# taz.de -- Wenig Kaufkraft: Berliner können sich am wenigsten leisten
> In der Hauptstadt treffen teure Preise auf vergleichsweise niedrige
> Einkommen. In keinem anderen Bundesland ist die Kaufkraft deshalb so
> niedrig.
(IMG) Bild: Wenig Kaufkraft, wenig Konsum: Blick auf die Rolltreppen eines Berliner Kaufhauses
Berlin dpa | Hohe Preise und niedrige Einkommen in Berlin führen dazu, dass
die Kaufkraft in der Hauptstadt so gering ist wie in keinem anderen
Bundesland. Das Preisniveau liegt in Berlin um mehr als sechs Prozent über
dem bundesweiten Durchschnitt, wie eine Berechnung des Instituts der
deutschen Wirtschaft (IW) Köln ergeben hat. Nur in Hamburg sind die Preise
noch höher. Die Auswertung beruht auf Zahlen aus dem Jahr 2023.
Damals hatten die Berlinerinnen und Berliner im Schnitt netto 26.208 Euro
im Jahr zur Verfügung – Platz zehn im Ländervergleich. Bereinigt um das
Preisniveau, kamen die Hauptstädter dem IW Köln zufolge auf ein reales
Einkommen von 24.656 Euro – so wenig wie in keinem anderen Bundesland.
Am besten schneidet Bayern ab. Hier trifft das höchste nominale Einkommen
auf die dritthöchsten Preise. Das führt zu einer bereinigten regionalen
Kaufkraft von 30.396 Euro.
Basis der Auswertung ist eine aufwendige Datensammlung des IW Köln zu den
regionalen Preisen in kreisfreien Städten, Kreisen sowie Stadt- und
Landkreisen in Deutschland, die die Forscher mit Einkommensdaten des
Statistischen Bundesamtes verknüpft haben.
Beide beruhen auf Daten des Jahres 2023, weil vor allem für die Einkommen
keine aktuelleren validen Zahlen vorliegen. Mit einer früheren Auswertung
des IW Köln zum selben Thema sind die Daten nur eingeschränkt vergleichbar.
Damals hatte das bayerische Starnberg den ersten Platz belegt, nun ist es
Heilbronn in Baden-Württemberg.
12 Apr 2026
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