# taz.de -- Online-Suche im Wandel: Abschied vom Schlagwort
       
       > Für Klicks im Netz musste man seine Website für Google optimieren. Jetzt
       > werden KI-Zusammenfassungen populärer. Die wichtigsten Fragen und
       > Antworten.
       
 (IMG) Bild: Trotz Rückgang um fast 20 Prozent bei der Desktop-Suche baut Google große Rechenzentren, wie hier in den Niederlanden
       
       Wer entscheidet, welche Informationen ich im Netz lese? 
       
       Websites, die sichtbar sein wollen, wandten lange SEO, [1][Search Engine
       Optimization], an. Vereinfacht gesagt ist SEO eine Methode, um die Stellung
       der eigenen Inhalte in Suchmaschinen zu verbessern. Eine höhere Stellung
       führt zu mehr Lesern, Kunden, Abonnenten.
       
       Seit wann gibt es SEO? 
       
       Es gab mal eine Zeit, in der Webseitenbetreiber nicht wussten, dass sie
       beeinflussen können, wie weit vorne sie in Google-Suchen auftauchen. Die
       Optimierung von Internetinhalten auf Suchmaschinen kam in den 1990ern auf –
       in rudimentärer Form. Damals war das noch sowohl nischig als auch anfällig
       für Manipulation, denn man konnte einfacher eine unbekannte Website in den
       Suchergebnissen nach oben pushen, wenn man wusste, wie. Das Wort
       „Suchmaschinenoptimierung“ tauchte erstmals im Jahr 1997 auf und etablierte
       sich über die Jahre zu einem der wichtigsten Marketingtools im Netz.
       
       Wieso ist das wichtig? 
       
       Wer mit seinem Blog oder Shop auf der ersten Seite von Google direkt oben
       auftaucht, wird eher geklickt. [2][Eine Studie belegt,] dass knapp 70
       Prozent der Suchenden auf eines der drei ersten Google-Suchergebnisse
       klicken. Obwohl es neben Google unter anderem auch Yahoo und Bing gibt,
       optimierten die meisten für Google, denn [3][mehr als 90 Prozent] weltweit
       nutzen diese Suchmaschine. Übrigens: Mit einmaligem Optimieren war es nie
       getan, denn Suchmaschinenanbieter ändern die Regeln für ein hohes Ranking
       fortlaufend.
       
       Was war früher relevant, um von den Suchmaschinen aufgegriffen zu werden? 
       
       Eine Rolle spielt, wonach Nutzer im Netz gerade vermehrt suchen, welche
       Schlagwörter vermehrt ins Google-Suchfeld getippt werden. Wer in den
       Ergebnissen weit oben auftauchen wollte, musste seine Seite
       nutzerfreundlich aufbauen. Muss ein Nutzer sich erst durch zehn
       Seitenebenen klicken, erkennt Google das und stuft das entsprechende
       Suchergebnis runter. Auch wie schnell eine Website lädt, spielt eine Rolle,
       ebenso wie die Darstellung auf dem Smartphone.
       
       Was verändert sich gerade? 
       
       Die Nutzung der Googlesuche nimmt – wenn auch langsam – ab, während die
       Verwendung von LLMs, Large Language Models wie ChatGPT, Gemini und Claude
       zunimmt. [4][Eine McKinsey-Studie] aus 2025 fand heraus, dass nicht nur
       jedes zweite Google-Suchergebnis mittlerweile eine KI-Zusammenfassung
       enthält, sondern auch, dass jeder Zweite, der in den USA im Netz etwas
       sucht, direkt die KI befragt.
       
       Und was passiert mit Google? 
       
       Eine [5][US-Studie aus dem Januar 2026] liefert Einsichten dazu: Demnach
       suchen Nutzer in den USA heute deutlich seltener bei Google als noch vor
       einem Jahr: Pro Person ist die Zahl der Suchanfragen auf dem Desktop um
       fast 20 Prozent gesunken. In Europa zeigt sich bisher ein moderaterer
       Rückgang von nur zwei bis drei Prozent.
       
       Und wieso kann das für Webseitenbetreiber zum Problem werden? 
       
       Der [6][Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW)] beschreibt diesen Wandel
       im Februar 2026 als Beginn der „Answer Era“. Der Fokus verschiebt sich von
       der Suche zur Antwort: weniger Umwege über mehrere Klicks, dafür sofort
       nutzbare Antworten. Denn KI, wenn auch fehleranfällig, präsentiert den
       Suchenden vorformulierte Antworten, auf Wunsch mit Quellen. Nutzern sollte
       jedoch bewusst sein, dass auch von einer KI angegeben Quellen ausgedacht,
       also „halluziniert“ sein können. In einer Studie im Oktober 2025 stelle die
       Europäische Rundfunkunion fest, dass [7][KI-Chatbots bei jeder dritten
       Antwort falsch liegen]. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass auch eine
       „manuelle“ Googlesuche zu falschen Ergebnissen und Fake News führen kann.
       
