# taz.de -- Fahrrad-Unfallstatistik: Deutscher Sonderweg
       
       > Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer:innen steigt,
       > zumindest in Deutschland. Das ist auch kein Wunder – bei der Politik.
       
 (IMG) Bild: Ein Geisterrad am Straßenrand als Mahnmal für einen getöteten Radfahrer in Berlin
       
       Es ist eine der Merkwürdigkeiten in der deutschen Politik: Wenn der
       Autoverkehr zunimmt, dann braucht es natürlich neue Straßen. So werden im
       Jahr 2026 ernsthaft noch Autobahnen (aus)gebaut – wo doch schon jetzt die
       Mittel für die Instandhaltung und -setzung der vorhandenen knapp und
       umkämpft sind. Und, ach so, eine Klimakrise ist da ja auch noch, aber die
       in der Verkehrspolitik zu berücksichtigen, ist anscheinend ein bisschen
       viel verlangt.
       
       Doch nun nimmt regional der Radverkehr zu. Mehr Menschen legen Strecken per
       Rad zurück, mit den beliebten E-Bikes lassen sich auch längere Wege
       leichter bewältigen – gerade für Menschen, die sich früher aus
       Fitnessgründen nicht dazu in der Lage fühlten. Und was passiert? Bekommen
       wir Fahrradschnellwege, flächendeckend geschützte und breite Radspuren,
       abbiegesichere Kreuzungen, vielleicht gar angepasste Ampelschaltungen und
       konsequente Räumdienste im Winter? Vielleicht in einem Paralleluniversum.
       Aber jedenfalls nicht hier.
       
       Wo die Infrastruktur knapp ist, kommt es zu Nutzungskonflikten. Wo es
       Nutzungskonflikte gibt, steigt das Unfallrisiko. Es ist also kein Wunder,
       wenn das Statistische Bundesamt nun meldet, dass die Zahl der im
       Straßenverkehr getöteten Fahrradfahrer:innen im vergangenen Jahr
       gestiegen ist. [1][Und auch, wenn dieser Anstieg vor allem auf ältere
       E-Bike-Fahrer:innen zurückzuführen ist], darf nicht untergehen, dass die
       meisten von ihnen eben nicht mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne
       Einwirkung von außen gegen einen Baum rasen. Bei dem Großteil der Unfälle
       ist jemand zweites beteiligt, und davon sind der Großteil: Autofahrende.
       
       Einer aktuellen [2][Analyse] des Europäischen Verkehrssicherheitsrats
       zufolge ist EU-weit die Zahl der getöteten Radfahrer:innen von 2014 bis
       2024 um 0,5 Prozent jährlich gesunken. In Deutschland ist sie derweil
       jährlich um 1,5 Prozent gestiegen. Das bedeutet: Es ginge besser. Aber es
       ist politisch offenbar nicht gewollt.
       
       28 Apr 2026
       
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 (DIR) [1] https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/getoetete-radfahrer-fast-jeder-zweite-sass-auf-einem-e-bike-accg-200771917.html
 (DIR) [2] https://etsc.eu/wp-content/uploads/PINFLASH_50_FINAL.pdf
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Svenja Bergt
       
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