# taz.de -- Meme über Reality-Star Georgina Fleur: Der Beach ist geschlossen
> Der Satz einer Influencerin wird zum Meme der Woche – und sofort von
> Politik und Produkten ausgeschlachtet. Was heißt das für die
> Öffentlichkeit?
(IMG) Bild: Wurde zur Meme-Kulisse: Strand am Hotel Jumeirah Burj Al Arab in Dubai
Der Satz „Schatz, der beach is closed. Hallo?“ trendet gerade auf Social
Media und darüber hinaus. Er stammt aus einer Instagram-Story von
Reality-Sternchen und Influencerin Georgina Fleur. Bekannt geworden ist sie
2012 durch ihre Teilnahme an [1][„Der Bachelor“]. Ein Jahr später nahm sie
an der Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier aus“ aka das Dschungelcamp
teil.
Seitdem taucht sie immer wieder in Reality-TV-Formaten auf. Aber vor allem
auf Social-Media-Plattformen wie TikTok ist Fleur präsent. Dort zeigt sie
den extravaganten Lifestyle in [2][Dubai]: Sonne, Luxus und Exklusivität.
Aktuell auch ein bisschen Krieg.
Was also tun, wenn Dubai-Content gerade keine Konjunktur mehr hat? Einfach
weitermachen. Vor ein paar Tagen erklärte Fleur ihrer Tochter, erschüttert
und unter Tränen, dass der Privatstrand des Hotels Jumeirah Burj Al Arab
nun für 18 Monate aufgrund von Bauarbeiten geschlossen bleibe. Dabei fiel
der Satz „Schatz, der beach is closed. Hallo?“ [3][Das Meme der Woche]: war
geboren.
Das Internet greift zu, denn zu lachen gab es schon länger nichts mehr. Nur
Drama, Drama, Drama. Entweder durch KI-Früchte-Telenovelas oder das
anhaltende Wechselbad der Gefühle um Wal Timmy, der sich wohl wünschen
würde, dass auch sein Beach closed wäre, damit er endlich seine Ruhe hat.
Der Satz wird tausendfach reproduziert und ironisiert. Manche benutzen ihn
inzwischen als Redewendung, als ein Update zu „der Zug ist abgefahren“, und
ranken ihn bereits zum Jugendwort des Jahres. Andere setzen ihn gezielt
ein, um sich über Luxusprobleme lustig zu machen, während die Welt den Bach
runtergeht. Memes werden aber erst dann richtig iconic, wenn sie den
ursprünglichen Kontext verlassen. Und genau das passiert gerade: Alle
surfen auf der „The beach is closed“-Welle.
## Alles Gen-Z-Angestellte?
Die SPD macht daraus so etwas wie politische Kommunikation: Der Beach sei
zwar closed, aber dafür gäbe es bald eine Entlastungsprämie in Höhe von
1.000 Euro, gesenkte Energiesteuer auf Diesel und Benzin sowie
„verschärftes Kartellrecht gegen Abzocke an den Zapfsäulen“, heißt es auf
Tiktok.
Auch Unternehmen machen mit. Die Berliner Verkehrsbetriebe teilen ein
Video, in dem es heißt, die U3 komme in drei Minuten – Entschuldigung für
die Umstände, der Beach sei schließlich closed. Der Account der Sparkasse
kommentiert trocken: „Aber wir sind open.“
Bei so viel gelebter Mehrsprachigkeit darf die Sprachlern-App Duolingo
natürlich nicht fehlen und produziert ein eigenes Video mit Fleur-Avatar.
In den Kommentaren hoffen User bereits, dass die virale Phrase zur neuen
Standardfloskel der App wird. Der Gaga-Grad passt jedenfalls: „The beach is
closed“ hat nicht weniger Qualität als Sätze wie „Der Pinguin trinkt Wein“.
Auch Discounter ziehen nach. Der Supermarkt Netto postet ein Video, in dem
ein Mitarbeiter einer Kundin erklären muss, dass die Kasse closed ist.
Dass der Satz Potenzial hat und das Video für reichlich Kommentare sorgen
würde, dürfte Fleur geahnt haben. Im Gespräch zu bleiben, gehört
schließlich zum Job. Interessanter ist allerdings, dass offenbar viele
andere keine eigenen kommunikativen Ideen mehr haben.
Stattdessen zeigt sich, wie sehr Politik und Werbung inzwischen auf
Memefizierung angewiesen sind, um überhaupt noch Aufmerksamkeit zu
erzeugen. Oder anders gesagt: Die Marketingabteilungen von Unternehmen und
Behörden wirken, als seien sie durchgehend mit Gen-Z-Angestellten besetzt,
die direkt aus ihrer For You Page schöpfen.
22 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Giorgia Grimaldi
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