       Was bevorzugen Nutzer in diesem Zusammenhang? 
       
       Bis Ende 2026 wird das klassische Suchvolumen laut einer Prognose des
       [8][Analysehaus Gartner] weiter zurückgehen. Die Medienbranche stellt das
       vor Herausforderungen: „Anstatt den Artikel auf einer Website aufzurufen,
       sind Leser mit der KI-Zusammenfassung zufrieden. Die Funktion bereitet
       Medienhäusern, die bereits einen großen Teil ihrer Werbeeinnahmen an
       soziale Netzwerke verloren haben, Sorgen“, schreibt Suzanne Bearne für die
       [9][BBC 2025.]
       
       Was ist der Unterschied zwischen AEO und GEO?Während Answer Engine
       Optimization (AEO) darauf abzielt, Inhalte so aufzubereiten, dass sie
       direkt in einzelnen KI-Antworten erscheinen, geht es bei Generative Engine
       Optimization (GEO) darum, wie eine Marke insgesamt von KI-Systemen
       wahrgenommen und dargestellt wird. Vereinfacht gesagt: AEO sorgt dafür,
       dass Inhalte überhaupt in Antworten auftauchen, GEO beeinflusst, welches
       Bild KI dabei von einer Marke zeichnet.
       
       Wie gehen Webseitenbetreiber damit um? 
       
       Die Nutzung von Schlagwörtern verliert an Bedeutung. Während sie bei SEO
       zentral war, tritt sie bei KI-Optimierung in den Hintergrund. Wichtiger
       sind nun klare Begriffe und Zusammenhänge. Eine Herausforderung ist zudem
       die Messbarkeit, ob man wirklich gesehen wird. Während sich SEO-Erfolge
       über Klicks nachvollziehen lassen, ist es bei GEO und AEO schwieriger, da
       oft kein direkter Besuch auf der Website erfolgt.
       
       Und was, wenn die KI sich immer wieder selbst wiederkäut? 
       
       Dann könnte es absurd werden: Je mehr KI-generierte Inhalte im Netz landen,
       desto stärker trainieren zukünftige Modelle auf der Basis genau dieser
       Inhalte, was langfristig zu weniger Vielfalt, sinkender Qualität und einem
       selbstverstärkenden Kreislauf führt. Wenn Inhalte, auf die eine KI dann
       zurückgreift, selbst zu großen Teilen von KIs generiert wurden statt von
       Menschen, dann kann deren Qualität sinken, wovor [10][Forscher warnen]. Sie
       sprechen von der Möglichkeit eines „Model Collapse“, bei dem Vielfalt und
       Genauigkeit abnehmen – ein Effekt, der sich mit jeder neuen Generation von
       Chatbots weiter verstärken könnte.
       
       18 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Diese-Ueberschrift-ist-suchmaschinenoptimiert/!5171085
 (DIR) [2] https://firstpagesage.com/reports/google-click-through-rates-ctrs-by-ranking-position/?utm_source=chatgpt.com
 (DIR) [3] https://gs.statcounter.com/search-engine-market-share?utm_source=chatgpt.com
 (DIR) [4] https://www.mckinsey.com/capabilities/growth-marketing-and-sales/our-insights/new-front-door-to-the-internet-winning-in-the-age-of-ai-search?utm_source=chatgpt.com
 (DIR) [5] https://almcorp.com/blog/google-searches-per-user-decline-20-percent-2025-ai-impact/?utm_source=chatgpt.com
 (DIR) [6] https://www.bvdw.org/news-und-publikationen/bvdw-ordnet-ki-getriebenen-wandel-der-informationsoekonomie-ein/
 (DIR) [7] https://www.tagesschau.de/wissen/technologie/kuenstliche-intelligenz-fakten-100.html
 (DIR) [8] https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2024-02-19-gartner-predicts-search-engine-volume-will-drop-25-percent-by-2026-due-to-ai-chatbots-and-other-virtual-agents?utm_source=chatgpt.com
 (DIR) [9] https://www.bbc.com/news/articles/c0mlvryx0exo
 (DIR) [10] https://arxiv.org/abs/2305.17493
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Klaudia Lagozinski
       
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 (DIR) Diese Überschrift ist suchmaschinenoptimiert: "Interview, SEO, Internet"
       
       Taucht eine Webseite nicht unter den ersten Suchergebnissen bei Google auf,
       bleibt sie meistens unentdeckt. Will der Betreiber das ändern, braucht er
       einen Suchmaschinenoptimierer wie Christoph Burseg.