wegen Mordes und sprach sich
       für einen Wechsel in ein reguläres Strafverfahren aus.
       
       Im September 2025 war Liana unter großer Anteilnahme beigesetzt worden.
       Familie und Freunde nahmen in Heilbad Heiligenstadt im Nordwesten
       Thüringens Abschied in einer von einem ukrainisch-orthodoxen Geistlichen
       geleiteten Zeremonie.
       
       29 Apr 2026
       
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